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Ben Chananja · 1861-06-14 · 24 (14.6.1861) · p. Seite 213

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
24 (14.6.1861)
Date
1861-06-14
Page
Seite 213 (sequence 7)
Language
German
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213 in den Händen zu trogen Pflegt), und) wieder Andere mit — ihrem Schnurbarte.'! Da nun im Türkischen die Uhr ״S ah t", die Perlenschnür ״T i s p i ch" und der Schnurbart ״M u st a st «״ heißt, so findet der Vers, diese Unarten schon in den .Klageliedern angedeutet, u. z> Kap. 3. V. 8.: □TW; denn Uk^-Saht; N^Tispich; L—Mustastu!! Uebec solche barocken Einfälle kann man aber hier noch in Entzückung gcrathen. fl. Königsberg, 11. Juni. Eine originellere literarische Notiz, als ich Ihnen heute mitzutheilcn habe, ist Ihnen wol schwerlich jemals mitgctheilt worden. Vor Kurzem ist eine neue Ausgabe des Noda Bihuda erschienen, in welcher der Inder der Prager Ausgabe abgcdruckt ist. Nun ist aber die neue Ausgabe nicht der Prager konform, so daß der Inder natürlich nicht paßt. Findet sich in der Geschichte der Vnchdruckerci ein Beispiel für solche Gedankenlosigkeit? Berlin, 5. Juni. H o l d h e i m'S hinterlasscnes Werk, מאמר ׳האישות in welchem der Verfasser zu Gunsten des Sadduzäismus und Karaiümus plaidirt, macht nicht geringes Aussehen. Dasselbe wird ohne Zweifel eine ganze Reihe von Streitschriften provozircn. ß. Frankfurt am Main, 10. Juni. Zum tiefsten Bedauern aller Freunde des Fortschrittes hat der hiesige Rabbiner Stein sein Amt niedergclegt. In einer so eben erschienenen Brochüre setzt er die Motive seines Rücktrittes auseinander. Odessa, Anfangs Juni. DaS in russischer Sprache redigirt c jüdische Blatt, wird in der Folge von vr. Pinsker, dem Sohne deS rühuilichst bekannten Vers. d. ״Likute" redigirt werden. Inland. 8- Wien, 16. Juni. Sie werden wol schon von der neuen Broschüre ״Belenchtung des Frankel'schen Streites" vernommen haben, welche ein anonymer Hirschianer veröffentlicht hat. Es ist wahrhaft lächerlich, wenn diese Leute von ״wissenschaftlich durch Beweise begründeten Behauptungen" sprechen, die Hirsch in seinen maßlosen Angriffen auf Frankel angeblich angewendet habe, während sie selbst fortwährend die krasseste Unwissenheit an den Tag legen. Jene Broschüre enthält an sich gar keine nenen Argumente für die Fischer und Hirschischen Angriffe, sondern wiederkäut nur das in den Artikeln des ״Jeschnrnn" Gesagte, ohne irgend eine Spnr von tieferem Eindringen in den Geist des Thalmud's. Frankel und seine Freunde stehen viel zu hoch, um solch leeres Gewäsch einer Entgegnung zu würdigen. Ein Beispiel der Unwissenheit jener BrochüreschreiberS will ich nur anführen, vr. Beer hatte in seincm Aufrufe gesagt, daß MaimonidcS noch ganz andere Dinge in seinem More behauptet habe, welche der vulgairen Orthodoxie damaliger Zeit zum Anstoß gereichten. Hier fragt nun der Broschürenschreiber, ״für wen Vr. Beer dies geschrieben habe?" — Si tacuisaes tilosofus mansisses! Wer den More nur einigermaßen kennet, weiß welche Ansichten darin anfgestcllt werden, die nicht bloö nach der Auffassung der damaligen, sondern auch noch Vieler in der heutigen Zeit, allerdings im Stande sind den Offenb a r u n g sglaub e n zu beeinträchtigen. Maimonides hält die göttliche Offenbarung an Moses für eine rein geistige, ohne Intervention der Sinne (I, 21.), erklärt die Erscheinung der 3 Engel an Abraham, die Verrenkung der Hüfte Jakobs, den Vorfall von Bileam mit der Eselin und noch so viele andere in der Bibel enthaltene Erzählungen für bloße Visionen, die aber nicht in der Wirklichkeit statt hatten (H, 42. vergl. Nachman Kom. zu Gen. 18), nimmt die sechs S ch öp fnng s tage nicht buchstäblich an (II, 30 vergl. Abrabanels Kom. zu Gen. Auf.), scheint sogar fl, 42. wie die älteren Kommentatoren behaupten) der Meinung zngcthan gewesen zu sein, daß der Knabe den der Peofct Elias (1. Kön. 