Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 29 (19.7.1861)
- Date
- 1861-07-19
- Page
- Seite 255 (sequence 7)
- Language
- German
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gemacht wurde. tofj nur durch sic die Ausdauer bei der überkomiucneu Verpflichtung er,»(׳glicht wurde. Die 'lH1״.1־latT״,ni der Opposition 11. d. Kämpfe deS Synhcdrial- Znsiitnts gegen die Makkabäer fürste» will der Verfasser nicht in kann- Nischen Skrupeln. in hierarchischen Tendenzen von Seiten deS S. oder in dem durch den Scktcngcist entstandene» Zwiespalt siiidcu, sondern i» Folge des bicrarchischcn Anstriche, den das Indeiilhni» durch die Thronbcsteigernng der makk. Pricstcrfaniilicn erhalten hat, denen die Königskronc nicht genügte oder sic viellcichi ohne Beifügung des Priesterliehe» Diadems nicht fest genug ans ihrem Haupte zu sitzen schien. In wie fern aber die Ucbcrwnchl der Symbolik, welche der endliehen Wcrkhciligkeit den Herd erbaute und die vorwaltende kasuistische Richtung, die der Rabbinismus seit Beginn der Makkabäerzcit genoinme» hat, wie der Bersasscr es unbedingt ansspricht, auf Rechnung des hierarchischen Prinzips, gegen den er in die Schranken trat, zn setzen sei, müssen wir als geschichtliche Hypothese, der cs an bewcislichcn Momenten fehlt, dahingestellt lassen. DaS Thema der 2. Abtheilung ist das nationale Judenthum und der MessiaSglaube. Der Verfasser weist hier nach, daß die heutigen Inden die Abkömmlinge sämmtlicher zwölf Stämme seien, indem sowol bei der erste» Trennng dcö Reichs ansehnliche Mengen der Stämme des Reiches Israel znm Muttcrstaat znrückgekehrt seien, sowie auch nach deren Vertreibung die Verborgenen, Ncbcrsehenen und Zersprengten sich in die verlassene Heimat wieder znsaminengcfnnden. Ebenso solle» beim Heimzug der Ernlenkcn aus der babylonischen Gefangenschaft jene Mitzügler, die ihre Abstammung von Israel nicht nachzuweisen vermochten (Esra 2, 59) von den Erilgegenden der 10 St. herbeigekominen fein. Die biblischen Beweise für diese Annahme sind zutreffend, nur ist n»ö unverständlich, warum, wie der Verfasser sagt, die 820 Arbeiter für den Tempel (Nehem. 11, 11) keine Ahronitcn seine konnten, weil alle Leviten zusammen nur 280 waren, und dies für das Dasein anderer Stämme sprechen sollte. — In der Abhandlung über die Messiaösrage werden die verschiedenen Auffassungen »ach allen Seiten ventilirt, ob die McssiaSidee politisch oder ethisch und ob solche eine Glaubcnspflicht sei. Dieser Nntcrsuchuug, die eine offene Frage ist und bleiben wird, schließt sich eine andere an, über die Vollständigkeit der 70 Eriljahre und über die Ebronologie der Persischen Könige. Unter der Masse der vorliegenden, verschiedenen Versuche die historischen Wirren der Bibel hier zu lösen, hat der des Verfasscr's wenigstens den Vorzug, daß der biblische Quelle mehr historische Glaubwürdigkeit als den profanen zugesprochen wird. Der dritten Abtheilung, die Reorganisation der KultuSvcrfassnng enthaltend, geht eine ausführliche Abhandlung über den Traktat Aboth voraus, weil derselbe durch die Angabe der unmittelbaren Fortpflanznng der Lehre von Wichtigkeit ist. Wie Meiri übersetzt der Verfasser den Titelnamcn Aboth, Fundamentallehre der rabbinisch-mosaischcn Religion. Das NeligionS-dogmatische sei der Hauptzweck des Gesamintinhaltö, daö ethische und historische Element bilde daö Material, den kanonischen Rang dieses Traktais weist der Verfasser der Halacha im weitern Sinne zn, die ursprünglich nicht auf die religiöse PrariS beschränkt gewesen, sondern auch das Umfassende und Allgemeine, das Basirende und Leitende in ihr Bereich gezogen, während die Agada gar nicht den Inhalt, sondern nur die Form des Vertrags betroffen habe, welche in der Anknüpfung des Gedankens an die Bibelstelle bestehe. (Es ist zu bedauern, daß der Verfasser die Ausarbeitung und Motivirung dieser neuen Ansicht für einen andern Ort Vorbehalten hat und die nunmehr durch seinen Tod für «ns verloren ist.) Da der Vers, von dem apodiktischen Grundsatz ausgeht. daß ans der