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Ben Chananja · 1861-06-07 · 23 (7.6.1861) · p. Seite 205

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
23 (7.6.1861)
Date
1861-06-07
Page
Seite 205 (sequence 7)
Language
German
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205 Offizial hatte die Schwester dcö N. Josef von Chartres geheiratet und fiiicit begabten Sohn Namens Nathan erzeugt. Dieser Sohn, der in Zoignt) lebte und nach dieser Stadt Na- Lhau von Joigny genannt wird, übertraf an Geist und Wissen alle seine Vorfahren, sein Sohn Jos. d. Eiferer nennt ihn ׳ראש המדברים weil er an Beredsamkeit alle seine Zeitgenossen überstrahlte. Er war daher bei den Seinigcn sehr angesehen und von den größten Würdenträgen! der Kirche gesucht und geehrt. Er diöputirte mit ihnen, über Religion und Glaube, mit der größten Freiheit und seine Worte machten oft den tiefsten Eindruck auf sic. Am Ende seiner Jahre, als der Papst Gregor X. im Jahr 1274 ein Hanptkonzil in Lyon eröffnelc, wurde Nathan b. Josef an der Spitze einer Deputation der jüdischen Gemeinde Fraukrkich's dahin geschickt, um ihre Jnlerrcssen beim Papst zu vertreten. Er wurde von Gregor sehr freundlich aufgeuommett und hatte die Ehre mit ihm zu disputireu. Auch der König Filipp, der nach Lyon, um dem Papst zu besuchen, kam, empfing unfern Nathan huldreich und erfreute ihm mit mehreren Unterredungen. Die Unterhaltungen mit dem Könige, die DtSpntation mit dem Papste, die Polemik mit den Erzbischöfen und Bischöfen von Joigny, Sens und Manö, und andern Geistlichen, wurden allgemein bekannt, mnd geben uns eben so ein schönes Bild von flt. Nathan'S Geiste, als von der Toleranz der französischen Geistlichkeit im XIH. Jahrhundert. AIS N. Nathan von Joigny der hochgeachtete Meister um Jahr 1275 starb, unternahm 9t. Elia, Freund des Borstorbeneu, seine und seines Sohnes N. Joscss Disputationen, die ebenfalls bekannt gcworden sind, zu sammeln und nach Ordnung der Bibel und der Evangelien zu ordnen. Allein kaum hatte er seine Arbeit begonnen, als er plötzlich ermordet wurde. 9t. Josef b. Nathan setzte die Arbeit 9*. Elia'S fort und führte sie glücklich zu Ende. Diese Sammlung, der er den Titel: ״Josef Ha-Mekane", Ioscf der Eiferer, gab enthält zunächst seine und seines Vaters polemische Arbeiten, die Disputationen seines Groß- und Urgroßvaters, so wie die des 9t. Josef de EhartreS, des Abigdor b. Isaak, des Aaron b. Josef, des Josef Bechor Schor, des 9t. Joses, Bruder des genannten ermordeten 9t. Elia, den er den heiligen Elia nennt. Bei der Redaktion des ״Joses der Eiferer" hatte der Bersasser geschriebene Dokumente vor sich, namentlich führt er dcu ויכוה ר' י״ט מיוכי an. Diese Dokumente, die er wörtlich abschreibt, würden bei den ahnlichcn Namen des Kontraversisten, die größte Koufusion hcrvorgebracht haben, hätte er nicht, am Ende Malachie, ein genaues Berzcichniß seiner Familie bis au 9t. Todroö de Narboune hinaus gegeben und dem wir in dieser Notiz folgten. 4 l. Einige französische P r o s e l y t e n im Mittelalter. Die gewandte und scharfsinnige Disputationen der Juden in Frankreich, über 9teligion und Glauben der Christen, hatte zur Folge, daß viele die Kirche verließen und sich in den Schoos der Synagoge begaben. Die Thatsache erklärt uns den Eifer Ludwigs IX der, wie Joinville berichtet, zu sagen pflegte: Niemand soll mit einem Juden über Glauben disputireu, sondern statt Worte mtt dem Schwerdte in der Hand antworte». Ja als Ludwig X., im Jahr 1315, die vertriebenen Israeliten wieder nach Frankreich berief, machte er ihnen zur Bediugung über Glauben nicht zu disputireu, es sei mit wem eö wolle. Die Meisten der Pcoselyten waren