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Ben Chananja · 1861-07-05 · 27 (5.7.1861) · p. Seite 234

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Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
27 (5.7.1861)
Date
1861-07-05
Page
Seite 234 (sequence 4)
Language
German
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234 Anfalls ivdor man boit eigentlichen Gegenstand deö Streites fast ganz ans den Angen, oder man schenkte demselben nur geringe Anfmerksamkeit. Statt die DraditioilSfrage zu analysiren, unterzog man die beiden Gegner, Frau - kel und Hirsch, einer Analyse. Jeder derselben hatte seine Lobredner, doch wurden beide auch von den Pfeilen ihre r Widersacher getroffen. ״Hirsch ist ein Inquisitor", riefen die Einen; ״Frankel ist ein Ketzer" replizirten die Anderen. Die Frankelianer sprachen von der Seichtigkeit Hirsch'S in thalmndischen Dingen; die Freunde des letzter!! traten für die Gelehrsamkeit ihres Führers und Hauptes mit vollgiltigen Zeugnissen in die Schranken. Dieses Tirailleriefener hatte nur infoferne Bedeutung, als dasselbe', in dem eö den Mährischen LandeSrabbincr, Hrn. Abraham Placzek, ans den Kampfplatz rief, der deutschen Literatur einen neuen Schriftsteller zuführte. Die literarische Thatigkeit deö Hrn. P. beschränkt sich vorlänsig allerdings nur ans ein Zeitungs-Inserat; aber die größeren Arbeiten werden folgen. Ein erfreulicher Fort - schritt ist schon jetzt nicht zu verkennen. Der erste hebräischliterärische Versuch Sr. Ehrwürdcn (1855) war nämlich nicht frei von Sprachfehlern׳"); seine erste deutsche Arbeit läßt dagegen in Betreff der Korrektheit nichts zu wünschen übrig. Auch der Inhalt dieses 1. lit. Versuches ist höchst piquant; denn gewiß hat noch niemals ein LandeSrabbincr ein Zertifikat anSgesertigt, um seinem Vorgänger zu bescheirügen, daß derselbe in der Begutachtung ritueller Fragen keine Blöße gegeben habe! Es lag jedoch in der Natur der Sache, daß man bei dem auf die Personen gerichteten Geplänkel nicht stehen blieb, und die Traditionödoktri» selbst zum Gegeustandc der Besprechung machte. Nabbiner Samuel Freund in Prag und I)r. B. H. A u e r b a ch in Franks, am M. traten gegen Frankel, RappoPort und Kämpf für denselben ans. Die Streitschriften derselben haben wir nun näher zu betrachten. (Fortsetzung folgt.) I n Kt e r k « « § e n. 1H) Die technische Bezeichnung mnemotechnischer Abbreviaturen ist griechischen Ursprungs: ׳י״״״./׳0-־סימן (Sabb. 104, «); hebr. nannte man dieselben ציונים (Ernb. 54, b). Die Zahl der thalm. Simanim ist bekanntlich sehr groß. Mneinotcchnische Zwecke sind aber auch in der Redaktion d. Mischna nicht zn verkennen. Megilla 1, 4— H sind Halachas znsaninieiigcstellt, welche nut )׳n ^אי ansangen. Kiddnsch. l, 1— 0.: die verschiedenen Erwcrböarten. Die letzte Mischna fängt mit כל an, an diese reihen sich andere Mischnas, deren Anfangswort ebensaklö מל ist. Dieselbe Wahrnehmung ist (51)111. 1, 4—D. nicht zn verkenne». Zn der Gcmara hat die Ziisaminenstelliing der Spruche eines und desselben Urhebers mnemotechnischen Charakter. 