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Ben Chananja · 1861-06-07 · 23 (7.6.1861) · p. Seite 206

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
23 (7.6.1861)
Date
1861-06-07
Page
Seite 206 (sequence 8)
Language
German
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206!besonders sorgfältigen Pflege; denn nur für den Elrmenkar-ReligionS- Unterricht ist gesorgt. Die Vorlesungen Jellinek'S und der Thakmndnn-!erricht, den TonelcS erthcilt, — die» ist Alles, was in dieser Rück« flcht geschieht. Bei Erstercm finden einige RabbinatSkandidaten vielfache Förderung ihrer Bestrebungen. Ganz neu waren mir die zahlreichen Schilder, auf denen das Gpitheton כשר steht. Dieses Epitheton findet sich nicht nur auf den Schildern der bezüglichen Fleischbänke; es gibt auch Kaffeehäuser und Znckcrbäckereien, die sich als כשר ankündigen. Heute wird in der Leopoldstadt rin jüd. Hotel eröffnet. Die Frage des Hotelinh., ob er seinen nichtjüdischen Gästen nach der Tafel Käse serviren dürfe, ist, wie ich vernehme, von dem hiesigen Rabbinate verneinend entschieden worden. So überraschende pädagogische und didaktische Resultate, wie sie daisr. Taudstinttnieninstitnt liefert, sind nur trotz meiner vieljährigen Beschäftigung mit dem Schulfache nicht vorgckommen. Ich rede nicht von den oft und mit Recht gerühmten Fortschritten der Zöglinge in den eigentlichen Lehrobjekten, sondern von der Entwickelung der Seelenkräfte, welche für den wahrhaft bildenden Unterricht, der in diesem auch äußerlich prachtvoll ausgcstattetcn Znstistute erthcilt wird, ein glänzendeS Zengniß gibt. Wer das Institut zum ersten Male besucht, traut kaum seinen Ohren, wenn er die Antworten der Zöglinge auf seine Fragen hört, und wenn man von Unterricht überhaupt einen Begriff hat, braucht man den Lehrern nur eine halbe Stunde zuznhörcn, um sich mit den Schülern in eine Unterhaltung einlassen zu können. Es wäre nur zu wünschen, daß der Direktor Deutsch, der vermöge seiner eminenten Begabtheit, seiner didaktischen Künstlerschast und seiner Begristcrung für seinen Beruf die belebende Seele des Institutes ist, für «iuen Nachwuchs von Lehrern für dasselbe Sorge träge. In dem freundlichcn. schön eingerichteten Tempel des Institutes hält Hr. Drusch seiuen Zöglingen (der 4. Klasse) religiöse Vorträge. ג Lemberg, 2. Zillli. Die Gründung eines Rabbinerseminars für Galizien ist nunmehr von Seiten der h. Regierung unwiderruflich beschlossen. Bei der Entwerfung deö Planes sollen ganz besonders die Orthodoxen berücksichtiget werden. Dies ist nnn allerdings ganz in der Ordnung; wer kann verlangen, daß heterodore Rabbineu gebildet werden sollen? Zuvörderst müßte aber festgesetzt werden, welcher Grad allgemeiner Bildung in unserer Zeit von einem Rabbiner gefordert werden müsse. Der Vorstand unserer Gemeinde wird einer Neuwahl unterzogen werden. Temesvar, im Mai. Am Schlüsse des vorigen Schuljahres wurde dem h. Ministerium von der hierorts bestandenen h. Statthalterei nebst dem Berichte über die hiesige isr. Musterhauptschnle das Ansuchen um die definitive Anstellung der an dieser Anstalt wirkenden Lehrer unterbreitet, da die gesetzlichen drei Probejahre mit dem letzten Schuljahre zu Ende gingen. Diese Angelegenheit wurde von Seite des h. Ministeriums der h. Hofkanzlei übermittelt, welche im Verlaufe des Monats März d. 2. das bemeldcte Ansuchen zu Gunsten der betreffen« den Lehrer erledigte und denselben mittels h. Statthaltereierlaffes die bezüglichen Dekrete zustellen ließ. Pest, im Mai. Zn unserem Gcmeindelcben fängt es nun an lebendig zu werden. Gedruckte