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Ben Chananja · 1861-05-24 · 21 (24.5.1861) · p. Seite 189

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
21 (24.5.1861)
Date
1861-05-24
Page
Seite 189 (sequence 7)
Language
German
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189 Prosa tcä Verfassers und in einem Gedichte vorgetragcn wird, erhält ,»an oft Gelegenheit manches Dunkel zu erklären, falls durch irgend eine Ursache, sich ein Fehler ciugeschlichen hat. DaS ואמר המשורר ist nur die Formel zu zitiren"). Manche dieser Gcdichtchcn finden sich auch anderwärts, oft mit dem Namen des Verfassers״'). Die Liebe zu Versen und Sprüchen war sehr groß, man brachte dieselben allenthalben an, ״Die Mode — sagt der Verfasser des Rosenöl (II. S. 216 Note) Verse und Spruche über die Thürcn zu schreiben und in die Vorhänge hat sich bis heute im Morgerrlandc erhalten." Der hebräische Ucbersetzcr dieses Buches stehet hier für den Derfaffcr desselben. Das arabische Original ist wahrscheinlich verloren gegangen. Insofern ist dieses Buch zugleich ein Beitrag für die arabische Literaten. Der hcbr. Ucbersetzcr hat seine Uebersetzung mit einem interessanlcn Vorwort versehen, cS ist geistreich geschrieben ebenfalls mit ein״ geflochtenen Gedichten. Zn spcciellhistorischer Hinsicht darf angeführt werden, daß er Plagiatoren") erwähnt, so wie auch Verächter der Poesie. Der hebr. Uebcrsctzer aus dem Arabischen — wie, aus jeder Sprache muß die Gränzc kennen, wie weit er im Uebersetzen gehen darf. Einige Benierkungen darüber zu machen, dürfte hier nicht am Unrechten Platze sein. Es gicbl in jeder Sprache eigeuthümliche Fräsen, die aber in sich verständlich sind. Es sind dieses die Anschauungen des Genius einer Sprache. So z. V. der arabische Ausdruck ״das Wasser der Wange vergießen" oder auch ״verkaufen" d. h. sich verächtlich machen. Sowol jüdische Dichter als Ucbersetzcr in der arabischen Periode haben diesen Ausdruck: ״Das Wasser der Wange aufbcwahrcn" heißt im Gegensätze: ״sich nicht verächtlich machen""'). Manches Bild ist rein menschlich — kaum könnte man cS ein Brld nennen — z. B. das Erscheinen der oder des Geliebten im Traume, wovon die Dichter überhaupt sprechen. Jedoch als bei den Arabern dieses ein besonderes Kunstwort erhalten har ״daS schwebcnde" oder ״schwimmende Bild"''"), so haben wir es hier angemerkt. Die Zeile in dem Ben hamclech Cap. 18. ״Nichc eher begüngt sie sich, bis sie mir den Schlaf ranbt, damit ich sic auch nicht iur Traume sehen kann" gehört hiehcr. Die folgende Zeile des Moses den ESra (in seinem Divan) gehört ebenfalls zu dieser Classe: ״ אוהיל ראות צלמי יצורים לוי הכאב לישן יהי מגיחIch hoffe die schwebenden Bilder (der Freunde) zu sehen, hätte der Schmerz mir zu schlafen gegönnt." (Es kömmmt dieses sonst noch bei jüdischen Dichtern der maurisch-span. Periode vor.) Die Bilder tanzen vor den Gedanken her und machen dieselben erst zu dem, was sie wirklich sind. DaS Bild schwebt in Lüften, der Gedanke lebt im Herzen, das Talent des Sprechenden oder Schreibenden macht beide zu einem Leibe — die geistige Ehe der Materie mit der Form — daß sie dann in die unendlichen'Räume der Nationen und der Zeilen wandern. Der Ucbersetzcr uniß diesen Prozeß durchgehen. Manche Bilder sind geschichtlich, sie sind nicht überall zu brauchen; manche liegen in der Natnr. Manche Ursachen aber könnnen auch ihren Gebrauch erschwcren oder ganz verbieten. Man denke z. B. an die mythologischen Personen, die den modernen Dichtern von den alten als Erbschaft anbcimgcfallen sind, sie sind im Hebräischen nicht zu brauchen. Proteus, der allgemeine