17) Ednj. 1, 3. Ber. 47, a. Sabb. 25, a. Bech. 5, a. Man nannte die Autoritäten , denen man die bezügliche Ueberl. verdankte; einzelne I Lehrer batten die Gewohnheit. die ciwaigc Ungewißheit über vie Quelle ' ausdrücklich zu erwähnen (('fiul. 18, b). AnSnahmSweisc kam eS vor. daß ein Lehrer den Andern in Bezug auf die llcbcrliefcruiigStreue Lugen strafte (?vebam. 57, b.), oder ihm Ungenanigkcit vorwarf Zier. Zcbai». 6, 6. I». Meg. 5, b). Auch werde» in der bab. Gcmara zuweilen Angaben deiuentirt, die früher als historisch gegeben wurden (Grub. 40. b. B. Mez. 40, I>. Ab. Zara 22, a). לי S. oben Nr. 3 S. 21. Die kritische Forschung wird hierin noch weitere Fortschritte »lachen; den» wer nur einigen hcrniciiciUischcn Sinn hat, wird sich;. B. nicht mit dem Gedanken befreunden können, das! der Anfang dir Mischna (>1)1,1. 1 , 1 von verschiedenen Kategoriccn rede. '") Zn der thalm. Zeit verstand mau unter Mischna als Studium das rein mechanische Erlerne» des Wortlautes der Halachas: die Grläutcrung hieß Thalmnd oder Gcmara (jcr. Sabb. Iß, I. b. Bereich. 22.!>. B. Mez. 33, a. vcrgl. Ab. Zara lO, a. Sans). 100, b.) Das Studium und dessen Objekt wurden mit demselben Namen bezeichnet. Mcrkw. ist die McinnngSdivergen; Kidd. 40 , a. über, die Frage. wclchcS Studium d. Namen Mischna verdiene. Auch unter Mikra vcrstand man in der thalm. Zeit das mechanische Lesen, ohne Rücksicht auf das Verständniß (Ncd. 37, I>). Ausführlich über alles dies an einem andern Orte. ™) Knsari M, 35. Matte Da 11 Borr. und Wikk. 3. ׳') S. d. Nachw. Kes. Mischne Schcmitta 7, 3. Die Einen verstehen unter Biur Freigebung, die Andern Bernichtnng. NachmanidcS spricht sogar die Bermuthnng ans, der Biur sei eine sofcrischc Einrichtung (3 M. 25, 7). Die Main». Bestimmung Schein, a. a. O. fließt uns einer Leseart Schebiit 0, 8., welche von Anderen bestriitcn wird. Der Sprachgebrauch (Kidd. 4, 5. jer. Pea 2, 6) scheint gegen Maim. zu sprechen. 7׳) Maim. Zffurc Bia' 6, ß. ,1. Mag. Mischne das. B. Zos. Z. D. 183. Eine Modifikation in d. Auffassung der Maim. Theorie schlägt N. Zakob Liffa vor (Ehaww. Dank 183, 2). ") Mcuach 34, b. Pos. Schlagw. והקורא O. CH. 34. '') Maim. Borr. zum Mischna-Komm. 03, a. Mamrim 1, 3. Ehaww. Fair Nr. 192, ha-Ehalng 4, 43. ־■') More Nebochc Ha-Seman 1ß5. afi) Ercch Millim 190, b.: שמעו מר^כירת ^שר NtS) התפשטו בארץ ישראל והנבללות בשם תורה שבע "ס. Damit übercinstimmend das. 210, b.: קבלת למוד תורה שבע״ס החלה בארץ ישראל מעזרא ואנשי כנה״ג. 5ד) vntlctfie öttvöi׳ TQOtftjv Cotvrac tjihiO/m yevltSdcu■, xal na,(1nQ1zv61v dvutyivivTog (De charitate, cd. Francof. p. 711.) ׳") Bikknre Ha-Zttim 8, 183. L. Bl. d. Or. 1 , 41. ''״) Borst, zu d. Septuag. Borr. S. XII. '") D. rcl. Poesie d. Zuden in Spanien 142, 146. יי) Delataim 11-Variach, d. G. A. S. 3, b. Ilkbrr -Sjimdjp uni) Boi: Dr. Friede. Müller. (Schluß). Die Sprache ist zwar Ausdruck des Gedankens, aber fern davon, eö in der Weise zu sein, wie eö die Logik vorschreibt. — Wäre dies der Fall, so wäre eine Mannigfaltigkeit der Sprachen, wie wir sie vor uns haben, ganz 937277

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