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Ben Chananja · 1861-05-10 · 19 (10.5.1861) · p. Seite 169

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Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
19 (10.5.1861)
Date
1861-05-10
Page
Seite 169 (sequence 3)
Language
German
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169 Auch haben wir die Verheißung, daß der jüd. Stamm nie aufhören werde, so lange Himmel und Erde bestehen; — der jüdische Stamm hat aber ohne den Inhalt seiner Lehre durchaus keine Bedeutung (אומתנו איננה אומר. כי אם בתורותיה). Und ehe die Stimme der Profeten ans immer verhallte, rief der letzte der Profeten nochmals Israel zu: Gedenket der Lehre MosiS, meines Dieners u. s. w. Als filososisch unmöglich erscheint der Gedanke einer jemaligen Aenderung der Thora, weil eine solche nur durch eine Sinnesänderung GotteS, deS ewig Unveränderlichen, erklärt werden müßte. — Wol werden gegen dieses Argument sieben Einwürfe vorgebracht, doch ist deren größter Theil so schwacher Natur, daß eö dem Filosofen aus Fajum ein Leichtes wird, sie zu bewältigen. Anders ist dies jedoch mit dem einen Einwürfe viel triftigerer Natur, der bildlich auögedrückt, also lautet: ״Die Rüthuug der Dattel, die Anfangs grün gewesen" — die Entgegnung Saadia'S ist bei diesem Punkte nicht ganz klar. Wir werden im Verlaufe unserer Abhandlung bei einem andern bedeutenden jüdischen Religionsfilosofen, der in der Frage über die Ewigkeit der Thora auf ganz originellem Standpunkte steht, ans den letzter» sehr wichtigen Punkt nochmals zurückzukommen Gelegenheit haben. (Fortsetzung folgt.) Anmerkungen. ') Emunot III. 7—10. ־) Wir bemerken hier gelegentlich, daß Ibn Esra, der gegen Liesen Chiwi so oft offen ins Feld zieht, im Kommentare zn Genes. 8, 20, ebenfalls diesen bibelseindlichen Hpperkrttiker im Sinne zu ha- -en scheint, wenn er sagt: והלילה הלילה להיות השם מריה ואובר• Ch iwi nämlich hatte die Frage aufgeworfen: (למה הייב (השב בעבודה קרבנות אם אינו נזון ולמה הייב בלחם הפנים אם לא יאכל (S. Pinskcr'S Liknte S. 28). י) In Frankel'S Monatschrift 1855, Oktoberheft. ׳) Bergt, z. B. was Saht ibn Temim (Jezira-Kommentar, zitirt von D-, Orient 1847, L. B. S. 84) hierüber referirt. (כמו קדוש קדוש קדוש וכמו ד׳ מלך ד׳ מלך ד׳ ימלוך ,וכדומה להם שהניצרים טועים בהם לוכור לטעותם שלוש. — Interessant ist die Stelle, in der Abraham Farisol (Magen Abraham Kap. 58 , ebenf. zitirt von DuckcS, das. S. 120), die Parallelle, die man zwischen der angenouimenen Gegenwart des Profeten Elias und der Gegenwart Christi im Abendmahle ziehen wollte, zurürkwcist. ף Andererseits wurden auch von jüdischer Seite auf die beiden Weltreligionen Bezug genommen und Stetten in der heil. Schrift nachgewiesen. Der Vers, des Ehozari 4, 11. bezieht die Stelle: ועבדתם שם אלקים אה די ם עץ ואבן auf das hölzerne Kreuz der Christen und den in der Kaaba befindlichen heiligen Stein Hadschar el-Aöwad. Maimuni bezieht das קרן ועירה in Daniel 7 , 8 ans den Halbmond der Mohamcdaner. Ja, Abraham Saba (Zcror hammor pag. 07 b.) will in שתי וערב — Levitikus 13, 51 — das bekannte Bild angedeutet