Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 26 (28.6.1861)
- Date
- 1861-06-28
- Page
- Seite 229 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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229 mit tm 3 5iMrtpmiiii!, Raschi, Aben-Esra. Raschbam, Ramban, Sforno, Tel. Aron, Bai Ha-Tnrim, Kl. Massorn, Minchat Schai, Eomm. zu Jon. mit? Trg. Jerusch. und cincm Snpcrkommentar zu Abc» Esra (v. Heransg.) heransgegeben. Die Ausstattung ist prachtvoll, und das Werk wird sichrrlich die größte Verbreitung finden. / Prag. 23. Juni. So eben bat eine Monografie v. fliapop. über die Hirfch-Frantcl-Affaire die Presse verlassen. Man erwartet hier, daß Frankel der an ihn gerichteten Aufforderung ent'prechen werde *) 4- Prag. 21. Juni. Diese Tage sah ich in einer hicfigen Kunsthandlung unter den PortraikS der ezechischen Bilder Palacky, Rieger, Brauner u. s. w. auch das des — Predigers Dr. I r l l i n c k! Rechnen die Ezcchcn, von dem allerdings slavischen Namen Jellinck geleitet, den Prediger der Wiener israelitischen Gemeinde zu den ihrigen, oder ist cs nur, mit mit Herrn R i e g c r im Ncichsratl, zu reden, ״um ein Geschäft zu machen V‘ D. Nikolsburg, 19. Juni. In Nr. 7 d. Bl. wurde von d. wackern Rabb. 1)1׳. Duschak die Bcsorgniß ausgesprochen, daß durch den Minislrrial-Erlaß vom Nov. v. I. bezüglich der Besteuerung der übcrficdeltcn Israeliten nach andern Kultus-Gemeinden, die erste Frage im Thalmud Kituschiu drückend aus vielen Gemeinden Mährens lastcu werde. Gestatten Sie mir daher einem Faktum durch ihren vielgclcsenett B. l§1). Verbreitung zu verschaffen, das als Vorbild empfohlen zu werden verdient und zur glücklichen Lösung der brennenden Frage בסף כ*נ״ל führen dürfte. Bald nach dem Bekanntwcrden gedachten Erlasses, wandte fich der hiesige Gemcindevorstand mit einem Ansuchen an die in Wien zuständig gewordenen Nikolsbnrgcr, ihre Muttcrgcmcindc durch ihren Austritt nicht der Auflösung und dem Zerfalle znzuführrn, und entweder freiwillige jährliche Beiträge oder ein Pauschale ein für allemal der Gemeinde zuzuwcndcu. Denn, so motivirte der Vorstand mit Recht sein Verlangen. wenn auch keine gesetzliche Verpflichtung sie zu einem Beitrage nunmehr verhalten könne, so haben sie denn doch noch die moralischc Verbindlichkeit ans sich ihrer Stammgemeinde hilfreich beizusteheu; indem sämmtlichc Kultus-Anstalten mit den dazu nöthigen Funktionären qualitativ und gnankitativ, immer im Veehältniß zu der Zahl der Gemeinde-Mitglieder ins Leben gcrnfen und erhalten werden. Verringert fich nun die Zahl der Gemeindcangchörigen in beträchtlicher Weise, so stellt sich eine Nednziruug der für Funktionäre sowie der Anstalte als nothwendig heraus. Da aber eine solche Reduktion augenblicklich ans manigf. Gründen nicht bewerkstelliget werden kann, so liegt es klar am Tage, daß den Zurückbleibenden die Snstentation der Gemeindeanstaltcn mit dem dazu nöthigen Personale nicht allein zur Last gelegt werden darf. Der Erfolg dieser begründeten Darstellung war, daß sogleich die namhafte Summe von 5400 fl. von nur 12 Personen gezeichnet wurde. Es steht bei der bekannten Opferwilligkcit nud dem Gercchtigkeitssinnc unserer frnhern Mitbürger zu erwarten . daß der hiesigen Gemeinde auf diese Weise ein ergtebiger Betrag für ewige Zeiten gesichert werden wird. y. Trieft, 23. Juni. Das Religionsbuch Emnnat Omen von rem Prcd. und Neligionslehrcr Z i l 1 z in Pest wird hier in italienischer Ucbersetznng erscheinen. Der Religionölchrer Kaftiglioni wird die italiänisch-jüdische Literatur mit diesem Werke bereichern. *) Die Schrift selbst liegt mir bereits vor. Ich bemerke