Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 19 (10.5.1861)
- Date
- 1861-05-10
- Page
- Seite 173 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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173 370 Schützlinge ans. worunter 40 ans Mitteln des Vereines die Schule besuchende Realschüler. Bei dieser bedeutenden Anzahl v. Schützlingen hätte sich, wicwol das (Siiif. d. V. im letzten Jahre um 700 fl. stieg, ein Defizit ergeben haben, wenn nicht die Vorsteher d. isr. Armenanstalt den Verein unterstützt hätten. Auch d. NeligionSl. Dr. Wolf erleichterte durch Herbeischaffnng v. Büchern d. Verein die Lösung einer eben so schwierigen als schönen Anfgabc. Die Einnahmen des Vcreins betrugen 5025 fl. 78 , und überstiegen den Betrag der Ausgaben mit 184 fl. 04 kr. Die größte der Ausgaben bildet des Schul- und Lehrgeld: 4728 fl. 72 fr. Am Ehannfafcstc wurden Kleidungsstücke vcrthcilt, wozu ein großer Beitrag von Stoffen jeder Art und 1457 fl. gespendet wurden. Die Feier der Acthcilung wurde durch einen Vortrag Mannheimers verherrlicht. Die Schützlinge sangen ein Choräle, wclcheü Pros. Julius Snlzcr, der cs mit denselben cinstudirt hatte, auf einer Fisharmonika begleitete. Das größte Verdienst um das Gedeihen des Vereins haben die edlen Frauen, die an der Spitze desselben stehen, und sich der Leitung desselben mit der ganzen Fülle ihres frommen, liebevollen Herzen widmen. Die Namen: Julie Schlesinger, Maria Schnapper gcb. v. Wcrthcimstein, Reg ine Brau de iS, Heuriette Werthcimer, Emilie Pfeiffer, A nt onie Boschan und Negine Werthcimer werden von Tausenden unter den heißesten Herzenswünschen gcnanui. כוכבי יצחק.Hercmsgegeben von M. E. Stern 25. Heft. Wien 1860. Holzwerth. Zweiter Artikel 1). Besprochen v. Leopold Dukes. Periodische Schriften, woran viele Mitarbeiter bethciligt sind, worin viele verschiedenartige Gebiete betrachtet werden, sind wie gemischte Gesellschaften, deren Mitglieder selbst sich nicht genauer kennen. Ein einzelnes Buch über einen einzelnen Gegenstand bewältigt der Bcurthciler leicht. Minder leicht zu bewältigen für den Acurtheiler sind vielgestaltige, vielköpfige Bücher. Umstände zwingen jeden Bcnrtheiler, nur dasjenige auözuhebcn und der allgemeinen Betrachtung vorzuführen. was er augenblicklich für passend oder thnulich findet. Dasselbe wollen auch wir hier thun. An Jcllinck's Mittheilung — welcher wir mehr Ausmerksamkeit widmeten, weil dieselbe ein ganzes Merkchen ist — schließen sich andere Beiträge zur mitteraltcrlichen Literaturgeschichte an. Von uns und S. PinSkers — dem gelehrten Herausgeber des ליקוטי קדמוניות — sind manche religiöse Poesien v. Abraham den Esra darin mitgetheilt. Manche derselben waren bis jetzt gänzlich unbekannt. Daß Moseü Narboni einen Vers, des ')) קוראי מגלה erwähnt, haben wir bereits im NachalKedn m i m (S. 50 Nr. 34) augemerkt^). Daß diese Gedichte in historischer und allgemein literarischer Hinsicht interessant sind, ist überflüssig zu bemerken. Auch christlicher SeitS sind in den letzten Jahrzehcudcn manche Hymnen-Sammlungen des Mittelalters erschienen 3). Hr. Stern möge fortfahren solche Stücke zu geben und möge dieselben auch als sehr nützlich betrachten. Manche geistreiche Erklärungen von verschiedenen Thalmudstesten finden sich in diesem Hefte von Rabb. Horowitz und von I. Pope (uns persönlich als ein geistreicher Mann bekannt), lieber das טוב שברופאים וג vergl. unsere Sprachsünde (S. 13 ff.) über das אני ו״וא ebendas. S. 68. Es ist diese Stelle jedenfalls dunkel'). Das מרקד אהלה ist richtig erklärt. Manches hichergehörige haben wir in Frankels Monatschrift s. 850 S. 238 mitgetheilt. Solche