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Ben Chananja · 1861-05-31 · 22 (31.5.1861) · p. Seite 194

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
22 (31.5.1861)
Date
1861-05-31
Page
Seite 194 (sequence 4)
Language
German
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194 die sogenannten 4 Kardinal-Tugenden aus ''). Die Thalmudisten (vergl. Midrasch Rabba zur Stelle) knüpfen hierin die Idee der 4 Monarchien (ד׳ מלכיות) welche D anie! gesehen hat. Es finden sich im Thalmud viele filosofische Gedanken, welche in der Form der Allegorie an Bibelstellen gelehnt sind. Es fehlt ihnen der rhetorische Schmuck, wodurch die des Philo so berühmt wurden. Daß im Thalmud kein bestimmter Ausdruck für Allegorie vorkömmt, haben wir bereits auderwartö bemerkt. ES begegnen uns im Thalmud und Midrasch folgende Ausdrücke, welche der Beachtung werth sind. הכמת התורה ״die Weisheit der Thora", welches das mosaische Gesetz ist, ״ הכמת ישראלdie Weisheit Israels" mit dem vorigen identisch 4). Die biblischen Worte 9)1 ״ כי היא הכמתכםsie (die Lehre) ist eure Weisheit" sind die Grundlagen dieses Ausdrucks und erklären denselben. ״ הכמת ארץ ישראלdie Weisheit von Palästina"^) könnte neben dem allgemeineu Begriff, welchen eS gemeinschaftlich mit seinen Vorgängern theilt, wol noch speziell den Begriff der Allegorie in sich fassen. Es dürfte vielleicht dem Ansdrucke רורשי רשומות ״die Forscher der Andeutungen" nahe stehen, welcher abwechselnd mit dem רורשי והמרות vorkömmt. (Vergl. über diese 2 Ausdrücke weiter unten.) In der alten Welt waren die Griechen das gebildeste Volk. Philo war von ihrer Bildung durchdrungen. Derselbe mochte von dem ארץ ישראל sehr unklare Begriffe gehabt haben, wie die Thalmudisten von der ״ -הכמה יומתGriechenland" — sagt Philo — ״ist dasjenige Land, welches wirklich Menschen hervorbringt, diese himmlische Pflanze, dieses göttliche Gewächs, welches diesen feinen, geläuterten Verstand erzeugt, welches Wissenschaft sich aneignet und ihm so nahe verwandt ist. Die Ursache dieser Erscheinung ist, daß die Natur des Verstandes durch d. Leichtigkeit d. Luft geschärft wird°)." Heraklit sagte mit Bezug auf dasselbe: wo das Land trocken ist, da ist die Seele des Menschen verständlich und herrlich ד). Der allbekannte Ausspruch des Hipokrates: ״das Leben ist kurz, die Kunst lang"^) läßt sich auch auf Allegorien ganz besonders anwenden. Hören wir die Allegorie Philos zu V. B. M. 18, 3. Die Stelle ist dessen Fragmenten entnommen. ״Der Arm (זרוע) : Wir haben oben bereits die Ursache angegeben. Das Backenbein (להיים) als das vorzüglichste aller menschliehen Glieder des Kopfes 3c. und auch in Bezug auf Sprache. Der Strom desselben könnte ohne das Backenbein nicht auSflteßen und der Magen (קיבה) ist der Auslauf des Bauches. Der Bauch ist eine Art Stall für dieses unvernünftige Thier, genannt Begierde und kann zur Schlemmerei führen 3c. Begierde ist ein unheilbares Ding außerhalb der Gränzen der Tugend und ist verdienter Weise , verbannt 3c. Mäßigkeit ist eine reine und untadelhafte j Tugend 3c. ihr mag gestattet sein, sich dem heiligen Altar i zu nähern, mit sich bringend die Verläugnung des Körpers j als Denkzeichen zur Erinnerung, alle Schlemmerei und alles, I was dazu führt, zu verachten." Wir lesen auch eine Allegorie darüber im Sifri, , welche an und für sich historisch ist. Die Allegorie ist den דנרשי רשומות ן abwechselnd mit den רורשי המורות zuge- | schrieben ״). — Wenn der Leser diese 2 Allegorieen gegen einander halten sollte, so wird sich ihm der Unterschied beider folgendermaßen darstellen. Philo hat eine allgemeine [ Idee, welche der Menschheit angehört in eine Stelle der > Bibel hineingelegt. Die Thalmudisten haben eine spezielle i Anknüpfung an einen speziellen Gegenstand gegeben. Dem geistigen Auge ist aber auch hier eine allgemeine Idee sichtbar. ES ist das ״Maaß gegen Maaß" (מרה כמר מרה), welches vielfach im Thalmud vorkömmt *״). Dieselbe Idee, welche Philo in die erste von uns angeführte Stelle hineingelegt hat, macht er auch zum Inhalt von II. B. M. 23, 18. ״Dieses" — sagt Philo — gibt uns zwei nothwendige Andeutungen, bei einem Dunkein und simbolischen Ausdruck. Erstens deutet er uns an, daß man Vergnügungen verachten soll. Sauerteig gibt der Nahrung Geschmack, ist für sich selbst nicht als Nahrung tauglich "). Zweitens, daß eS sich nicht zieme, daß der Mensch durch die Eitelkeit aufgeblasen sei. Vergnügen und Eitelkeit sind beide sündhaft. Sie sind die Kinder einer Mutter — Täuschung. Das Blut deö Opfers ist der Beweis, daß die Seele ihr Opfer darbietet. DaS göttliche Gesetz hält es nicht für angemessen, daß Dinge, die s i ch nicht vereinigen, zusammengebracht werden sollen '׳)." A n m e r k u n g e n. ') lieber Allegorie überhaupt babett wir einige Worte in unserem Salomon ben Gebirol (S. 107 ff.) mitgetheilt. Die hier folgenden Zeilen mögen als Ergänzung dazu dienen. 9 Philo Leg. Alleg. I. 6ä. Pf. pag. 16 t sequ. 9 Daß dieselben sich, unseres Wissens, nicht ausdrücklich im Thalmud erwähnt werden, haben wir bereits im Salomo ben Gebirol (S. 98 Note) erwähnt. Ebenso nicht die ״Mittelstrasse", wovon die Filososen reden. Die Worte ״ שהאמצע מכוברdas in der Mitte ist geehrt" (Sifra 4 M. 10) mögen als eine Anspielung darauf betrachtet werden. 9 Es im Allgemeinen als Gegensatz von הכמה יומה (gricchische Weisheit) zu betrachten. Wie letzteres die allgemeine Weltanschaunng der Griechen, so bedeutet das erste die allgemeine Weltanschaunng der Israeliten. 9 Folgende Stellen hatten wir im Auge: שמא האמר למרה׳ הכמה ישראל אלך ואלמוד הכמת אומות העולם וג, Sifra Ende wa-Ethchan. שאין הכמה כחכמת ארץ ישראל (ב״ר כ׳ ט״ז) בלא לא)• D חכמת התורה (שם

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