Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 32 (9.8.1861)
- Date
- 1861-08-09
- Page
- Seite 282 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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282 'darf dafür als Beweis dienen. Derselbe dürfte in gewisser Beziehung mit den! jüdischen Baal Schem zu vergleichen fein. ES verstehet sich von selbst, daß der italienische Graf sich in der großen Welt bewegte, nnd daher auch höher stand, als seine polnischen Kollegen. E r prätendirte höhere Natnrkenntttisse zu besitzen, was übrigens manche der Baal Schem auch Vorgaben. Im vorigen Jahrhunderte waren in Polen R. El iah und R. Joel Baal Schem berühmt 4). ES mochten vielleicht noch Andere dort in gewissen Kreisen bekannt sein. In Deutschland war in neuester Zeit R. Sekel 2 öl) WorurS bekannt unter dem Namen des Michelft a d t e r Baal S ch e m 5), von dessen Euren übrigens nicht viel bekannt geworden ist. -- Die Zeit für die Baal Schem dürfte in Deutschland wol dahin sein. Anmerkungen. Sollte jemand einige nähere '.Notizen darüber geben löinie» so möge er sic in d. Blätter initlhcilcn. ף Der Name הונא Hnna ist eine l'orritvtu'1, von הנון begna- Ligt. Daraus beruhet die Frage. Im modernen Leben könnte man dasj selbe etwa ans den Namen Grat ion oder Gratia anwcndcll. salls l dieselben ungraziöse Manieren haben sollten. ג) In dem Briese. der de» Namen des N. Hai an der Stirne trägt (abgedrnckt in, □טעם זקני S. 57 h) finden sich gleich zu Ansänge die Worte: אותה השם וכי יש כמה שמות וגר Bergt. Arnch Art. שם l- ') In einem Wcrfchcn genannt מפעלות א7הים welches in Polen irgendwo gedruckt ist und welches wir in nnscrin Knabenalter, gesehen haben, tauchen diese 2 Namen öfter ans. Dieses Werkchen enthält allerlei kabbalistische Vorschriften sowol. als allerlei Hauöniittcl. Der Name des Vcrsaffcrs ist nnü entfallen. ף Wir waren — wenn wir nicht irren — im Jahre 1841 zn Gast bei demselben. Damals aber hatte schon hohes Greiftnalter denselben ganz niedergedrückt. Derselbe starb in Armnth, welches doch am besten beweist, daß unter den wirksamen geheimen Natnrkrästen, die dem Baal Schem zu Gebote stehen, die L e i ch t g t ä 11 b i g ke i t der Menschen vbcnanstehet. Korrespondenz. Ausland. Kopenhagen, 3Ü. Juni. Bor Kurzem ist hier der durch seine im Jahre 1836 veröffentlichte Gedlchtsammlnng נטעי שעשועים auch iui Ausland bekannte hebräische Dichter Nathan Raphael Kalkar im Alter von 72 Jahren gestorben. Derselbe war ein Sohn des ehcmaligen Westfälischeil Konsistorialmitglicdes und späteren Stockholmer NabbinerS Simon Kalkar. Der Verstorbene bekleidete hier seit einer Reihe von Jahren daö Amt eines Klausners. Er besaß eine jetzt so seltene Meisterschaft in der schriftlichen Anwendung der hebräischen Sprache, wovon seine genannten נטעי שעשועים Zengttiß geben. Ein besonders Verdienst hat er sich um eine vom ihm vor 40 Jahren gegründete Raschi-Ehebrah erworben, in der er bis kurz vor seinem Hinscheiden jedii! Abend die Bibel mit Rajchi's Kommentar und außerdem einen Abschnitt aus מנורת המאור vortrug. Bei seinem Grabe hielt Herr Oberrabbiner V1. A. A. Volff mit gewohnter Meisterschaft eine ergreisende dänische Rede, die mit Anknüpfung an den הספר über Ra- Minna: תמריס הניעו ראש (Moed Katon 25. 