Erklärungen sind nützlich und interessant, sie lenken die Aufmerksamkeit ans Stellen, die einer Erklärung bedürfen; durch die Anregung, die sic geben, bahnen sic den Weg allmählich für das Nichtige. Es gibt im Thalmnd noch genug zu erklären, sowol Wörter z. B. ־■׳• ט״עא), welche nur zur Geografie gehören, לשין עגק, welches als ein allgemeiner Begriff zu betrachten ist, für welches kein hebr. Wort sich zur Erklärung findet ") u. s. f. Nicht minder!st die Anzahl dunkler Sachen und Anschauungen. Eine durchgehende Vergleichung von Philo mit den thalnilidifchen Werken in einer übersichtlichen Form wäre wol interessant. Einzelnes hierüber dürfte wol in manchen Werken zerstreuet sein aber ein ganzes Werk fehlt unseres Wissens darüber. Das Alter nnd die Verbreitung gewisser Ideen und Traditionen, würden dadurch klar hcrvortreten. Wir wollen z. B. hier nur anführen, daß die Idee von Gericht (p) welcher in der Mischna bereits mit dem Nenjahrstag vcrbunocn ist, bei Philo nicht erwähnt wird T). Bloße Vcrmnthnngcn reichen nicht hin, das Historische zu ersetzen. Es müssen historische Anschaiinngen von anderwärts geholt werden, uild dem Forscher zur Seite stehen. Es liegt viel Kultur-Historisches im Thalmnd, welches noch nicht betrachtet wurde. Parsische Quellen würden wol sehr nützlich sein zur Erklärung mancher thalmndlschen Anschauung. Viele dieser Quellen jedoch sind ganz verloren gegangen und die vorhandenen sind so selten und so wenig bekannt, daß dieselben als nicht eristircnd betrachtet werden dürfen ")- Wir wollen hier als Beispiel anführen, daß die thalmndische Anschannng, daß die Seele nach dem Tode um den Körper hcrumschwebt, eigentlich eine altpar fische Anschauung ist"). Die spätcrn Darschanim, welche nur Witz zeigen wollten, können nicht von Nutzen sein. Dieselben haben meistens anffallenre Stellen oft aus dem Zusammenhänge gerissen. Man könnte die Worte des Thalmnd's מנעו כניכם מן ההגיון in der Anslcgttng des N. Z cm ach G a on ans sie anwendcn lü) d. h. man soll solche Stellen ferne halten von der allgemeinen Betrachtung und verständlichen Stellen bekannt werden lassen. Eö finden sich in diesem Hefte manche andere interessante Stcllen von L. Eisler und S. Fränkel, welche der Betrachtung Werth wären, welche wir uns aber für eine andere Gelegenheit vcrsvaren müssen. Es finden sich in diesem Hefte wie in den frühen! hebr. Gedichte aller Art. Soll man hebr. Gedichte lesen? — wenn man will. — Soll man hebr. Gedichte schreiben? wenn man kann. In Bezug auf diese Gedichte und stylischcn Aufgaben in dem Hefte, so sei uns, ohne als ein schwarzgallger O bilius zu erscheinen, zu bemerken erlaubt, daß nicht viel Talent in denselben wohnt. Es sind viele Gelegenheitsgedichte darin. Jeder Tag ist — nach Philo ") — ein Fest. Vorausgesetzt, man verstehe denselben dazu zu machen. Jedes Gedicht — hat man gesagt — ist ein Gelegenheitsgedicht. Vorausgesetzt aber, daß sich auch das Talent zu der Gelegenheit gefunden hat. Die gewöhnlichen Ereignisse des Lebens ziehen unbemerkt vorüber. Nur wenn daö Talent eines Dichters dieselben zu Trägern allgemeiner Anschauungen macht, lassen sie sich halten, sie sind dann Volivtafeln im Tempel des Ruhms. Der Dichter hat die Gelegenheit erwartet, bis sie an ihm heranzogcn ist und hat ihr nachher sein Siegel anfgcdruckt. Die meisten der modernen Gedichte sind deutsch anfgcfaßt und die wenigsten der modernen Stylisten haben eine klare Anschauung, wo eine deutsche Anschauung mit einen hebräischen zusammentreffen kann und wo sie sich trennen. Die Linie genau vor Angcn zu haben, macht den wirklichen hebräischen Stylisten. Es erfordert dieses ein tieferes Stu-