Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 25 (21.6.1861)
- Date
- 1861-06-21
- Page
- Seite 221 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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221 iimtifdic Wisse» (labe, noch nicht befähigt bin cinem Rabbinate vor,zuticbc.t, ta ist Ct? Gcwisseusache der Gemeinte auf ein solches Veto zu hören. Woher aber koiiimt ihm die Ueberzeugnng von meiner unaiiü- ,eichenden Kenntniß in der rabbinischen Theologie: er bat niir ja gar nicht ans den Zahn gefühlt, ihm waren!a meine Belege genügend? Oder sollte, was für 4!. anSreichend war, für T. nicht ausreichend ׳ein's Was mag der Beweggrund dieses Herrn sein, sich einer solchen Jnkonscancnz schuldig zu machen? Sollte cS verletzte Eitelkeit kein ,veil ich seine Approbation und sein Ercqnatnr nicht nachgesucht habe? — warn»׳, blieb er für N. gleichgiltig? Es muß also eine andere Ursache zu Grnndc liegen, die cS nicht verschmähet. zu solch' gemeinem Vorwanke ihre Znsiucht zu nehmen; doch die Ursache möge welche immer sein, ich mnß meine Ehre wahren: ich will vorerst vor ihn hintretcn, mich bei ihm einer strengen Prüfung unterziehen, und ihn so nöthigen, sein über meine rabbinischc Befähigung gefälltes Urtheil zu widerrnsen, sollte dies aber, wie ich vcrmiuhe keinen Erfolg Hab.׳», da, wenn es ihm nur darum zu thun gewesen wäre, er ja nur diese Forderung zu stellen brauchte ohne zur Vernnglimpsiing nnd Herabsetzung zu schreitcn — dann, nun G. s. d. in Israel ist die theologische Behörde nicht hierarchisch zng.sspitzt nnd jene genießt das größte Vertrauen. die an Gelehrsamkeit und Ehrenhaftigkeit hervorragt, an die zu appeliren der Weg mir offen steht, und das glaube ich mir und der Gemeinde!chuldig zu sein, wicwol der. Vorstand keine neue Legitimationen forderte, an mir aber ist es dcltnoch das Mißtrauen, das sich vielleicht doch bei Einigen entschleichen dürfte, gänzlich zn beseitigen. Die Hände mnß ich freilich jetzt in den Schooß legen, auch die Organisirung einer Schule beruhen lassen, die Gegner — bei welcher noch so heilbringenden Einrichtung gebe es nicht solche — hätten jetzt leichtes Spiel selbe zu vereiteln. Nun hoffentlich wird cs bald entschieden sein nnd ich werde kann mit um so größerem Eifer, mit um so größerer Lust und Liebe an uieincn heiligen Berns gehen nnd hoffentlich auch einen empfänglichcn Boden in meiner Gemeinde finden.! wartet haben mochten, um so willkommener war dieselbe. Die meisten I dieser Schulen sind erst vor nicht langer Zeit ans ihrer vicljährigen I Lethargie wachgerüttclt worden und noch zu keinem solch' kräftigen Lebe n gelangt, daß ein Rückfall nicht möglich gewesen wäre, i Diese Behauptung setzt wol Ausnahmen voraus; doch ist'ü eine! offcnkundlgc Thatsache, daß noch immer Lehrerwanderungcn nicht zu de n; Seltenheiten gehören, und daß die bestehenden Schulnormen in einigen jener Lehranstalten nur zum Theile, in anderen noch gar keinen Ein- , gang gefunden haben. So z. B. fehlt cS hier nicht an Stimmen, die mindestens 45 wöchcntl. Lehrstunden cingeführt wissen wollen. Es wäre ja dieses ein konservatives Mittel zur Lösung der jetzigen unverkennbar i schwierigen Schnlfragc, wenn's auch nicht wenig nach dem lieben Che- 1 dcrstimme riecht. j Jedoch unsere Schuldircktion — würdig vertreten durch uusercn gelehrten greisen Okbbihcit Hrn. Abra h a in F r e u d c r nnd den Hiti sigen verdienstvollen prakt. Arzte H. Ed. KanderS — weiß den Ansprij chen der Zeit vollkommen gerecht zu werden, und brachte eine Vermeh- ' rnng der Lehrkräfte in Anregung. Der schöpferische Geist unseres acht-! baren Vorstandes, der bei manch' löblichen Jilstitiltioncil ohne Opfeischeu die Schwingen hob, läßt uns ein williges Entgcgcnnchlucu des j an ihn gestellten Antrags erwarten, und die KonkurS-AnSschccibnng we- , gen eines Lehrers steht sicherlich in nächster Aussicht.! 