Begriff des Unbeständigen, des Vcrwandelbarcn'"), cS ist nichlS im Hebräischen da. Irgend eine Anschaunng für einen solchen Begriff anfzusindcn, bleibt dem Talent des Uebcrsetzers Vorbehalten Manche Fräse — obwol rein menschliche individuelle Anschauung — dürste nicht so leicht sein hebräisch zu geben. Man denke an die Zeile Schillers: ״Edle Naturen zahlen mit dem. was sie sind""'), eine Zeilewelche eine Art Sprichwort geworden ist. Es dürfte auch nicht minder schwer jeiit, diese Zeile in eine andere Sprache zu übersetzen. Es enthält diese Zeile die Summe der Bestrebung eines Menschen, der nicht nnisonst gelebt hätte. Der Gedanke dieser Zeile hat allen bedeutenden Menschen vorgeschwebt. Göthe sagt von Schiller: ״Er wandte der Blüthe höchste» Streben das Leben selbst, an dieses Bild des Lebens״, Abraham b. ChaSdai hat sich allenthalben als geistreicher Uebcrsctzer gezeigt. Wir dürfen jetzt nicht länger bei diesem Gegenstände weilen. Der deutsche Ucbersetzcr hat (S. 117.) von einem richtigen Znftinktc geleitet, einen Zweifel gehegt an die Richtigkeit seiner liebersetzung von einigen Versen. Unbekümmert um die Eleganz unserer Sprache — diese mag er selbst bei einer andern Gelegenheit den Zeiten geben — wollen wir hier eine wörtliche Uebersetzung seiner Verse geben. (Fortsetzung folgt.) Anmerkungen. ') Es ist diese Bemerkung der Grundgedanke von Schiller'» Gedicht: ״das Glück." Die Wurzel ist zum schönen Baum geworden. ״) DaS thalmndische!דברים כבושיב (Taanith 2, 1) mag dem hcbräischkundigen Leser ins Gedächtniß gerufen werden. 3) lieber das Wort Nasir und ähnliche haben wir in unsern» Ben Gebirvl (S. 7) manches mitgctheilt. Auch das הכביי לבב lebend. S. 91) bedeutet Sufis. Im Ben bamelech (Kap. 25) ist auch der Ausdruck בעלי הלבבו' ריבות. 4) B e n Hamclech Kap. 14. 5) Vergl. unsere rabb. Blumenlese S. 94 Nr. 27. Es »lag bei dieser Gelegenheit bemerkt sein, daß dieses Sprichwort schon im Mnnde von Sa pp ho war: ״nicht Honig, nicht Biene für mich" (Hartung.׳ die griechischen Lyriker Thcil II. S. 106.) '') Satiren XIV. v. 31. -) Ebcnd. v. 321 in Webers Uebersetzung. 8) Vergl. die Nachweisungcn in unserem Ben Gcbirol S. V. ") Du bist an Theil III. S. 44. ״Der Tag des Kusses״ bei den Tbalmudistcn ist damit zu vergleichen; vergl. unsere Blumenlese S. 167 Nr. 318. ") Jb n Challican. (Wir können in diesem Augenblicke diese Stelle nicht finden.) ") Im Vorbeigehen mag hier bemerkt werden, daß die 4 sögenannten Kardinaltugenden in unserem Buche nicht erwähnt werden. Daß A l g a; a l i sie erwähnt. haben wir bereits in nnserm B e n Gebirol (S. 98 Note) angemerkt. '") Die hcbr. Worte lauten (Kap. 23): נהשב כמו £2!־ אלהים בבית כיפר בתורתו• Es mag bemerkt sein, daß diese Fräse auch von einem arabischen Dichter gebraucht wurde. Es ist diese Fräse von 2 b n E b a l l i c a n II. S. 167. n) lieber diese 2 Werke haben wir im zweiten — noch!tilge-- drnckkcu — Hefte unseres Ben Gcbirol einige Mittheiluugen gegeben. ") 2 b n Challican I. S. 370. 2m Ben hamclech Kap. 3 vergl. auch nuserc Note im אוצר מהמר II. S. 42. '•"׳) lieber Sentenzen überhaupt haben wir im Ben Gebirol gesprochen und anch Parallelen reichlich gegeben. Vergl. auch Herder (Zur Literatur und Kunst. Band XII S. 38 ff. Ed. Karlsruhe). '") 2m Heb. hätte eö הרמה heißen sollen. DaS Wort נהם hat in der Bibel in gewissen Konstruftioneu wol die Bedciitnng ״bereuen." DaS Wort נהמה aber beißt in. Allgemeinen ״Trost." Der Uebcrsctzer bat sich in der Elle wie es scheint in der Wahl des ,ichtigcn Wortes vergriffen. Wir haben anch Alcharisi sich einmal in

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