0) die Verdienste des Verstorbenen schilderte. Diese Rede ist jetzt im Druck erschienen. Außerdem hielt 4 Wochen später ein Kollege des Verstorbenen. Herr David Rubin in der genannten Raschi Chebrah einen schönen הספיר. Möchte» hier noch schließlich nachstehende Strofen einen Platz finden, mit denen Schreiber dieses das Andenken des Dahingeschiedenen, zu dem er in einem freundschaftlichen Verkehr gestanden, zu ehren wünscht: נתן קולו בין נעימי זמירות רעיון לבו השמיע במליצות ושירית סרתי קודש בנטעי שעשועיו פרחו אוצרות רוהו לדורשי חורה נפחהו לפניהם בערב כערב העלה המנורה ולילות שם כימים לבאר התורה: -י- תמרים הניעו ראש על צדיק כתמר בהצרוח מרום יפריה ולארץ הסיד גמר. M. M. Kopenhagen, 24. Juli. Ans einer Rundreise, die unser König gegenwärtig in Jütland macht. kam derselbe in diesen Tagen nach Frederika. wo er allen Kirchen der Stadt und darunter auch der jüdischen Thnagoge einen Besuch abstattete, in der er von den Repräsentanten der Gemeinde feierlich empfangen wurde. Nachdem das Gebet für das königliche Hans abgesnngen worden, trat der erste Gemeindevorsteher und Bürgerrcpräsentant Herr Wechsler Hirsch mit der I borarolle in der Hand vor den König und hielt folgende Ansprache: ״Die jüdische Gemeinde in Frederica dankt Sr. Majestät allerniiterlhänigst für die Gnade, die Sie uns erweisen, indem Sie unsere Synagoge mit Ihrer hohen Gegenwart beehren. Mit diesem heiligen Pfände des von Gott geoffenbarren Gesetzes in meiner Hand, rufe ich den Allgütige״. den König aller Könige an, dessen Namen in aller Ewigkeit gepriesen werde, daß er seine beschützende Hand über Ew. Majestät halte und Alles beschirme, was Ihrem edlen Herzen lieb und thener ist. Möchte das ״Grundgesetz", das Ihre Majestät Ihren ttnterthanen geschenkt haben, nnd wodurch Ihren jüdischen Unrerthanen gleiche Rechte mil ihren christlichen Mirbürgern eingeränmt worden sind, mit Gottes Beistand von eben so langer Dauer sein wie das göttliche Grundgesetz, das ich hier an dieser heiligen Stätte in meinen Händen hatte! Gott bewahre, beschütze nnd segne Ew. Majestät!" Nach dieser Ansprache sang die Gemeinde das Adon olam. Der König erklärte sich mit diesem Empfang in der Synagoge überaus znfrieden, und dankte dem Wortführer in den gnädigsten Ausdrücken. Kopenhagen, im Juli. Am l l. v. Monats fand hier die feierliche Einweihung des neuen Schulgebäudes der Karoline-Schule, einer jüdischen Freischnle für Mädchen statt. Diese Schule, die gegenwärtig einige und vierzig weibliche Zöglinge zählt, welche hier nicht bloß freien Unterricht, sondern auch Kleider. Schuhzeug, Bücher n. s. w. erhalten, feierte im vorigen Jahre ihren 50-jährigen StistiuigStag. Ihren Fortgang und Blüthe verdanket diese BildnngSanstalt wesentlich dem jetzt 80-jährigen Greise, Staatörath M. L. Nathanson. Nachdem er im Jahre 1805 eine jüdische Freischnle für Knaben gestiflel. durch Die er einem großen Bedürsniß der Gemeinde abgeholfen, gab er auch den Impuls zur Stiftung dieser Mädchenschule, indem er freiwillige Beiträge von den Mi:gliedern der Gemeinde im Berrage von 12,400 Reichsthalcrn zn diesem Zwecke sammelte, welche Summe später durch reiche Legate, namentlich durch 30,000 ReichSthalcr aus den! Nachlasse des Hoftaihs Meyer vermehrt wurde. In den 51 Jahre» ihres Bestehens ist Herr StatSrakh Nathanson beständig der erste Direktor der Schule gewesen und mit aufopfernde», Interesse jedem ihrer Zöglinge ״ich,