Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 29 (19.7.1861)
- Date
- 1861-07-19
- Page
- Seite 252 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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252 richtigen, in den Religionsquellen einheimischen, mit klassischer Bildung ausgerüsteten, der diplomatischen Vaterland!- scheu Sprache vollkommen mächtigen Nabbinerstande. Die Rede ist endlich von der zeitgemäßen Organisation deS Volksschnlwesens, wovon eine gesicherte ehrenvolle Stellung der Lehrer nicht getrennt werden kann und darf. Alle diese Reformen sind rein kultureller Natur; die Dogmatik, der RituS, die Liturgie werden davon nicht derührt. Daö letzte Ziel, welches die nng. Inden anznstreben haben, ist kein anderes, als daß die Bestimmungen des XX. G.-A. v. I. 18-18 oder die etwaigen künftigen Modifikationen desselben auch ans die Bekenner des Zudenth. ihre Anwendung finden sollen; dieses Ziel kann aber ohne vorhergegangene Organisation der religiösen Angelegenheiten nicht angestrebt werden. Hungarica. עלית לקרתא הלך בנימוסיה. Midrasch rabba. II Pest, 17. Juli. Das Zirkular der Kommission, welche der ungarische Perein zur Redaktion vcü Jahrbuches ernannte, ist bereits versendet. Es werden in demselben sollende Rubriken nainhafr gemacht: 1. Entwurf einer Geschichte des isr. nng. Vereins; 2. Rückblick auf die Fortschritte der Israeliten in dem abgelausenen Jahre mit besonderer Rücksicht ans Ungarn; 3. Statistische Daten über die nng. Juden, besonders in Beziehnng ans ihre nationcllen und crwerblichen Verhältnisse-, 4. Beiträge zur Geschichte der Inden in Ungarn; 5. Biograficcn solcher Juden, welche ans die soziale Stellung ihrer Glaubensgenossen Einfluß ansübten, mit Bevorzugung Einheimischer; 0. Erziehung und Unterricht. Dazu sollen noch belletristische Beiträge komnien, in denen jedoch eine ernste und sittliche Tendenz verfolgt werden muß. Das Zirkular ist von dem ersten Schriftführer des Vereins, Herrn Moritz Mezei. unterzeichnet. Dein Vernehmen nach wird die Redaktion mit gewissenhafter Umsicht zu Werke gehen, und die eingesaudteu Beiträge einer strengen Prüfung unterziehen. Das Unternehmen darf, wenn nicht alle Anzeichen trügen, einem fröhlichem Gedeihe» entgegensehcn. Besondere Ansmcrksamkclt will der Verein der Schule widmen. Ein schon im vorigen Monate versendetes Zirkular unterrichtet die Lehrer von dem bevorstehenden Erscheinen eines ״ersten hrbr. nng. deutschen Lautir- und Elementar-LeftbucheS", und fordere ans, die Zahl der zu bestellenden Eremplare ״inkl׳-sive der GratiS-Ercuiplare für arme Kinder" auzngebc». Wenn in dieser Rücksicht der Erfolg hinter de» Erwarluugcn des Vereins Zurückbleiben sollte, so dürfte eö gcralhen sein, jeder Schule ein Ercmplar des fraglichen Lesebuches zur Prüfung znzusenden. Da weder der Verfasser, »och die Prüfungskommission d. Leseb. bekannt ist. so darf es nicht auffallen, wenn manche Schulen vorsichtig zu Werke gehen. Den ungarisch predigenden Rabbineu hat sich seit Kurzem der Rabb. Back in Gyula, Komitat Büküs, angeschlossen. Die mir vorliegende Peßachpredigt (Gyula, Dvbay) beurkundet hinlänglich das Predigrrtalent d. Redners. Von Baja, wo sonst ein Sitz wohlwollender Duldsamkeit war. werden sehr niedcrschlagende Dinge berichtet. Dagegen hat in Dnna-Föltvür am 29. v. M. eine protestantische Tclckyseier stattgcsnnden, bei welcher der sungirende Geistliche, Karl Sz-iß Dechanl zu Knn-St.