Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 25 (21.6.1861)
- Date
- 1861-06-21
- Page
- Seite 220 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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220 1. Der Sohn *0, der das Wort') bewahr, wird frei von Unglück sein; wer eS übernimmt, übernimmt auch ihn**). 2. Der verleumderische Lügner rede nicht zum König 9), und keine Lüge komme aus seinem Munde. 3. Ein Schwert ist des Königs Zunge, nicht Fleisch, wer ihm verfallt wird zerrissen. 4. Denn wenn sein Zorn entbrennt, verzehrt es (das Schwert) die Menschen mit den Sehnen, — cS zernagt das Gebein der Menschen, und brennt wie eine Flamme — daß sie (die Gebeine) unsreßbar werden für junge Adler. Lus J)cr -Scflpioiplic eines Miüincrs*). Aus dem Tagebuchc. Juli 837. Eine Woche neigt sich schon zu Ende. Jeder Andere an meiner Stelle benützt die erste Woche wenigstens sich recht 0 D. h. der Jüngling, wie Spr. 7, 7. HohcSl. 7. 7. ׳) Sein eigenes oder das ihm anvcrtrante Gehcimniß, oder sonst eine bcwahrnngöwürdigc Sache: vcrgl. 1 M. 37, t l. Ewald denkt an das, ״was man später griechisch den Logos nannte." Davon ist aber im Texte nicht die geringste Spur. H) Wer in den Besitz eines Geheimnisses kommt, bekommt zugleich die Person in seine Gewalt, welche ihm das Gehcimniß anvcrtraute, indem dieselbe abhängig von ihm wird. Ewald meint daß ״der welcher das Wort von oben das er Hort, wirklich in seinen ganzen Willen ansnimmt, mit ihm Gott selbst in sich anfgenommcn." Er sindet selbst, cs sei dies ״sehr kühn" gesagt; nach reiflicher Ueberlcgung wird er aber wol selbst zngebcn, daß cS nicht hebräisch gesagt sei. ") Statt des oben hcrgestelltcn Textes las der gricch. Uebers. כזב מלש;ן Daher s. Uebers., welcher Ewald folgt. Allein שקר מלשון למלך אל יאמר ist so unhebräisch, daß es in dem ursprünglichen Texte unmöglich vorausgesetzt werden kann. Der Schluß, den Ewald ans 2. l». auf die AbsassnngSzeit der vorliegenden Bcrse zieht, beruht aus der Bvraussctznng, daß hier ״König" das Subjekt sei; bei nähere Betrachtung wird mau doch schwerlich verkennen, daß das Subjekt ans dem ersten Stichon suplirt werden müsse. Uebcrhanpt dürste cs gewagt sein, aus einigen ziemlich allgemein klingenden Aussprüchen die Abfassnngszeit derselben bestimmen zn wollen. Wollte man jedoch in der unverkennbaren Anwendung älterer biblischer Redensarten die Spuren tiefer Jugend erkennen, so würde man sich versucht sühlen, bis in die Zeiten des HcrodeS hinabzusteigcn. Mindestens bietet die Geschichte des Letzter» einen sehr passenden geschichtlichen Hintergrund für die Beschreibung des königlichen Schwertes, welches, gleich der Feuerflamme, seine Opfer so verzehrt, daß für die Raubvögel nichts davon übrig bleibt: HcrodeS ließ nämlich diejenigen, welche unter Leitung des Juda Sohn SarifäuS und Matthias Sohn Margalath'ö den Adler vom Tempelportale herabgerissen und zerstört hatten, dem Flauimeutode preisgeben. Jos. Alterth. XVII. 6, 4. Ende. Der Eiuwurf, daß bei dem srühern Abschluß des Bibclkanons an eine Anspielung auf Herodes nicht gedacht werden könne, ist heutzutage von keinem Belange, indem unzweifelhafte thalmudische Nachrichten die Abschließung der heiligen Büchersammlung in die Herodäische Zeit hinabrücken lassen. S. Grätz 3, 561, 582. Auf die das. angef. Stellen gestützt habe ich d. Abschl. d. K. vor d. Ersch. der Gr.'schen Geschichte in die Zeit Hillels verlegt (ha- Masthrach §- 33). *) S. vor. Jahrg. S. 181, 289, 416. zu orientiren und zn sondiren das Feld, wo er zn wirken beginnen soll; mir ist es versagt. Meine Stelle, schon die Art und Weise, wie ich zn ihr gelangte, scheint überhaupt Exzeption zn sein: die ersten Tage, die Honigcpochc des RabbinatS, muß ich einsam znbringcn, der größte Theil, die haute volee dazu ist