Darstellung deS ersten Abschnitts von Aboth die Absicht unverkennbar hervorgche, den Nachweis zn liefern, daß keine Lücke in der nniuittelbareii Fortpflanzung! der Lehre von Esra bis R. 3. b. Lakai bestehe, so ist dieser Nachweis nur dann geliefert, wen» hier unter Simo n den Gerechten der zweite Simon verstanden sei, was 1111» der Verfasser zu einem der Hauptargninente» macht, daß die rabbinischen Quellen unter S. d. G. den zweiten Simon bezeichnet hätten. So schwach wie dies Argnment ist — indem es noch nicht erwiesen ist, daß hier eine uninittelbarc Uebersommniß gemeint ist — so wenig positive Beweiskraft hat auch die Stelle ולא געלהים בינוי יונים שהעמדחי להם שנלעין הצדיק weil die Rabbinen auch die Alcrandcrpcrivde die griechische genannt haben können. Treffender ist jedoch für seine Behauptung — wenn überhaupt Legenden eine historische Beweiskraft beiznlegen ist — die thalmndische Legende (Sota 33 11. s.) von ׳גסקלגוס der durch Beisctznng von Idolen den Tempel entweiche» wollte und dessen bevorstchende Erniordung Simon d. G. durch einen Fernblick verkündete. Zn diesem verstümmelten Namen Gsalknö erkennt nun der Verfasser Selenkus Filopater, der auch unter diesem korrupten Namen in Scder Olam (6. 30) als den letzten Regenten der gr. syr. Periode genannt wird. Da nun diesem die Erzählung in M. Taanith widerspricht, in welcher Simon, I, mit dem Epitheton ״der Gerechte" mit Alerander zusammenkoinmt und eö doch nicht wahrscheinlich ist, daß man den beiden Simon dieses Epitheton bcigelegt habe, so mußte der Verfasser den Bericht des Joscfus dem des Thalmuds vorziehen, daß nicht Simon I, sondern der Hohepriester Jadna die Zusanimenkunft mit Alerander gehabt und daß dem auch so sei, beweist der Verfasser mit kritischem Scharfsinn und historischer Genauigkeit, wobei alle Einwendungen der neuesten Gcschichtforscher berücksichtigt und znrückgewiesen werde». Wir schließen unser Referat mit dieser wichtigste» und werthvollsten Abhandlung, und wünschen dieser Schrift die weiteste Verbreitung, wie sie es ihres innern Werths wegen verdient, so wie auch um den Hintcrlaffenen dcö Verfasscr's. die mit materiellen Opfern die geistige Erbschaft des Verblichenen angetreten haben, die wohlverdiente Theilnähme zu bezeugen. Müller, Herrmann. I)r. (Professor in Würzbnrg). Ucbcr die heiligen Maße des AlterthumS insbesondere der Hebräer und Hellenen. Frciburg in Areisgau. Herder. 1850. 8°. 203 S- Vorliegende Schrift, wie aus der Vorrede hervorgcht, in England ״dem Palmcrstonischen" zur Welt gebracht, enthält bei weitem nicht nur das, was man dem Titel nach darin suchen könnte, sondern, — und dicß in der reichsten Fülle — Bemerkungen über viele andere sehr wichtige Dinge. — Wir wollen den Inhalt derselben. damit der Leser das darin behandelte Material sich vergegenwärtigen könne, hersetzen: I lieber die Gestalt der noachischen Arche, und zwar 11) Belcnchtung des SchrifttcrteS b) Untersuchung über הבה, ck,/??׳/, v.ißwxü■:, ö/edict. c) lieber die Symbolik des Viereckes, über K0f}eX>1 in v.1[iu>x6t;, Roma quadrata 1c., II. lieber die Größe der noachischen Elle. III. lieber die späteren heiligen Maße der Hebräer. IV. lieber die heil. Maße der Hellenen, a) Einzelne Spuren der Archenmaße b) das Stadion d. Archcnlänge, d. Plcthron die Aschenbreite, das Haiuma die Archeuhöhe. c) Vcrhältniß der olmipischen Spiele zur Sündfluth. — d) lieber daö Vcrhältniß der Archcnmaße zu dem gesammten Maßsysteme der Hellenen. V. die Archenmaße, die heilige Maße der ganzen Erde (Indien, Babylonien, Persien, Aegypten) VI. lieber das Vcrhältniß der Archcnmaße zu dem Anfänge der Erde. Fragen wir nun, wie der Herr Verfasser diese Materien, über die Referent bis jetzt zum größten Thcile in tiefster Unwissenheit zu stecken bekennet, bearbeitet habe, so ist eigentlich nach den Worten des Verfassers ein Urtheil darüber erst dann erlaubt, wenn uian seiner Untersuchnng überallhin gefolgt ist, und daher dem Leser unserer Anzeige gar nicht ׳wrzusühreii möglich. Er sagt selbst ans Seite -18: ״Wir bit«