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Ben Chananja · 1861-06-14 · 24 (14.6.1861) · p. Seite 211

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
24 (14.6.1861)
Date
1861-06-14
Page
Seite 211 (sequence 5)
Language
German
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211 Die -Sloilier unfl Die ׳fnriffier*). Von M. Fein, Rabbiner zu Reichenau. 5. Die stoische Ekpyrosis im Thalmnd. Die Stoiker hielten sich überzeugt, daß im Laufe der Zeiten einst alle Dinge der W.lt als ein Raub der Flammen vergehen werden; daß jedoch nach erfolgtem Wcltbrande auS demselben eine neue Schöpfung in verjüngter Pracht und Herrlichkeit, wie ein Fönir auS der Asche, hervorgehen werde. Ex quo eventiiruni, nostri putant, 11t ad extremuni omnis lnundus ignesceret, cum liumore consumto, ncquc terra ali posset, uequo remearet aer; cujus ortus aqua omni cxliausta, esse non posset: ita relinqui nihil praeter ignem, a quo rursum animante ac Deo renovatio mundi ficret, atque idem ornatus orirctur. Ci. d. n. D. II. 46. Es stank diese Idee der Stoiker im engen Zusammenhange mit dem Fundamentalsatze ihrer KoSmogonie, zufolge welchem daS Feuer oder Licht der erstgeborene Sohn Gottes sei, den er mit unerschöpflicher Kraftfülle ausgerüstet; das Feuer galt ihnen als daö Grundprinzip alles Werdens und Nergehenö; durch die bildende Kraft des Feuers entstehen alle Gebilde und Gestaltungen der Natur; durch das alles bewaltigende und durchströmende Feuer wird einst die Welt wieder untergehen, um auS seinem Schooße neu belebt und gekräftigt von Neuem hervorzutreten. Im Thalmud finden sich für diese Naturanschauung entsprechende Parallelstellen, doch ehe ich diese anführe, sei mir noch gestattet eine Bemerkung voranzuschicken, welche dazu dienen soll eine am Schluffe dieser anzuführende höchst dunkle Stelle im M. I. und R. G. 1 zu beleuchten. Es ist bekannt, daß die Stoiker in ihrer Kosmologie nicht ursprünglich, sondern blos die Epigonen des Heraklitismus tvaren. Schon Heraklit nannte das Feuer xm got%ov, auch er lehrte: tig inho Bg%azov neu׳za XkOfuva diaXvkgO-at; allein nach den Berichten des S. Einpririkns soll er auch gesagt haben: rd dv xra m 7tqcot.ov gtofui %oovo$ wm׳. Wie sind diese scheinbaren Widerspruchsvollen Satze zu vereinbaren? Hegel erklärt dies dahin, daß Heraklit für den Naturprozeß eine abstrakte und eine reale Form annahm. In der abstrakten Anschauung sei es ganz richtig, daß die erste Form des Werdenden die Zeit ist; indem inan sich die Dinge ohne Zeit gar nicht vorstelleu kann, für die reale Form bestimmte Heraklit das Feuer. Der Thalmud adoptirte diese heraklitisch-stoische Filosofie in ihrem ganzen Umfange. WaS zunächst die Lehre der Ekpyrosis betrifft findet dieselbe meines Erachtens ihren Ausdruck in dem Satze: Sanhedr. 