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Ben Chananja · 1861-08-09 · 32 (9.8.1861) · p. Seite 281

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
32 (9.8.1861)
Date
1861-08-09
Page
Seite 281 (sequence 5)
Language
German
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28I 2 D. %. 332. vergl. Pocockc a. a. ü.). Diese Sitte \d)emt *11 Babylonien entspru gen und gegen die Feueranbeter gerichtet zu sein, welche ihre Todten, wenn sie dieselben den wilden Thieren Preisgaben, mit dem Haupte der Sonne z «wendeten (s. Weiß Eoftk. 1. S. 287). — In dem, dem R. Bechai zugeschriebenen Schulchan arba (8. 1.) heißt es, die vornehmen Spanier hätten ihre Särge verfertigen lassen aus den Tischen, an denen sie gewöhnlich die Armen gespeist hatten. Nach der Schließung des Grabes war eS, nach R. Mose den Nachman üblich, daß alle Anwesenden sich nach einem bestimmten Orte, unweit des BegräbnißplatzeS begaben, wo verschiedene Gebete zum Lobe Gottes und für das Seelenheil des Verstorbenen vorgetragen wurden. Siebenmal wurden die Anwesenden, nach eben so oft eingetretenen Pansen, wieder anfgefordert, den immer wechselnden Vorträgen ihre Aufmerksamkeit zu widmen, dann kam das Kadisch, jeder Anwesende richtete an die Leidtragenden einige Worte des Trostes, welche ee.dlich von der ganzen Versammlung nach ihrer Behausung begleitet wurden (Tor I. D. 376). Später wurde diese Liturgie, besonders in Deutschland und Frankreich bedeutend abgekürzt (s. Sch. Ar. I. D. 376). 2n Jerusalem herrscht der sehr nachahmenswerthe Gebrauch beim Einsenken der Leiche die 13 Midoth zu rezitiren (Schwarz d. h. Land S. 342). - Beth Josef (I. D. 364) führt eine Entscheidung des R. Efrajim an, nach welcher ein Erschlagener weder gewaschen noch mit den Todtengewändern bekleidet, sondern so wie er gesunden wird, beerdigt werden soll. Eine ähnliche Verordnung wird dem Begründer des Islam zugeschrieben. Als nach der Schlacht gegen die Koraiden, die Weiber aus Medina, welche herbeigeeilt waren, um ihre gefallenen Verwandten zu beweinen, deren Leichen fortschleppen wollten um sie in Medina zu bestatten, wurde ihnen dies von dem Profeten untersagt. ״Nein", sagte er, ״beerdigt die Todten wo sie gefallen sind und ohne das Blut ihrer Wunden abzuwaschen. Sie werden mit diesem Blute am Tage der Auferstehung erscheinen, und ihre Wunden werden von dem Wohlgeruche aller Wohlgerüche duften. Ich selber aber werde für sie Zengniß ablegen" (Lamartine Geschichte d. Türkei deutsche Uebersetz. 1. B. S. 132). — Beim Entfernen vom Grabe waschen die Anwesenden ihre Hände, reiben dieselben mit Erde und rupfen ein wenig Gras aus, womit an die ehemaligen Reinigungsmittel erinnert werden soll, welcher Derjenige sich zu bedienen hatte, der durch eine Leiche verunreinigt wurde, nämlich: Wasser, Asche (אסר יפרה) und Jsop (Beth Josef I. D. 376). Nach Andern sollen Erde und Wasser an die Entstehung des Mensehen aus den ersten Elementen, das ans der Erde hervorsprossende Gras aber an die Auferstehung der Todten erinnern. 7" Mrä!|c. Von Leop. Dukes. X. Baal S ch e m (2 3 על ש)• Es liegen zuweilen in einem Namen Geheimnisse. Dieselben verschwinden vor der ins Einzelne gehenden Kritik, was man die Analyse heißt. Die Geschichte eines WorteS, wie die eines Menschen, raubt oft viel der Illusion derselben. Die Geschichte zeigt zuweilen, daß dieselben nicht immer das waren, wofür sie heute gehalten werden. Das Wort בעי שם gehört auch dazu. Es ist dieses Wort — wie es scheint — von Polen zu uns gekommen. Das Wort ist vielleicht keine 100 Jahre alt'). Man versteht darunter gewöhnlich einen Manu, der im Besitze von göttlichen Geheimnissen sein soll, — ans der Kabbala entnommen, womit er Kranke heilen kann u. s. w. Ob er wirklich im Besitze von Geheimnissen ist, wollen wir jetzt dahin gestellt sein lassen, da wir eS jetzt nicht mit der Sache selbst, sondern nur mit dem Namen zu thun haben. Im Thalmud findet sich zwar der Ausdruck בעל רשם, dort heißt eS aber bloß ״der Besitzer seines eigenen Namens" was natürlich jeder Mensch ist, und hat gar nichts mir Geheimnissen zu thun. Das Wort wird bei folgender Gelegenheit gebraucht. (Pesachim. S. 86 bi. Ein Thalmndist NamenS R. Huna, besuchte einen andern, der Besuchende machte einige Verstöße gegen die damalige Etiquette. Der Wirth machte fragend auf manches aufmerksam, und fügte hinzu warum heißt er R. Huna?") worauf jener einfach antwortete: ״Ich bin der Besitzer dieses Namens." (בעל השם אני) d. h. Ich habe diesen Namen bei meiner Gebnrt erhalten. Der Leser siehet, daß das Wort hier keinen Zusammenhang hat mit dem modernen Ausdruck. Dieser ist wie bereits angedeutet — ein Cabbalist der mit dem Namen Gottes oder den Namen von Engeln übernatürliche Wirkungen hervorbriugen kann 3). Der Begriff und der Glaube daran ist alt, im Thalmud ist manches hierhergehörige zerstreut, der Ausdruck aber ist neu. Das Wort בעל שם ist ein Gränzpunkt zwischen der Bildung, welche nur den Naturgesetzen alleinige' Kraft zuschreibt — eine Art F a t n m —, dem der Mensch nicht entgehen kann, und der beschränkten — aber trostreichen — Anschauung, daß es außer den gewöhnlichen Naturgesetzen, noch andere verborgene Kräfte in der Natur gibt, welche dem Menschen — freilich nur unter besonder» Umständen, Hülfe gewähren können. Dieser Glaube war in Europa im vorigen Jahr Hunderte noch nicht verschwunden. Der Graf Oagliostm

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