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Ben Chananja · 1861-05-17 · 20 (17.5.1861) · p. Seite 180

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Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
20 (17.5.1861)
Date
1861-05-17
Page
Seite 180 (sequence 6)
Language
German
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180 die vrrbreiteste PrariS, den gesctzmässigen Kontrakt, mit Angabe des Datums, des NameuS des Notars, darin 11ן erwähnen. Diesem eigenthümlichen Branche dankte jüngst hier in Padua eine Wittwe die Erstattung ihres HcirathsguteS; anstatt des abliaiidengekomincnen EhekontrakteS reichte sie dem Gerichte die Kethnba ein, die als giltige Urkunde erklärt wurde. Pros. L. dclla Torre. 1׳ Wien, 12. Mai. Als Kuriosum thcile ich Ihnen mit, daß s. l. e. a. wahrscheinlich aber in Königsberg folgende Schrift crschicneu ist. קינטרת גזרת תת״׳ו• Dos hoben mir malik gcwc» von, loschen hakvidisch woS doö ho, mcchaber gewen Rabbenü Elfter bcr Nosan hamchüne Nawan sal woS doö hat gedrückt baraw ^ר׳ ^רר Magid Mcschorim in Leipzig. Dasselbe ist auch hebräisch in Ezcrnowitz und in Wien mit Weglassung des Namcus des ersten Edikorö erschienen. X Wien, 13. Mai. Gestern fand im hiesigen israelitischen Taubstttmmcn-Znstitnt eine öffentliche Prüfung der männlichen nnd weiblichen Zöglinge statt, welche das zahlreich anwesende Pnbliknin in hohem Grade befriedigte nnd für die Leitung des anSgezeichiicten Direktors Joel Deutsch ein neues glänzendes Zcuguiß ablegte. Rührend war der Anblick des anwesenden Gründers Hrn. Ko llisch, der leider ein sehr gebrechliches Aussehen hat. — Heute war Prüsnng im Szant o'sche Mädchen-Institute, wobei die anwesenden Prediger l)r. Jelluiek, Nabb. Horowitz und Rcligionslehrcr Breuer Gelegenheit hatten, sich von dem trefflichen Religionsunterricht, den die Mädchen dort erhalten, zn überzeugen. Es war sehr erhebend zn sehen, wie die erwachsenen Schülerinnen in der nachbiblischen Geschichte heimisch sind. MatterSdorf, i», Mai. Die hiesige Gemeinde ist entschlossen, das hiesige Rabbinat, welches nach Abgang des Hr. Sinion Schreiber nach Krakan erledigt wurde, recht bald zu besetzen. Hr. Nabb. Hildesheimer sucht einen der ung. Sprache mächtigen Gcsiunnngsgenossen für das hies. Rabbinat. um durch denselben die Interessen der Rcnorthodorie beim Komitate vertreten zu lassen. Unser frühere Rabbiner soll, wie ans Krakau gemeldet wird, eisrigst besiissen sein, sich die Kennlniß der polnischen Sprache anzneigncn. M. Aus der ZipS, im Mai. Die Vertreter der Zipser isr. Gemcinden erwarten die Emanzipation vom gegenwärtigen Reichstage mit Zuversicht, und finden es nnnöthig, in dieser Rücksicht Schritte zu thml. In Leskocz kam es zwischen^ dem Grundbesitzer und sein.,,, jüd. Pächter zu sehr unliebsamen Auftritten.! Gtuhlweiftenburg, Ans. Mai. Rabb. Guggenheimer hat am 23. v. M. die hiesige Stadt auf immer verlassen. Die Konstitnirung der ״Orthodoren" zn einer bcsondern Gemeinde stößt auf unüberwindliche Hindernisse. LugvS, 8. Mai. Unsere Gemeinde zählt 100 Familien. Seit 1841 besitzen wir eine geräumige Synagoge. Der Gottesdienst wird mit Ehorgcsang abgehalten. Unsere drciklassige Schule ist mit tüchtigen Lehrkräften nnd den erforderlichen Räumlichkeiten versehen. Zur Gr eichlnng cuies Spitals wurde vor Kurzem ein Haus angekansl. Der Kaufpreis, 0000 fl. ö. W., übersteigt allerdings die finanziellen Kräfte der Gemeinde׳, allein waö wäre den» scsteu Willen, dem einheitlichen Znsauimcnwirken wol niuuöglich? — Die Spitaleinrichlnngöstücke waren schon früher reichlich gespendet worden. Solchergestalt werden wir das von dem zurückgetretenen Vorstande begonnene humane Werk durch die Energie des gegenwärtigen Vorstandes bald vollendet sehen. Unsere religiösen Angelegenheiten sind durch nnsern sehr verehrten Oberrabbiner,; Hrn S a l. Weiß, trefflich vertreten. Sein unablässiges Streben,; wahre Rcligiösität nnd Humanität zu verbreiten, ist bereits