Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 24 (14.6.1861)
- Date
- 1861-06-14
- Page
- Seite 212 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2542917-2543023-2543048--2153-2545901- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
212 שמן קיק erklärt l\t Gemara (Sabbath F. 21 a) als משהא דקאוא nach Raschi daSOel, welches ans den Kernen des Baumwollenstrauches gewonnen wird. Diese Erklärung hat ihren guten Grund, denn rohe Baumwolle heißt im persischen Khozä (s. Ritter über die geografische Verbreitung der Baumwolle S. 10). ES wäre daher auch gar nicht unmöglich, daß unter dem חוסן der Mischnah Khözri, d. i. rohe ungehechelte Baumwolle zu verstehen sei. Zernschalmi (Kilasim 9,1) sagt: אי פשתים הייתי אומר פשתים שלם (:"א של ים) או קנבום ת״ל צמר, מה צמר שאין לו שם לווי אף פשתן שאין לו ופו* a R. Schimschon a. a. O.). פשתים שלם ist wo! nichts anderes als Linum rylinum, Baumwolle. ״Luperior par8 ^exypti", heißt cS bei Plinius (H. N. XIX. 3) io ^rabiam vergens xi^nit Fruticem, quem alique Gossypion vocant, plures Xylon et ideo lina inde factaXylina. Wvl erklärt Jeruschalmi (Sabbath 2; 1) auch שעל פני המים mit פיתן דמוי, aber hier scheint die Lesart של ים nur darum entstanden zu sein, weil man aus פשתים שלם gar nichts zu machen wußte. Das in Mischnah und Gemara sehr oft vorkommrnde םד*ין, mochte ursprünglich, gleich dem griechischen <Smimv, wie Ritter (a. a- £י. S. 15) sagt, ein indisches Baumwollengcwebe bezeichnen; aber derselbe Autor gibt doch auch zu, daß dieses Wort später auch ans feine Lcincngcwebe angcwcndet wurde. Gleiches ist wol auch bei בוץ byssos der Fall. Wenn daher die Mischnah (Zoma f. 68. b.) die Kleider des Hchciipriestcrü aus Byssos bestehen läßt, so steht dies mit der Tradition, welche den Gebrauch der Baumwolle bei der Priestcrllcidung auSschlicßt, nicht in Widerspruch. Und wem: die פלוםין, welche am Versöhuuugstage den Morgenanzng des Hohenpriesters bildeten, ganz gewiß ans pelusischer Leinwand (Linteum Pclusiacum s. Plin. H. N. XIX. 2, 8- 3) bestanden, so find auch die הגדוין, welche ec in den Abendstunden angelegt, ohne Zweifel, von einem auö Indien geholten Leincnstoff verfertigt worden, was um so weniger anffallcn kann, da Indien schon von dem Geschichtschreiber AlerandcrS (Gurtiua VIII, 8) als die terra lini ferax bezeichnet wird. -Ob פרין של בוץ (Zoma a. a. O.) gleich Sindon byssinon, Icit Ritter (a. a. O. S. 27) meint, ein Gewebe bezeichnet, dessen Kette Leinen, dessen Einschlag aber Baumwolle ist,j können wir dahin gestellt sein lassen. Hingegen läßt sich mit Gewißheit annehmen, daß אוררא (Berachoth F. 56, a. Sabbath F. 48, a.) nicht א1ררי wie Aruch 8. v. hat). Baumwolle bedeutet; indem in den ältesten sanskritischen Werken, die Baumwolle so gut wie die Baumwollcnpflanze, ebenfalls Vädara heißt (Ritter a. a. O. S. 1l). אלירא דבי ם!־יא ist die Baumwolle des Polsters, denn die Morgenländer pflegen ihre Bettpolster mitBaumwolle anSzustopsen (s. Rosenmüller Morgenland 3. V. S. 212, Wiener Nealwörterb. 1. B. S. 178). Gleiche Bedeutung mit אודרא hat auch das אוהדי des Zernschalmi (Sabbath 6; 5.). Eben so wenig dürste eö zu bezweifeln sein, daß מוך (Sabbath ff. 47, b. 64, b. u. s. w.) Baumwolle bedeutet und erklärt auch R. Echimochon (Kilajim 7; 2); צמר גפן שגדל פו המוך שבבל הגמרא קוט״ון בלע״ז• Vielleicht hat aus dem persischen Pumbeh (Baumwolle), wie das ungarische Pamuk (s. Ritter a. a. O. S. 9), auch ein rabbinisches במוך sich gebildet, und es wurde der Wurzelbuchstabe ב später irrthümlich als Praep. behandelt. Auch אירא (Sabbath F. 11, b. 79, a. 90 ä) scheint ausschließlich Baumwolle tyiov ano ivkov zu bezeichnen, und die Mischnah sagt