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Ben Chananja · 1861-06-28 · 26 (28.6.1861) · p. Seite 230

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
26 (28.6.1861)
Date
1861-06-28
Page
Seite 230 (sequence 8)
Language
German
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230 trarrn, schwere Rache nehmen am heiligen Lande. Polemos'schel Kilos. Welche Nöthen dieser thränenreiche Krieg über die Juden gebracht hat, bezeugt folgende Stelle. על עטרר בלות NN בסולסום של קיטוס ושלא ילמד אדם את בנו יונית• Doch mitten in seinem Siegesläufe ward QuietuS von dem eifersüchtigem mehr Ehrgeiz als kriegerischen Mnlh besitzenden HadriannS, der den TrajannS gefolgt war, gehemmt und seines Amtes eutsetzt. Judäa ging wirklich mit Ehren gekrönt wegen seiner treuen Festigkeit und seines unerschütterlichen Vertrauens auf die Hilfe seines Gottes, der eS noch nie zu Schanden gemacht, aus diese,-., Kriege gegen Rom hervor. בך יהוה חסיתי אל אבושה לעולם war seit jeher das wunderthätige Stoßgebet des vielgeprüften Gottesvolles. Nicht lange nach seiner Entsetzung ward QuietuS auf Befehl des Kaisers HadrianuS hingcrichtet. — Ursprünglich war das Judithbuch «ach Volkmar in den, hebräischen Dialekte des Sanyedrin geschrieben, ilt uns aber im Originale nicht erhalten. Die hebräis. מעשי יחודית oder מגלות find bloße Netterzählungen nach dem überlieferten übersetzten Tcrte. Bei der Abfassung des Buches hatte der Bcrfaffcr äugenscheinlich das Esthcrbuch vor Augen und namentlich bei der Schilderung der Judith diente ihm die Esther als Vorbild; daß er die griechische TerteSrczenfion vor sich hatte, ergibt sich aus der Vergleichung einzcl- ״er Stellen beider Bücher. ״Das Buch ist eine Erzählung des wirklichcn Sieges wie Krieges Judäas gegen den siegreichen Feind der Partl>cr TrajannS, zwar in poetischer Form und von spczisch jüdischer Anschauung aus, aber doch nach seinem ganzen Verlaufe im Oriente des Inden. Nicht durch abenthenerlichc Zusammenwürselungen des Heterogenstcn hat eS ttl diesem Kriege anscuern, sondern durch die Schildernng des errungenen Sieges, nach so viel Gefahr vorher, die Feier dieses Sieges am 12. Adar 118 verherrlichen wollen. So freilich hat es auch zur festesten Treue weiter ermuntert; und die sichere Hoffnung seines Volkes für die Zukunft ausgesprochen." Aber trotz deS ruhmreiche״ Erfolges gegen den allgewaltigen TrajannS und der fast wunderbaren Errettung Judäas konnte man doch nicht laut triumfiren; man mußte den Jubel verstecken. Durch die Siegestage des Adar veranlaßt, verglich man den neuen Sieg mit den errettenden Thaten Esthcr'S und JndaS Makkabäus oder man feierte diese Siegestage vereint in den neuen Tage des Sieges über den Tyrannen TrajannS. ״Aber man mußte doch auch seine Haupterbauung suchen im Rückblick auf die ganze Vorzeit ähnlicher Knechlung und Ermattung. Sie bot dem Gemälde der neuen Errettung nicht bloß dir alttestamentliche Sprache, sondern auch die Farben. Die Darstellung läßt daher durchgehends Reminiszenzen ans ältester und sonstiger früherer Zeit erwarten." Nebukadnezar — TrajanuS, Affur seit jeher der Nrfeind Israel'» ist leicht zu deuten, Arfarad der Meder König — der Neu-Meder oder Parthrr, Ekbatana mit der umständig geschilderten riesenhafte Befestigung — Abbild der ganzen scheinbar nnbezwinglichen Macht des Parrher-ReicheS, Judith- Jndäa, Olophernes nur ein typischer Name für QuietuS, die übrigen Personennamen leuchten einfach als allegorisch ein. Doch dieser herrliche Sieg Judäas über Trajan'ü Feldherrn QnietnS im Anfänge der Regie« ruug Adrianus ist von dem unter diesen Kaiser schließlich erfolgten Krieg und Ruin Judäa'S für daS allgemeine Bewußtsein völlig