-MikloS, die Gleichheit aller Bekenntnisse in und vor dem Gesetze mit besonderem Nachdrucke hervorgehobcn, und darauf hingewiese» hat. daß hierin d. Kraft d. Vaterlandes liege. Ich eninchiiie diese Notiz einem Briese des dortigen wacker» Lehrers Jonas Klauber. Derselbe fügt hinzu: ״Am Schluffe der unter freiem Himmel gehaltenen Predigt erflehte der Redner den Segen des Himmels auf alle Kinder des Vaters ohne Unterschied des Bekenntnisses; ein Gebet, das im Herzen vieler Zuhörer seinen Wiederhall gesunden hat. Zum Festessen waren zwar keine Juden geladen, aber der edle Sz-iß brachte »ach dem Toaste ans die christliche OrtSgeistlichkeit einen Toast aus den abwesenden Rabbiner ans." In dei letzten Nnminer des ״ba-Ma>k׳.r" werden auch einige niigarischc Schriften angeführt; die Redaktion sollte aber dafür sorgen, daß sic in der Lage sei, alle in ihr Bereich gehörenden ungarischen Schriften namhaft machen zn können. Watiöcrunflcu im Wiele.jüdischer Uorjcit. Von Dr. Earmoly *). 43. Edle H andl ungcn d. Juden durch alle Jahrhunderte. Es fehlte durch alle Jahrhunderte nicht an Beispielen, daß die Israeliten der edelste» Empfindlingen und Handlungen fähig sind und alle Tugenden besitze». Zur Zeit der Belagerung von Tunis unter Karl V. rettete ein Jude daö Leben von einigen Tausend Ehristeusklaven, welche die Mohamedancr wollten erwürgen lassen. 1749 befreite ein Israeli te Malta von einer fürchterlichen Verschwörung, wie Brydona im 1. Tb. seiner Reisen nach Sizilien und Malta erzählt. Die Juden zu Metz leisteten dieser Provinz zweimal sehr wesentliche Dienste. Im Kriege, den der Riswikcr Friede endigte, führten sie :!nt Lebensgefahr Pferde für die Kavallerie aus Deutschland ein. Bei der HnngcrSnoth im Jahre 1698 zogen sie Getreide ans Frankfurt, nnd brachten den Uebcrflns! in diese Provinz zurück. Eie büßten dabei 80,000 Livres vom Eiiikaufpreis ein. Die Bordeaurer Israeliten schätzten sich einst selbst, um ihrem Svuvcrain freiwillige KriegSkostcn darzilbringen, und einer von ihne Abraham GradiS, befreite die Kolonien von einer Hiingersiioth. Als Wilhelm von Orauien vom englischen Thron Besitz nehmen wollte, lieh im ein Jude zwei Millionen, und sprach: Sind Sie glücklich. so zahlen Sie mir ,zurück, wo nicht, so gebe ich sie gern verloren. Sv handelte F u g g e r gegen Kaiser Karl V. Diese Aiiektode erzählt Friedrich II, König von Preußen. Der israelitische Bankier Pop er zeichnete 110,000 Mark, mit das Haus Dorner in Hamburg nicht fallen zu lassen. Der Bankier Hope aus Amsterdam kam, als er nach London flüchtete, in Lebensgefahr. da die Patrioten bei Tausenden sich versammelt hatten. Seine Netter waren Juden, und mehrere derselben fielen bei dieser edlen Thal. Sie hatten Hope, als er von der Börse kam, in ihre Mitte genommen, und gingen so lange vertheidignngsweift, bis Schüsse unter sie fiele», niid sie daiin selbst augriffen und den Sieg errangen. ') S. oben Nr. 23 S. 204.