mit Bedacht: כדי לצבוע בהן דוגמא לאידא, weil die Baumwolle am geeignetesten ist die schönsten Farben anzunehmen (s. Ritter a. a. O. S. 54); so wie der Ausdruck עירה שאיגו עומד לה״ןירת (Kelim 21 , 1) vielleicht dem Baumwollenfaden gilt, der, nach einem ganz gewöhnlichen Verfahren, als Einschlag bei Leinengeweben verwendet wurde (Ritter a. a. O. S. 26 und ff.). Schließlich müssen wir noch bemerken, daß auch das sehr oft vorkommende פתגא verwandt dem arabischen Koton, wol zuweilen aus die Baumwolle zu beziehen sein möchte, daher die Gemara an solchen Stellen, wo ausschließlich von Leinen die Rede ist, eine nähere Bezcichnnng der כתנא דומיתא (f• Baba meziah F. 29, b. Kethuboth F. 61, b.) nöthig findet, ohne daß wir jedoch die Bedentung des Wortes דומיתא oder ד ומאה vor der Hand anzngeben wüßten*). Korrespondenz. Ausland. Paris, im 2uni. So eben lese ich Nr. 20 d. Bl. die Anfrage des Hrn. Dr. Weil in Betreff der Namenertheilung der neugebornen Mädchen. Eö dürfte daher Ihre Leser intcressiren zu erfahren, daß in der hiesigen sefardischcn Synagoge die neugebornen Mädchen in die Syliagoge getragen werden, >vo ihnen der Namen ert heilt wird. Ich selbst habe einer solchen Namengebung an einem Sabbate beigewohnt. Br. B. y. Belgrad, 10. Juni. Ihr Gutachten über die Traiteriefrage hat hier großes Aufsehen gemacht, und wird dasselbe auch von gcbildeten Christen mit vielem Interesse gelesen. Wie ich aus sicherer Quelle vernehme, hat sich ein hochgestellter christl. Geistlicher die bezügliche Nummer des ״Ben Chananja" kommen lassen. Der hiesige Rabbiner wird, wie ich höre, über die in Rede stehende Frage einen פסק veröffentlichen. Er soll die merkwürdige Entdeckung gemacht haben, daß Frauen in Betreff der ReinheitSzeichcn kleiner Fische »ach R. Salomo Loria keinen Glauben verdienen. Es ist jedoch nicht abzusehen, welchen Einfluß diese Entdeckung auf F.'S Traiterie haben soll. F. hat sich auch früher um die Traiterie nicht bekümmert; warum hat also der Herr Rabb. nicht früher daran gedacht, einen tüchtigen Ichthyologen für die hiesigen jüd. Traitcriecn anznftcllen? Der Hinweis auf die Abschaffung alles Zwanges in Neligionssachen hat manchen hiesigen Leser Ihres Blattes in gewaltiges Erstauneu gesetzt. Im Oriente kann man sich eine religiöse Gemeiuschast ohne Anwendung von Zwangsmitteln gar nicht denken. Wer im Oriente lebt und die oriental. Berhältnisse durch Autopsie kennen lernt, muß auch gestehen, daß in der Aushebung des NeligivnszwangeS nicht nur der daraus fließenden Folgen wegen, sondern auch deshalb eine höchst bed eutsame Reform liegt, weil dieselbe die Grundanschannng, welche die früheren Rabbinen von der Religionöübnng hatten, auf eine eklatante Weise dcSavonirt, und im Widerspruche mit allen früheren Autoritäten diese Hebung dem freien Ermessen eines jeden Einzelnen anheimstellt. Die hiesige hebr. Buchdruckcrei und deren Erzeugnisse sind bis zur Stunde von der europäischen Presse gar nicht gewürdiget worden DaS letzte Werk, das diese Presse verließ, דמשק אליעזר, ist in spaguolischer Sprache abgefaßt; es enthält verschiedene דיגים und Moral. Der Vers, klagt unter Anderm über Synagvgenbesncher, welche die Andacht durch eitle Gespräche stören. Außerdem führt er noch drei Klassen von Andachtstörung an. Die Einen, sagt er, spielen sich mit ihrer Uhr, die Andern mit ihren Perlenschnüren (die man im Oriente *) Vcrgl. Bikk. Ha-Jttim 10, 13, 14., wo Reggio plausibel zu machen sucht, daß פשתן d. Mischna Baumwolle bedeute. Ueber den angebl. Widerspruch Bertinoro's s. Tos. I. T. Kilaj. 7. 2. Die Angabe B.'ö, daß d. Baumwolle auf keinem eigentl. Baume wachse, ist jeder!- falls ungenau. Red.