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Ben Chananja · 1861-06-07 · 23 (7.6.1861) · p. Seite 202

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
23 (7.6.1861)
Date
1861-06-07
Page
Seite 202 (sequence 4)
Language
German
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202 nach dem Geiste der Thora, in dem ובשכבך ובקימיך gar keine bestimmte Zeit liegt, sondern dieses, mit dem ganzen Vers im Zusammenhänge, nur sagen will, daß man zu jeder Zeit und wo man sich auch befindet, hiervon sprechen soll. Beziehet man dieses auch speziell auf daS Niederlegen und Aufstehen, so bestimmt es doch nur für Jeden Einzelnen den Moment, wenn er sich wirklich niederlegt und aufstehet, ohne hierbei an den Anbruch der Nacht und Aufbruch des Tages zu denken. Mit Recht behauptet daher der כפך כלשנה (zu Maimonides an der angef. Stelle 12) in Beziehung auf das ad quem: ״Weil wir annehmen, daß die Benediktion über die Erlösung unmittelbar vor dem eigentlichen Gebet stattfinden soll (דקיל רצריך לסמוך גאולה לתפלה) die Gebete an Stelle der Opfer sind und das Morgenopfer in den ersten 4 Stunden des Tageö dargebracht werden mußte: so mußte man vorher denn auch nothwendig das שמע lesen. Deshalb bestimmten sie (die Weisen) die Zeit hierzu bis zu 3 Stunden (עד ג׳ שעווה) und lehnten diese Bestimmung an den Vers: ״Wenn du aufstehst", d. h. zur Zeit, in welcher die Menschen aufzustehen pflegen. Als Beweis, daß die Beziehung auf den Vers ובקומיד nur als eine Anlehnung, aber nicht als die wirkliche und eigentliche Erklärung desselben (ותדע דאסמכתא ולא עיקר פירושא רקרא) betrachtet werden muß, dient der angegebene Grund des ״ -די יהושעbis zu drei Stunden, weil die Prinzen erst alsdann aufstehen." Sind denn diese die Mehrheit der Welt- Lewohner? Es ist daher gewiß, wie wir behauptet haben, daß es nur eine Anlehnung an den Vers ist. Dasselbe gilt auch beim שמע in Beziehung auf das a qm), so, daß auch hierbei das ובקומיך nur eine Anlehnung ist und das nur wegen des Gebetes der הפלה, vor welcher eS unmittelbar verrichtet werden soll, die aber, nach der gewöhnlichen Bestimmung (s. w. unten) nicht vor Tag stattfinden darf, auch nicht früher gelesen werden soll, was auch aus der Hauptstelle (Berachoth 9, 6) deutlich hervorzngehen scheint. Dieses gilt aber nur für die gewöhnlichen, in ungewöhnlichen Fällen aber darf man es auch vor Tag lesen und hat hiemit diese Pflicht erfüllt •(יצא ידי ה ובת קדיאת שמע) Die Benediktion יוצר אור und der Abschnitt von ציציה wäre höchstens erst später bei Tag zu sprechen. Als Analogie hierfür will ich noch anführen, daß das שמע des Abends, obgleich bei demselben die Zeit a quo festbestimmt ist משעת צאת הכוכב ים, dennoch, nach dem überall eingeführten Gebrauch, zugleich mit dem Vesper-(llND) Gebet in den Synagogen, und auch von Privaten, 2—3 Stunden früher bei Hellen Tage verrichtet wird und sogar mit der תפלה של ערבית, und man nach einigen Kasuisten hiermit יוצא und nicht mehr verpflichtet ist, eö bei Nacht nochmals zu verrichten. (S. hierüber ausführlich Schulchan Aruch 235 und den Tur und 2י ) Wahrlich Analogie genug, um auch in unserem Falle das שמע של שהרית vor Tag lesen zu kö»-- neu und man hiermit יוצא ist! 2) Anders verhält eS sich zwar mit der תפלה. bei welcher deutlich Maimonides (Thefilla 3, 7) ausspricht: ״Wer solche vor der Zeit, das ist vor Aufgang der Sonne (הנץ ההמה nach 9, 1) verrichtet, der hat seine Pflicht nicht erfüllt. Nur im Nothfall darf man sie beten auch früher, aber nur nach Aufgang der Morgenröthe ".(אהד שיעלה עמוד השהר) ES ist auffallend, daß ersteres nicht ausdrücklich im Schulchan Aruch angegeben ist, obgleich der רמא (Schulchan Aruch 89, 1) aufst llt, daß man nach der Mittagszeit die תפלה nicht mehr beten darf. Als Grund, daß die תפלה stattfinden soll עם הנץ ההמה (in der Mischna ist, wie bei )תפילי, auch bei der תפלה hierüber Nichts bestimmt) wiro im 1 ,3) כפך משנה), nach Berachoth 9, 6 angegeben, weil es heißt יראוך עם שמש was דשי auf תפלה bezieht. Dieses kann aber, wie השי selbst sich ausdrückt, nur beweisen, daß es eine כצוה d. h. das Vorzüglichste ist, zu dieser Zeit zu beten, aber nicht, daß wenn man früher gebetet hat, nicht יוצא ist, und m der That ist das man es je auch im Nothfalle .אם התפלל משעלה עמוד השהר Uebrigens bezieht דשי diesen Vers auf das שמע, indem er sich also auSdrückt: מאי מתיראץ ממך כשמוראך מקבלים עליהם דהיינו מלבות שמים שמקבלים עליהם בקש עם שמש כלומר כהשמשיוצא היינו עם הנץ החמה. Der andere Grund, eigentlich der des Maimonides, ist, weil die Gebete an Stelle der Opfer eingerichtet wurden (Tefillah 1, 5) תפילות כנגד תמירים תקנום, nach welchem man vor Tagesanbruch nicht יוצא wäre, wie bei dem תמיד שלשהר dieses der Fall war. Raschl kann aber dieser Ansicht nicht sein, da er Berachoth 30, a zu der Stelle: ״Abuha Dischmuel und Levy, wenn sie in der Frühe auf die Reise sich begeben wollten, haben früher gebetet (die Tefillah) und wenn die Zeit des Schema kam, solches alsdann gelesen, erklärt: ,,״קודם היום vor Tagesanbruch. Dieses ist gewiß auch die richtige Erklärung, da, wenn der Sinn wäre, wie die übrigen Kommentare ihn nehmen, vor dem Ausgang der Sonne, aber schon mit Anbruch der Morgenröthe, so hätten sie ja auch das Schema lesen dürfen und auch sollen? Nur auf gezwungene Weise suchen jene Kommentare diesen Eiuwand lesen. (S. ToSpoth כפך משנה und den Bet Josef zum Tur z. St.) Raschl nimmt wahrscheinlich, und auch mit Recht an, daß die Stelle Berachoth 9, 6, so wie in der Bestimmung ad quem nur auf die streng und genau ausübenden )ותיקו anwendbar sei, deutlich in Berachoth fl. 26. a gesagt ist, auch in der & quo sich nur auf diese bezieht, und sie somit durchaus nicht verbietet, das Schema und die Tefilla auch früher und vor Tag zu verrichten, besonders denjenigen, die auf die Reise sich begeben müssen. Und gerade, weil die Tefillah stehend

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