verschlungen. Ich übergehe die Gräuel dieses Krieges; die Hand muß erzittern beim Nicderschrcibcn, das Auge mit Thränen sich füllen beim Lesen dieser LeideuSepochc des vielgeprüften Volkes. Nach einem so billigen mit jenem glücklichen Siege über TrajanuS so fruchtbar kontrastirenden Drama war eS kein Wunder wenn daö Buch mit so schrecklich vereiteltcr Hoffnung den Inden unerträglich ward. Es ging nunmehr an die Christen über, von welchen cs jedoch nur nach seiner erbauenden Seite und so ganz nach Maßgabe seiner Einkleidung aufgefaßt wurde. So hat es sein geschichtl. Verständniß völlig verlieren müssen. Es wurde ein reines Räthscl. — Durch diese Behandlung Volkmar'S aber ist dieses so räthselhaste alte Schriftdenkmal zu einer für den parthischen und brsonders den jüdischen Krieg unter TrajanuS und im Anfänge Adrianus, ungemein wichtigen historischen Quelle geworden. Sic bietet uuS die vollständigste Erzählung von diesem Kriege. Welche Bedeutung dadurch diese jüdische Quelle für die alte Geschichte gewinnt, liegt klar zu Tage. Und hiemit empfehlen wir diese gediegene Arbeit Volkmar'S vom ganzen Herzen allen Freunden der jüdischen Literatur nicht minder als Theologen und Geschichtsforschern. Dr. Alois Müller. Berichtigung. Die Form חסלרינה ist durch Jesaj. 60. 8. Sanh. 1, 17. Ezcch. 16. 55 vollkommen gerechtfertigt, wodurch die Ausstellung S. 222 d. Bl wcgfällt. M. Ziltz. Offene Korrespondenzen der Expedition. vr. z. in G. das Buch folgt nach Eingang von Berlin. — D. L. Buk. Slav. 8 fl. empf., Hamagid weiter bestellt u. direkte beordert, ebenso nach Gyöngyös u\; folgt einstw. mit ״Ben Chan." — M. A. Bukarest. daS Gewünschte von Jellinek in 4. mit and. Nr. gesandt *V6 ו verwenden Sie sich für das Blatt (U. Beil.) Sic haben ei» großes Feld!' — E. S. Mantua. ״Beleuchtung" abgeschickt, Nachricht über ״die Juden in Ungarn" nach Empfang nach Pest. — Asher & Co. Berlin. Eingabe bei d. Post-Direkt. 76 c. zur strenge» Recherche, wo die wöchentl. abgcsandten Nr. 4—2l geblieben sind. ff. pr. Leipzig. — S. D. Tarnopol. Einlage log!, abgeg. Pro beb l. später/ oder direkte von Darmstadt. — I. N. Silbcrgasse N. D. geehrte Aufträge erwarte» zum l. Juli! — M. F. z. Z. in Os. Schüttenhofen wird besorgt. Für unsere P. T. Abonnenten insgcsammt erlauben wir uns hinzuzusügen, daß wir auch im 2. Semester, so oft eS die Umstände erforden», Beilagen politischen Inhalts bringen. Außerdem werden von Zcit'zu Zeit werthvolle hebräische Beilagen den wissenschaftlichen Werth des Blattes noch mehr erhöhen; auch wird mit Nr. 27 eine kl. Zusammenstellung der neuesten literarischen Erscheinungen gegeben und in der Folge so oft wiederholt werden, als hinlänglich Stoff dazu vorhanden, so daß auch in dieser Richtung unsere Leser sich bestens orientiren können. — Gcfl. Beiträge hierzu, werden ״als Inserate" >uit Dank Anfuahmc finden. 0V Die in diesen Blättern angezeigteu und besprochenen literarischen Erscheinungen sind stets durch unsere Vermittlung z» erhalten; die meisten sind gleich vorräthig, andernfalls wird das Verlangte schnellstens besorgt! — Heute erlauben wir u»S die verehrt. Leser darauf hinzuweisen, daß daS in der Beilage augczcigte ״M a ch s o r" sowol komplett zu den angegebenen Preisen, als auch in der 4. Ausgabe in 20 vierzehntägigen, 10—11 Bogen starken Licff. zum Preise von 56 kr. auf Druckp-, und 70 kr. ö. W. auf Velinpap. zu beziehen ist. Buchh. Sigmund Burger in Szegedin. Szegedin, Leipzig, Verlag von Sigmund Lnrger. Lommissions-Verlag von Franz Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szegedm. Beilage: Prospekt, ״die Festgebete der Israeliten" v. M. Sachs.

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