17, 17) wieder ins Leben gerufen, gar nicht gestorben, sondern blos mit einem Starrkrampf behaftet gewesen sei, wenigstens wlderkegf M. diese Meinung nicht, ferner gehet Maim. (H, 25) so weit, zu sagen, daß wenn es einen silosofischen Beweis gebe, daß die Welt von Ewigkeit her bestehe, wie Aristoteles meint, man die entgegenstehenden Bibelsteklen anderes erklären und die Ewigkeit der Welt unter gewissen Modalitäten annehmen müsse! — Dies waren wichtige Priuzipfragen. welche die Gegenpartei mit Recht in Harnisch bringen konnten; man lese nur das Schreiben des R. Jehuda Alfachar. Und solche Ignoranten. die nicht einmal wissen, was in Maim. Schriften Alles gesagt ist, wollen sich erdreisten hier ein Wort mitzureden! Prag, 3. Juni. Unsere Gemeinde ist abermals um eine humanitäre Anstalt reicher geworden, indem die seit Jahren verfallene Bcth- Ha-Midrasch-Stiftnng von der KultnSrepräsentanz neu organisirt wurde, und soll dieses Institut eine VorbereitnngSschnle für diejenigen sein, die später das Breslauer Seminar besuchen wollen. Die Einweihung dieser Anstalt, um die sich die Herren Wehli nnd Frankel die größten Verdienste erworben, war einer für jeden Menschenfreund erhebende und erfreuliche. Das JnstitntSgebäude ist mit allem Komfort eingerichtet, besonderS ist die reichhaltige Bibliothek hcrvorznheben, welche größtentheils durch wohlthätige Spenden gesammelt, den Zöglingen zum Gebrauche freisteht, Herr vr. Zacharias Frankel hat dieses Institut bereit» mit seinem Besuche beehrt, und sich über die Leistungen desselben sehr günstig ausgesprochen. In einigen Tagen erfolgt die Neuwahl der KultuSrepräseutanz nnd darf cs nicht befremden, wenn die Opposition alles aufbietet die Wahl nach ihrem Sinne zu leiten, da diese noch dasselbe Komits bildct, welches sich bei der Wahl der Stadtverordneten nnd LandtagSdeputirtcn durch seine Umtriebe so bemerkbar gemacht hat. Traurig ist eS aber, daß diese Komitömitgliedcr durchgehcnds solche Männer sind, die dem Judenthnme viel zn ferne stehen, um auch nur einen richtige» Begriff von den Erfordernissen eines KnltuSrepräsentanten zu haben; denn Med. Doktoren und Pharmazeuten oder ausgediente Kommis bedingen noch immer nicht eine genaue Kenntniß jüdischer Gemeinde- Verhältnisse. Einen harten Verlnst hat die Gemeinde diese Tage durch das Dahinscheiden des Herrn Doktor Kerpal erlitten , der als Stadtarzt nnd Fisikns, als Spitalvorstand u. Präses fast aller WohlthätigkcitSanstalten, jede Gelegenheit ergriff, den Armen mit Aufopferung beizustehen, die ihn wie einen Vater verehrten. Friede seiner Asche! Lemberg, 10. Juni. Der hics. jüd. BuchdruckerAbr. Jsak Menkes wird ein Wochenblatt in hebr. und deutscher Sprache (mit jüd. Lettern) herausgeben: ״Das Blatt wird literarische Artikel belehrenden nnd belletristischen Inhalts, Lebensbeschreibungen jüdischer Notabilitäten so wie anderer berühmter Männer, industrielle und ökonomische Aufsätze, das Neueste aus dem Gebiete der Erfindnilge» und der Literatur. Handels- und Gewerbsuachrichten, Kurszetteln, Ankündigungen von Privatnnd öffentlichen Unternehmungen nnd Lizitationen, Inserate aller Art und im kurzen Auszüge die wichtigsten Regiernngsanordnungen und Gesetze bringen, wozu ich mich bereits tüchtiger unv fachmäßig gebildeter Mttarbeiter versichert habe." Die Pränumerations-Einladung liegt uns in deutscher und hebräischer Sprache vor. Das neue Blatt kann in Gali - zien viel Nutzen stiften-, wir wünschen demselben das beste Gedeihen. O- Aus Kuoatie», im Juni. Die EmanzipationSsrage hat eine neue Schrift hcrvorgernfen: ״Beleuchtung der Herzens- und Verstandesergießnng eines anonymen Judenfeindes in der Agramcr Zeitung Nr. 87 und 8!) bezüglich der Inden-Emanzipation von S. LengSfelder, Oberrabb. in WaraSdin. (Druck v. Markbreiter in Gr.-Kanizsa.) Der Anonymus, gegen den hier angekämpst wird, hat vorzüglich aus Eisen-

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