abwesend und jede Anskunft mir verschlossen. Ich habe freilich Muße über meine zn beginnende Wirksamkeit nachzndenken; aber worauf soll ich erst mein Augenmerk richtend ES ist Alles so wirr, nichts geregelt, dazu wehet noch in der Gemeinde ein so eisiger Hauch, die Hinterlassenschaft der jahrelangen Kämpfe nnd Parteiungen, die der Brodneid hier angesacht und unterhalten hat. Die Gcmcindcglicdcr einander näher zu bringen, daß sic in Freundlichkeit nnd Innigkeit sich einander anschlicßen nnd den alten Groll gänzlich fahren lassen. das sollte freilich meine erste Sorge und mein erstes Bemühen sein: so lange das. herzliche Einvernehmen nicht stattfindet zwischen den Gemeindeglicdcri!, so lange noch disharmonische Nachklängc vibriren, ist dem thatkrästigcn Wirken kein gutes Prognostikon gestellt, jeder Antrag würde ans einen Widerstand stosscn oder an Theilnahmlosigkcit scheitern. Zur Erzielung der Bcrbrüdernng und des guten Einvernehmens gehört aber wieder ein wohlerworbenes Anrecht aus das Vertrauen sämmtlichcr Familien, das aber wieder nur erst in Folge anerkannten eifrigen nnd nncigennützigen StrcbcnS und Wirkens zu Theil wird. Eines setzt das Andere voraus, das Wirken die Perbrüderung und das Verbrüdern das Wirken, wo soll ich in diesem Zirkel den Ausgangspunkt suchen? — Von Unten nach Oben, das ist systematisch. Eine Gcmeindeschnle ins Leben rufen, darauf sei das erste Augenmerk gerichtet. Bei einer Schule sind alle Familien bcthciligt, alle intcrcssirt, die Bildung der Kinder liegt allen Vätern am Herzen, da ist am wenigsten Widerstand zn erwarten, am wenigsten zn fürchten, daß der alte Parteikampf störend einwirken werde. Der Antrag einer Gemeindeschnle wird zugleich der Probierstein des gediegenen Inhaltes meiner Gemeinde sein, ob es ihr Ernst um den Fortschritt sei, ob sie das Herz habe, wo cS Höheres zn erstreben gilt, allen kleinlichen Zwist und Hader zu vergessen, nnd ich werde wissen, was ich in meinem Streben und Wirken von der Gemeinde zn hoffen und zn erwarten habe. Juli 837. Ruhig meine Seele! ruhig mein Herz! Ich bedarf der Besonnenheit, der ruhigen vernünftigen Neberlegung, darf von keincr heißblütigen Aufwallung mich zn einem vorschnellen Entschluß, zn einem übereilten Schritt verleiten lassen, denn cs ist nicht blvS die Existenz, es ist eine Ehrensache, die ich anözufechtcn habe. Ans Vieles war ich gefaßt, tch wußte, daß Ansechtnngen meiner warten werden, daß cö nicht ganz spiegelglatt auf dem Fahrwasser dieses Standes hingeht, glaubte aber selbe nur innerhalb der Gemeinde in Folge der MeinnngSvcrschikdcnhcite» zu begegnen; daß aber von Außen her der Fehdehandschuh mir hiiigcworfcu werden sollte, daß nicht die Frage: Sein oder Nichtsein aufgeworfen, sondern einfach das Nichtsein eigenmächtig dckretirt werden sollte — nein, das konnte mir nicht in den Sinn konimen, das hätte ich nicht geahnt. Darum also die Kälte und Zurückhaltung der eiiiflnßreichen Mitglieder bei ihrer Heimkehr, darum die Verlegenheit und die Ausflüchte, wenn ich vom Ordnen oder Regeln der Gemeinde-Angelegenheiten zu sprechen anfing, sie wollten mir nicht weh thun, und wer weiß, wie lange dies noch gedauert, wenn ich nicht selbst, in diesem plötzlich eingetretenen gezwungenen Verhältnisse mich unheimlich fühlend, Auskunft über diese Wandlung verlangt hätte. Ich habe es ihnen angesehen, wie schwer eS ihnen ward mit der Wahrheit heraus zu rücken, nnd doch waren sie froh daß ich die Jnitative ergriffen habe, sie hätten das Herz nicht gehabt, mich von dem in Kenntniß zu setzen, was meiner wartet. Ein Veto des — Rabbiners gegen meine Ausnahme hier heißt die Beschernng. Ich weiß zwar nicht, ob dieses in seiner Amtsgewalt liegt, ob die Gemeinde eS beachten muß, er hat aber sein Veto dadurch motivirt, daß ich nicht das thal