finden. ^) Vielleicht fanden fie eine phonetische Aehnlichkcit zwischen Pharan und Arapba, einem unweit von Mekka gelegenen Berge, ans dem Mohanied von einem großen Herrn seinen Gläubigen eine Art Vergredc hielt (S. Weil, Einl. in den Koran S. 27). Wir müssen übrigens bemerken, daß auch die Midraschlehrer dieses הופיע מהר פארן auf die Jsttiaeliten beziehen, natürlich in andern! Sinne. Die Midraschlcgcnde ist von den Targumim Jonathan und Jcrns. rczipirt worden °, und wenn ersterer Seir durch נבלא wiedergibt. so ist dies ganz in der Ordnung, denn das Gebirge Seir wird von den Arabern Dschebl (Gebalenc bei den Griechen) genannt.(Vcrgl. Raumer Palästina S. 72, Schwarz, das heil. Land S. 165). Auch im Alterthnm scheint es schon diesen Namen gerührt zu haben, wie dies ans Psalm. 83, 8, hcrvorgcht. Allein sonderbar ist es. daß Targnm Jerns. פארן durch טורא דנבלא widcrgibt. ') Emuna rania, cd. Weil S. 78. ואין ראוי לשום אדם לקהת ראיה מדבר מוכרת מאשר ף לפניו ומאשר לאחריו• — Es sind dies behcr;i§cllSwcrthc Worte, die sich selbst die Neuzeit noch ad notam nehmen dürfte. '') Bergt, dagegen Ibn Esra Pentat.-Komment. Lcvit. 7, 18. Schulwesen. v. Die Direktion jüd. Schulen. Bon M. N eiö, Lehrer an der dcutsch-hcbr. Hauptschule in Nikolsburg. H. Rabb. Hochmuth hat im ״B. Chan." Nr. 1 l. Jahrg. die Direktionsfrage bezüglich isr. Volksschulen nach allen Richtungen hin erörtert, und sein dieöfälligeö Elaborat mit folgenden Worten geschlossen: Mögen sich auch andsre Rabbiner und Lehrer darüber vernehmen lasse», uud ihre Ansichten und Erfahrungen in diesem Blatte veröffentlichen. Nun hat zwar laut einer Korresp. in Nr. 3 der allgemeinen Zeitung d. Judenth. l. I. diese Frage, von einer andern Seite angeregt, bereits ihre entschieden negative Erledigung erhalten; um jedoch der vorerwähnten Aufforderung Folge zu leisten, und um der Wahrheit die Ehre zu geben, will ich als erfahrener und im Lehrfache ergraueter Schulmann über den beregten Gegenstand meine unmaßgebliche Meinung in folgenden Zeilen darlegen. H. Nabb. H. betont vor Allem den frommen Wunsch, daß im Prinzipe der Gleichberechtigung den isr. Kultnsgemeinden und ihren Rabbinern derjenige Einfluß auf die Dirigirung und Ueberwachnng der Schule gestattet werde, welche anderen (nicht isr.) Gemeinden und ihren Seelsorgern gestattet ist. Nun möchte ich wohl wissen, welchen möglichen Einfluß eine Gemeinde bezüglich der Dirigirung und Ueberwachung ihrer Schule beanspruchen könnte, den ihr daS Gesetz nicht schon längst gestattet hätte! Sie hat daö gesetzliche Recht ihre Lehrer und Ortsschulaufseher der kompetenten Behörde zu präseutiren (Präsentationsrecht), gegen sie Beschwerde zu führen und auf ihre Entfernung zu dringen, wenn genügende Gründe dazu verliegen, und endlich ihre Rabbiner zu ermächtigen in ihrer Schule die religiösen Lehrobjekte zu wählen, und Ziel und Lehrgang derselben nach Einsicht und Umständen zu regeln. Ein ausgedehnteres Recht, die alte Willkürherrschaft, wie Herr H. selbst eS ganz richtig bezeichnet, will er doch nach seinen eigenen Worten,

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