Plakate an allen Enden unserer Synazogen zeigen uns an, daß wir uns am Vorabende einer Vorstandswahl befinden. Zeder» der zum Gemeindeverbande, mit Ausschluß der Lehrer und sonstigen Beamten, gehört, soll des Wahlrechtes sich erfreuen und dürfen sich selbst Studirende an der Universität, so sie sich mit einem 3-jährigen AufenthaltSschcin auszuweisen im Stande sind, an der Wahl bethciligen. Fast täglich erscheint hier ein Korp'S mit Lehrern. die von ihren löbl. Gem. weggejagt: der drückendsten Noth prcisgcgcbcn werden. Bis jetzt haben Großwardein, Baja, Erlau 11. a. in. ihr Müthchcn an die armen Jünger Pcstalozzi'S gekühlt, daß dieses humane Vorangehrn nicht ohne Nachahmung geblieben ist, beweist, daß unser Orczc'schcS Kaffeehaus bereits heute, also acht Tage vor der Marktsaison, von Lehrern aller Art überfüllt ist. Unsere Sensalen reiben sich vergnügt die Hände, denn endlich nach langjährigem Warten ist ihnen das Geschüft der Lchrerversetznng von unseren am Vorabende der Emanzipalion stehenden jüd. Gemmcinden in Händen gespielt worden. Ein viel erfreulicheres Bild dagegen bietet nitfcr h. Schulwesen dar. Zn der Musterhauptschnle sowie in der Normal- und Mädchenschule wird wacker an der Magyarisirung der Kinder gearbeitet. Was die letzte genannte Anstalt betrifft, so ist die Unterrichtssprache in derselben ausschließlich die ungarische, da sowohl die betreffenden Lehrer als Lehrcrinru durchgchends der ungarischen Sprache mächtig sind. Hr. vr. H a nser, Präs, der Schulkomm., hat bei Gclegenh. einer jüngst stattgcfundcnen kleinen Prüfung in den Mädchenklassen seine vollste Zufriedenheit über die Fortschritte welche die Mädchen der Unterklassen in der neuen Unterrichtssprache gemacht, feierlichst ausgcdrückt. Bei dem Eifer und unermüdlichen Fleiße mit welchen die nichtnng. Lehrer unserer Schulen au der Erlernung unserer Nationalsprache an den Tag legen, läßt sich mit Gewißheit voranösetzcn, daß dieselben mit nächstem Schuljahre einen großen Theil der Lchrgcgenständc in uug. Sprache vorzutragen im Stande sein werden, da, wie wir aus sicherer Quelle wissen, Hr. dir. Lehrer und Klassenlehrer L. Mendl in der Musterhauptschnle. sowie Hr. dir. Lehrer Kohn in der Normalschule mehrere Gegenstände schon jetzt uug. behandeln. .rg. Miszellen. VII. Noch ein Wort über die griechische Sprache im Mittelalter. Daß die griech. Sprache im Mittelalter als anögestorben betrachtet wurde, haben wir in d. Bl. (oben S. 2 Anmerk. 4) bereits nachgewiescn. Als Ergänzung folge hier noch eine Stelle aus Hammers ״Enzykl. Ucbers. d. Wissensch. d. Orients״ (S. 202 ff): Mola Abi, Cliair sagte, ״es gibt 12 Gattungen von Schriftzügen, nämlich, arabisch, hymiarilisch, griechisch, persisch, syrisch, hebräisch, andalusisch, indisch und chinesisch. Fünf davon sind anogestorben, nämlich: hymiaritisch, griechisch.Z ch aber sage (Es spricht nämlich Hadschi Chalfa): Dieses Verzeichniß ist keineswegcö richtig.denn die griech i sch e S p r ach e ist noch heutzutage bei dem edlen Th eile der ch r i st l i ch c n Völker gang und gäb e." L. DukeS. Berichtigung. Zn dem Aufsatze: Zur Geschichte der Juden m Ungarn ״Ben Chananja" Nr. 22 S. 195 sind folgende Fehler zu berichtigen: Es fehlt. daß im Tolncnser Komitate 30 Juden wohnen. 2. Spalte von oben 1. Zeile statt 57 lies 51 2. ״ .2 ״ ״ ״ nach Modern fehlt 13. St-Georgen, 7 2. ., 1 ״l. ״ fehlt nach müssen, nicht. Szeged in. Leipzig, Vertag von Sigmund Lnrger. Lommissions-Vrrlag von Franz Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szrgedm.

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