vorläufig, daß die Polemik S. 31 ff. Hrn. X. in Frankfurt betrifft. Das Motto will mein verehrter Freund X. nicht auf sich, sondern auf Dr. A. angewcndet wissen, dessen Schrift er bespricht. L. Tarnopol, 18 Juni. Wir schloffen nnscrn 3. Br.icf ans Galizicn mit den Worten: ״Gründet eine Rabbinerschule in Lemberg oder Brody. Nur dieses ist das Mittel zu einer geistigen Degeneration Galiziens." Wir dachten damais nicht an die sobaldige Verwirklichung unseres schönen Traumes. ״O wie schön, in dem wir hoffen Ist das Glück schon cingetroffcn." Den israelitischen SchulfondSantlieil aus dem kath. Schitlfondö auszuschkiden zur Errichtung eines SemiuareS in Tarnopol und anderer Anstalten war die lange vergebliche Mühe des sei. Josef Perl. Es bedurste eines UmschwungrS in den staatlichen Verhältnissen, um dem Volke zu geben, was des Volkes ist. Das suuur cuiqtie ließ lange Jahre auf sich warten. D. t Triest, 22. J»ui. Der Pentateuch mit italienischer liebersetzung von Prof. Samuel David L u z z a l t o wird in Kurzem ganz vollendet sein׳, nur die Haftaroth zum Dentcroiiomium sind noch nicht versendet. Die Ausgabe kündigt sich als f. Israeliten bestimmt an, um Niemanden zu täuschen; dieselbe enthält durchaus keinen gelehrten Apparat, und ist gcwiffcrmaffen ein jüd. AndachtSbnch, dessen sich besonders die ailsmerkfalucti Zuhörer der synagogalen Thoralektioncn, so wie ein Schulbuch, dessen sich die jüd. Jugend mit Nutzen bedienen wird. Es ist daher unbegreiflich, wie Ewald au dem Zusätze ״für Israeliten" Anstoß nehmen konnte. Die Uebersctznng: ״nn vontcr cli Dio" (1 M. 1, 2) bat viele Autoritäten für sich, zu denen in Betreff der SchriftaiiSlegung jedcnsalls auch Lnzzatto zu zählen ist. Die Pentatenchansgabe erfreut sich bei den italienischen Juden einer sehr freudigen Aufnahme, und wird sich auch ohne Zweifel auch außerhalb Italiens Bahn zu brechen wissen. Literikrische Anzeigen. Handbuch der Einleitung in die Apokryfen. Erster Theil. Judith und die Proseten Esra und Henoch. Von Dr. Gustav Volkmar. Profeffor der Theologie an der Nniversität Zürich. Erste Abtheilung Judith. Tübingen, Fucs, 1860. XII, 272 S. 8". Nach diesem Werke ist das Buch Judith (!מעשה והוריו־) die dichterische Erzählung des geschichtl. Sieges JndäaS (Judith) über Qnietus, den Legaten des römischen Kaisers Trajanns (reg. 98—117 nach Ehr.), eines neuen Nebukadnezar und ebenso argen JudenbedrückerS, nach dessen siegreichen Kriege gegen den scheinbar nnüberwindtichen Ncu-Medcr oder Parther. Diese Ansicht ist übrigens nicht etwa vage Kombination sondern Ergcbniß historischer Forschung. Sie basirt auf der Konkordanz des Buches Judith selbst, der griechisch-römischen (namentlich Dio Cassiiis) und der jüdisch-christlichen Quelle,lfragmente zur Judith-Geschichte. Gedichtet ist dieses Geschichtsbuch nach Volkmar iil der Hülle alttestamentlichcr Sprache zur Feier der jüdischen) Siegestage des Adar nach Trajanns' Tod. im besonderen zur ersten Feier des Trajan-Tagcs (יו□ טלריימס) vom I. 118 unserer Zeitrechnung, Ende 117 oder Anfang 118, nicht früher, aber auch nicht später. Das Thema des Buches ist der Preis Judäas ob seines trotz weltlichen Schwachheit doch herrlichen Sieges über jenen mit unbedingter Vollmacht gegen das heil. Land cutsendeten Feldherr» des neuen Nebukadnezar, der so eben nach dem Sturze des scheinbar unbczwinglichec ParthcrreicheS einen unwiderstehlichen Siegeszug durch einen Theil Asiens gehalten hatte. Quietus sollte wol dafür, daß die Juden im Kriege gegen ihren Todfeind zu dem Parther gestanden und daß sogar die Ausstände in Mesopotamien gegen TrajgnnS von Inden atiSgegangcn