97, a. ״שית אלפי שני הוה עלמא והד הרב." Maimonides in: More Th. 2. K. 29 ist zwar der Meinung, er müsse diese Stelle im bildlichen Sinne aufgefaßt worden, da sie sonst mit den ewigen Gesetzen der Natur im Widerspruch stünde; allein so sehr Maimonides von Standpunkte einer fortgeschrittenen Naturauschauung recht haben mag: so glaubten dennoch der Heraklitiömuö und die Stoiker vom Standpunkte ihren sogenannten Fisik gerade ans fisikalischen Gründen einen Ekpyrosis annehmen zu müffen, und da der Thalmnd, wie aus M. I. G. 1. ה״ ייהוד׳ אובר האורה נבראת חהלה" ersichtlich ist, gleich dem HeraklitlsmuS und den Stoikern das Licht oder Feuer als das absolute Prius und den Hauptfaktor des Weltalles hinstellte, mußte er folgerichtig auch eine Ekpyrosis glauben. Hat nun der Thalmud die reale Form der heraklisch. stoischen Kosmologie adoptirt, so mußte er nach dem Loransgeschickten auch die abstrakte Form derselbe» gekannt und anerkannt haben, und in der That gab er auch diesen Ausdruck im M. G. n. I. G. -ויהי ערב מלמד שהיה ברר זמנים קודם לק (Man vergl. übrigens die Meinung der H. Dr. Duschak hierüber im Oriente). .Beiträge zur tljafiiuiilifffjcii " ", ״ uu& ilffi’rlfjuinsfumiie. 109. D ic B a u mwollc in Mischna und Thalmnd. Von Rabb. I. WicSncr in N a ch od. Es unterliegt keinem Zweifel, daß schon zur Zeit der Mischnah die Kultur der Banlnwolle in Palästina und Syrien nicht unbekannt war, gleichzeitige griechische und römische Schriftsteller beschreiben diese Pflanze, nennen auch die verschiedenen Gewebe, welche ans der Baumwolle erzeugt werden; und doch scheinen Mischna nnd Gemara dieses Produktes nur selten zu erwähnen, ja sie scheinen der Baumwolle namentlich dort ganz und gar zu vergessen, wo man eine halachische Bestimmung über die Verwendung derselben mit Recht hätte erwarten sollen. So z. B. spricht die Mischnah (Kilajim 9: 1 11. 2) von Schafwolle, Kamcelhaar, Leinen, Hans, Seide u. f. w. gedenkt aber der Baumwolle mit keiner Silbe. Ebenso nennt die Mischnah (Sabbath 2; 1) eine Menge Stoffe ans denen Lampendochte für den Sabbath verfertigt oder nicht verfertigt werden dürfen, wobei die Baumwolle wieder ganz leer auSgcht. Wir wollen sehen, in wie fern dieser Vorwurf begründet ist oder nicht. Die Baumwollenstaude kömmt in der Mischnah (Kilajim 7; 2) unter dem Namen צמר {ק vor, nnd diese ״Benennung ist wol eine passendere als daö deutsche Banmwollcnzaukeu" oder ״Baumwollenstranch." ״Die Bäume, sagt Theofrast (H. Pt. IV. 4), von denen die Inder Zeuge machen, haben ein Blatt wie der Sykaminos (Manlbccrseigenbanm), aber sie pflanzen dieselben auf den Feldern in Reihen, so baß sie auö der Ferne wie Weinstöckc (annelut) auSsehen." ״Ein Vergleich, bemerkt Ritter (über die geogr. Verbreitung der Baumwolle S. 32)", der vollkommen auch heute noch, dem Anblick der Pstanzungen von Gossypium herbaceum, die wir in Livadia und auf Santorin gesehen, entspricht." Auch das Blatt des Banmwollenstranches ist nach Theofrast (H. Pl. IV. 7) und nach Pliniuö (H. Nr. XII. 2l) dem Wciulanb gleich, nur etwas kleiner. —Der Banmwollenstrauch ist nicht pcreunircnd nnd cö kömmt daher die Benennung עץ, obwol ausuahmsweise dem Flachse zugcstandcn (Sabbath F. 27 b.), nicht zu. Wir müssen daher gegen Raschi mit R. Tam und den Kasuisten'anuehmen, die Mischnah (Sabbath a. a. O.) habe mit dem Ausspruche בל היוצא מן העץ אין מדליק ין בו אלא פשק die Baumwolle nicht ausfchließen wollen. Der pcrennirende Banmwollenbaum. Gossypium arboreum mochte den Thalmudisten allerdings niibekannt sein. — Auch die Baumwolle selbst nennt die Gemara (Sabbath 110. b.) p0Vt עמר *) S. oben S. 134. 656999

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