ans der höheren Gesellschaft der Franzosen, selbst aus dem Adel und der königlichen Familie. Mehrere von ihnen wurden als gelehrte 9tabbiner, oder als hebräische Dichter bekannt, andere als Märtyrer des Judcnthnms gefeiert. Bobo oder P nodo, war ein Edelmann und Diakonns am kaiserlichen Hofe; Simeon Dnran erzählt, daß ein Prinz der am französischen Hofe gelebt zum Jndenthnm übergetreten sei und bei ihm Unterricht genommen: ־גר ההד צרסהי שלמד לפני והיה איש נאמן וממע המלוכה ולא יכזב כי ראה בהצד מלך צרפה וכר• 9t. Abraha m der Proselyte, war das Haupt aller Barsüsser. Seinen Uebcrtritt zum Jndenthumc mußte er mit dem Fcuertode büsse». Die מגילה הנהרנים, welche 1297 geschrieben, feiert, p. SS verso, mit folgenden Worten dessen Tod: אברהם p ר' אברהם אבינו מצרפת שהיה ראש לכל היהפים. שמאמ צלמים. ובא להמוח בצל כנפי הי עולנמם• ונשרף על ייהוד השם: 9t. MaIatia aus Brie, dessen Glossen, tu mehreren pentateuchische Sammlungen der französischen Rabbiner, erwähnt werden, war ein ausgezeichneter Manu; ebenso R. Jehosifja der Proselyte. Verfasser mehrerer Synagogal-Pocsicn, die noch wie seine biblische Glossen handschriftlich vorhanden sind. Von R. Abraham dem P r o f e l y t e n II, ist in den alten Kasuisten die Rede. Er war ein Tosasist, oder Glossator des Thalmud'S und wird in unseren Tosafot erwähnt. 9t. Isaak der P r o s c l y t, ist eine rabbinische Autorität; wie haben noch von ihm manche Lehrsätze. 42. Die unglückliche Ehe von Ramerupt. Das Dorf Namcrupt, sechs Stunden von TroycS, prangte in einem Festschmucke der herrlichsten Blumen. als ich dort cintraf. Ramerupt war wie bekannt, der Wohnort des R. Meir b. Samuel und dessen drei Söhne, R. Samuel, R. Isaak und R. Jakob. Auch Raschi wohnte anfangs hier, wie aus einer sehr alten Handschrift, im Besitze des bekannten Buchhändlers Elieser Askenast ergeht. In dem Abschnitte 30 -8 .הלכות איפור והיתר, erzählt ein Schüler Raschi's folgendcs: ״Es scheint mir wahr und klar, als ich in Ramerupt wohnre, nach dem unser Lehrer von dort wegzog, unv che ich nach Dampierrc zu wohnen ging, daß einst unser Lehrer von TroyeS nach 9tamcrupt kam, um dort seine Bücher und Geräthe zu holen. In seinem Hause wurden mehrere Gänse geschlachtet, denn wir waren bei ihm zu Gaste geladen, ich und Rabbi Elieser, der damals in Ramerupt lebte. Unter diesen Gänsen war eine deren Schenkel gebrochen unv mit den andern gekocht wurde. Man fragte mich darüber, und ich sagte man möchte uuseru Lehrer fragen, was auch geschah, und ich hörte nicht, daß er sie verbot." , Obiger 9t. Elieser, genannt Vesliu, wurde später der Tochtermann 9taschi'S. denn er heiratete dessen Tochter, Rachel, genannt Bcllejeune. Doch diese Ehe war sehr unglücklich, und Rachel wurde von ihrem Manne verstossen, obgleich sie ihn mit einem Sohne Namen» Schemata beglückte. Schemaja wurde von seinem Großvater erzogen und unterrichtet und ist der bekannte Schristgelehrte R. Schemaja, Enkel und Schüler 9taschi'S. Er war sein ganzes Leben hindurch, seinein Vater wegen seiner That gram und erwähnte ihn nie, selbst in seiner Unterschrift nicht, gegen den allgemcineu Gebrauch. (Fortsetzung folgt.) Korrespondenz. Inland. G Wien, 2. Juni. Wer, wie ich, seil zwanzig Jahren Wien nicht sah, und den hiesigen jüdischen Zuständen seine Aufmerksamkeit züwendet, findet dceselben vielfach verändert, und zwar zu ihrem Vorthcile verändert. Aus einer kleinen Zahl von ״Tolcrirten", die nicht einmal eine Gemeinde bilden dursten. ist eine große Kehilla geworden, in welcher, was עבודה und גמילות הסדים betrifft, Bewundern-- würdiges geleistet wird. Die Thora erfreut sich zwar noch immer keiner

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