81 .... b. j Lemberg, 13. Juni. Das hiesige Amtsblatt von heutigem; Dato bringt folgende Bekanntmachung : | Nr. 15,801. Laut Erlasses des hohen Staats-Ministeriums vom 21 ׳. Februar 1801 Z. 9917/180 haben Se. k. k. Apostolische Majestät Allergnädigst zu genehmigen geruht: 1. daß in Galizien eine mit den Rechten einer öffentlichen Lehranstatt ausgcstattete Nabbinatschnle errichtet, nnd der Kosten-Aufwand, in so weit solcher nicht ans einheimischen Quellen gedeckt werden könnte, aus dem dermal mit dem katholischen vereinigten israelitischen Schulfonde bestritten werde; ferner Korrespondenz. Inland. Prosinitz, im Juni. Keine Gemeinde Mährens kann sich einer so bedeutenden Zahl junger Männer rühmen, die auf dem Gebiete der Wissenschaft ihre Earriüre gemacht haben. Aber auch eine militärische Notabilität besitzen wir in der Person des Hrn. Moritz Funk, welcher seine Stellung als k. k. Linienschiffs-Lieutenant und Kommandant in Ehren eiunimmt, ohne vom Glauben Jsrael's abgefallen zu sein. Der Segen des Gottes Jsrael's möge den trefflichen und tapferu jungen Offizier auf allen Wegen nnd Stegen begleiten. Großwardein, im Juni. So eben hat hier bei Tichy ein in ung. Sprache abgefaßtes Gebet für Fürst nnd Vaterland die Presse verlassen eine Erscheinung, welche vielen Rabbinen in Ungarn sehr willkommen sein wird. Rendek. in Juni. Der hiesigen Volksschule, so wie denen zu Zala-Egerszcg, Zala Liwü, Lendva', Keszthcly, Tapolcza, Sz. Grüth und Küvngüörzö ist von Seite der Hohen königl. ung. Stalthalterei ras provisorische ÖffcntlichkeitSrecht verliehen, nnd das diesbezügliche Jntimat den betreffenden Gemeinde-Vorständen dieser Tage ämtlich zugestellt worden. So wenig diese Gemeinden beim Standpunkte der jctztigen politischen Verhältnisse eine amtliche Einsprache in ihre Schnlantonomie er- 2. daß der israelitische Schulfondöantheil aus dem katholischen j Schulfonde mit dem zur Zeit seiner Einverleibung bestandenen Kapitalsbetrage in 5"/״ Obligation im Nominalwerthe auSgeschicdci:, sofort der Verwendung für israelitische Schul- und Unterrichtszwecke zurückgegeben werde; dann 3. daß von der bisherigen Forderung der Gymnasial- und filososischeu Studien für die Rabbinatskandidaten in Galizien abgestanden nnd sich mit dem Beweise der Bildung, welche das Uutcrgymnafluni bietet, begnügt werde. Dies wird zur allgemeinen Kenntniß mit dem Beisätze gebracht, daß die Verhandlung wegen Errichtung der Rabbinat-Schule in Lemberg mit dem Bestreben, daß solche mit dem nächsten Studienjahre in das Leben trete, in Angriff genommen wird, ferner, daß die Ausscheidung des israelitischen Schnlfondeö mit Beginn des Verwaltungs-Jahres 1802 d. i. mit 1. November 1801 erfolgen werde. Lemberg, am 28. Mai 1861. Von der k. k. galiz. Statthalterei. Der 3. Punkt dieser Bekanntmachung hat im Lager der Orthodoren ungetheilte Freude hervorgerufen. Dieser Punkt zeigt auch die Kluft zwischen den hiesige» und den deutschen BildnngSznständen. In Breslau muß der cintretende Seminarist sich answeisen, daß er die Lchrgegenstände des UiitergymnasiumS iuue habe. Bei uns soll von dem Rabbiner nicht mehr verlangt werden, als daß er die Bildung eines Untergymnasiasten besitze. Wird es aber mit diesem Minimum genau genommen werden? Das ist die Frage! Wenn dies pünktlich geschieht.