durch manche erfreuliche Erfolge gekrönt worden. Religiöse Spaltungen nnd Partei-! ungen sind unserer Gemeinde seit Jahren fremd׳, JndifferentiSmuö hat Lei uns nicht seinen Wohnsitz ausgeschlagen. Wenn gleichwol nicht Alles ׳ 1V ist, wie eS sein sollte; so ist der Grund dafür einzig und allein in den beschränkenden Verhältnlffen der letzten Zeit zu suchen. War nicht selbst Ben Ehananja'S Hammer in seinem Schwünge gelähmt? — Heber unsere ivziäle Stellung so wie über manches Andere berichte ich nächstens. Nur die Meldung, daß an unserer Schule für den nngarischen Unterricht hinlänglich gesorgt ist, möge schließlich hier noch ihren Platz finden. A. Popper. Briefe ans Galizien. IV. Tarnopol, 12. April. In alle» pädagogische» Blättern wird auf die Wichtigkeit von Lehrer-Konferenzen hingewiesen. Der Lehrer steht in seinem Wirkungskreise mit seiner Ansicht isolirt. Jede Metote, die nachuiärzlich analitische oder die vormärzlich lyntctischc ist fruchtbringend und belebend, wenn der geistanregende Vortrag des Lehrers Leben in dieselbe bringen kann. Daß jeder Lehrer aber die neue oder alte UntcrrichtSmetode je nach seinem Bildungsgrade anders anffasse» muß, ist logische Kvnsegnenz. Der Pädagog, der während der öffentlichen Prüfung seine Kollegen ihre verschiedenartige Anssassnngsweiie der ״neuen Lchrmetode" bloSlegen sieht, wird der festen Uebcrzengnng leben, daß bei eine», derartigen Unterrichte, an einem gleichmäßigen progressiven Bildungsgänge der Jugend nicht zu denken sei, da die ״Schule", die Einen Körper bilden soll, ein loses zusau!- mcnhängendeS Knochen-Aggregat von heterogensten Ansichten und Metodc» ist. Der Kenner jüdischer Zustände, des Bildungsgrades isr. Lehrer wird zngebcn, daß deren Wissen nicht immer bcgränzt wird von der Kennlniß der normalschnligcn Gegenftändc. Der größere Thcil hat wissenschastliche Bildung nnd bringt seine Freistunden mit dein Studium der Klassiker zn, oder ruht von der Berufsarbeit anü in der biblischen Eregete und im Labyrinte des Lhalmnds lustwandelnd. NichtSdestoweniger können ihm diese Studien die Einseitigkeit in der Unterrichtsweise nicht wcghauchen. Meine Herrn Kollegen werden gewiß von der Rolhwcndigkcit nnd Nützlichkeit der Lehrer-Konferenzen überzeugt sei». Auch ist ihre Ueberzeugung viel älter. Aber man ist in Galizien gewohnt Alles beim Alten zu belassen und wie Dickens Kutscher beim lebendigen Tage wachend zu >ch lasen und schlafend zu wachen! Ich trage daher folgendes an: Am ר״ה treten die Lehrer einer Anstalt zusammen. besprechen die geschehenen Leistungen, den UnterrichtSplan, nnd theilcn einander die wahrgcncmmeneil Erscheinniigeii in dem EntioickelnngSprozesse des geistigen und moralischen Jngendlebenö mit. waö für den Pädagogen vom höchsten Interesse sein muß. Diese Erörternngcn führen zn gegenseitigem Vcrständniß. Der über dem Niveau des ״Gcwölmlichen" stehende Lehrer unterbreitet seine Ansichten, beweist deren Richtigkeit durch Zitate ans pädagogischen Schriststellern. Kamps ist Lebe». Licht dringt ein in so manche Herzensschachte, das Eis des ״Verstocklseins" des ״Anklammerns an das Ucberliesertc" wird hinweggeschmolzen von der Wärme der Ueberzengiing nnd ein gemeinsames Zusammengehen nnd Zusammenwirken zum Frommen der Jugend, erfrischender Than für die dürre Frucht, ist das glänzende Resnltat, die goldene Saat dieser Versammlungen. Waö muß aber anü dem Lehrer werden, wenn er etwas anderes noch wird fürchten lernen, als den Tag der öffentlichen Prüfung, welche in vielen Fällen dazu dient, durch Regelgepränge und Wortschwall die Mangel zu bedecken stau auszudecken, oder den Besuch eines Schulrathes, wenn, zu dessen Znsriedenhcil bcenvigl, der ״Ignorant" unter dem allgemeinen Lobe obendrein auch ein Lorbecrblätchen auf sein 1111־ verdientes Haupt sich verirren sieht, wodurch sein Gang noch aninaßender, sein Schritt beflügelter wird aut dem Wege zur Finsterniß?

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