Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 24 (14.6.1861)
- Date
- 1861-06-14
- Page
- Seite 210 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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210 Profeten, von dem die Tradition auSging, wieder umstoßen wolle." — Es sind dies die Worte, die nnwillkührlich an die bekannten, oft zitirten Worte im ״Jerusalem" erinnern (Mendelsohns sämmtliche Werke, 66. Wien 1838, S. 237). Wir wollen hier noch schließlich bemerken, daß auch Albo, ebenso wie wir dies bei Ibn Daud gesehen, es für Pflicht hält, die Identität der Thora zu beweisen, daß wir nämlich dieselbe noch unverfälscht so besitzen, wie sic MoseS niedergeschrieben. Wir finden bei ihm hierüber ungefähr dieselben Belege, wie bei dem Verfasser des Emnna Rama. Die Thora, der größte Schatz der Juden, war zu allen Zeiten Gegenstand des eifrigsten Studiums und der sorgsamsten Ueberwachnng, so daß sie sogar alle Buchstaben derselben gezählt, wie wäre da also eine Verfälschung derselben möglich gewesen? Auch würde sich der Pentateuchtert nicht so übereinstimmend, ohne die mindeste Abweichung in den Händen aller über die ganze Erde zerstreuten Juden befinden, wenn je eine willkührliche Aenderung damit vorgeuonlmen worden wäre. — Auch die folgende Ansicht Albo's ist nicht neu, da sie schon bei Josefns (Alterth. 10, 4, 2) sich findet, doch gestatten wir uns, dieselbe hier anzuführen, da sie jedenfalls eine sehr geistvolle Konjektur ist. ■ Wenn wir 2. Könige K. 22 und 2. Ehr. K. 34 lesen, daß König Josia höchst überrascht wurde, als der Priester Ehilkia beim Anöbessern des Tempels eine Gesetzrolle fand — so könnten wir, der eben aufgestellten Behanptung entgegen, hieraus schließen wollen, daß in jener Zeit die Thora allen Gliedern deS Volkes abhanden gekommen sein müßte — daher stellt Albo die folgende sehr gcistreiche Konjektur auf. Daß alle Thoracremplare in jener Zeit abhanden gekommen sein sollten, ist durchaus nicht anznnehmen; — hat doch JeremiaS eben damals geblüht'! Sondern jenes Faktum ist in folgender Weise zu fassen. Nachdem Manasse und Amon in ihrem götzendienerischen Treiben so weit gegangen, in den Thorarollen die heiligen Gotteönamen auszulöschen und Götzennamen an deren Stelle zu setzen (vergl. Sanhedrin 103 d.), hatte einer der Priester daS ursprüngliche, über Alles ehrwürdige, von Moses eigenen Händen geschriebene Thoraeremplar — um eS vor einer ähnlichen frevelhaften Entweihung sicher zu stellen — ganz sorgfältig zwischen den Mauern des Tempelbaues verborgen. Als dann der fromme Josia den Thron seiner Väter bestieg, da suchte man den so sorgsam verborgenen köstlichen Schatz wieder an'ö Licht zu bringen, doch alles Suchen war vergebens, bis endlich bei der Reparatur des Hauses Ehilkia ihn zwischen den Mauern fand, und dies war ihm mit Recht ein solch' unschätzbarer Fund, daß er sogleich zum König schickte mit der freudigen Meldung: ״Die Nolle deS Gesetzes habe ich gefunden!" — Wohlweislich heißt es darum in dieser Meldung ספר התורה מצאתי mit dem bestimmten , Artikel (71 הידיעה), d. h. die bewußte, von uns lange gesuchte, von MoseS geschriebene Thorarolle habe ich endlich gefunden. Hätte er dagegen nur sagen wollen: eine Thorarolle habe ich gefunden, dann müßte eS sprachrichtig heißen: .פסר תורה מצאתי Der Umstand jedoch, daß Josia über den Inhalt dieser Thora so sehr crschrack, wird schon durch den Thalmud (Joma 53) erklärt, nach dessen Angabe diese Thora gerade bei der unglückverheißenden Stelle im 5. B. Mos. 28, 36, anfgerollt war. 111 in e r It 111t § e n. ') Jesode ha-Thora 9, 1. '0 Mischna-Kommcilt. Ehelck, Art. 9. *) More II. Abschn. 29. ,י) Akcda porta 99. 5) Jkkarim III, 13-22. ״) En Jakob zu Megilla Auf.הי יתן ולא נכתב הפרק ההוא אשר השב בו לתלות ולסמוך דרוש אמוניי גדול ורב ורם כהר גמה ותלול על ראיות דקות נמוקות כה ו ם השערה ובית עכביש מבטחו. T) Jcschuot Meschicho II, 3. 8) Bergt. Mann, hilchot Mclachim 9, 14. — S. dagegen Ramban Tbora-Kommentar Genes. 34, 13. ") Zn inerten jedoch ist, daß Ramban z» 5. B. Mos. 4, 3, nachdem er daselbst die Slcllc ans dem Sisre angeführt, hinzngefügt: ׳ולפי דעתי אפי, בדא לעשות מצוה כפני עצמה עובר בלאו וכן' was ganz mit Maim. nbcrciilstimmt. — Wir gestatten uns auch hier anzttmcrkcn, daß, wenn es hilch. Mamrim II, 9, in der השנה הרא״בד heißt: ולא המצא אסור מוסיף אלא במצות עשה כגון לולב ,ותפילין וציצית וכיוצא בהו so scheint es daß Abraham bc» David diese Bemertung eben ans die hier angeführte Stelle des Sisre gründet, und es behebt sich hiemit die von Kescs Mischnah erhobene Frage: .ולא ידעתי טעם לסברתו וסף '°) Vergleiche Nachmani zu Erod. 12, 2! מצוה ראשונה N- שצור. הק״בה את ישראל ע״י משה Es muß indeß bemerkt werden, daß Maimnni das Zahlen der Monate nach Nissan keineswegs zu den 248 Geboten zählt. Das 153. Gebot lautet bei ihm: לקדש הרשים ולהשב שנים והדשים בב״ד בלבד שג׳ ההדש היה לכם ראש הרשים ראשון הוא לכם להד שי השנה. 1 י) Thalm. jerus. No sch Haschanah. — Babylon wird hier immer mit Assyrien idcntisizirt, weil das srühere große babylonische gleich später mit der Benennung אשוד bezeichnet wurde. Bergt. Frautcl Monatsschrift 1859 , S. 450. סור זאת המלה פרסית ופירושה גורל והנה וה הפך ד הוא הדש ניסן• תשובת ר׳ משה אלשקר פי׳ ע״ד.(׳׳-׳ הכתב אשר נכתב בו אנהנו הוא כתב אשורי הכתב (״ אשר בו כתב השם ית׳ ההורה ונקרא אשורי : מס' ידים ס״ד מלשון גדולה ותפארת, כמו באשרי כי אשרוגי בנות, והוא אמרם אשורי שמאושר בכתבו. י י) Jost (Gesch. d. Jndenth. 1, 52), im Namen des früh verstorbencn Filosseno Lnzzatto, findet die Veranlassung zu dieser Schrist- Veränderung in der Entstellung der heil. Bücher durch die Samaritaner vor deren Einstuß man hiedurch die Thora schützen wollte, lieber die bisher noch nicht genugsam erläuterten Ausdrücke כתב ליבונאה und נהפך להן לרועץ werden wir uns gestatten in diesen geschätzten Blättcrn unsere Konjektur aufznstellen.