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Ben Chananja · 1861-05-03 · 18 (3.5.1861) · p. Seite 164

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Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
18 (3.5.1861)
Date
1861-05-03
Page
Seite 164 (sequence 6)
Language
German
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164 sich vom Geiste der Gerechtigkeit und einer gesnnden Politik leiten läßt, schwinden mit überraschender Schnelligkeit die ttebclstände, über die so oft Klage geführt wird. ״Blickt mich nicht so verächtlich an; dcnit ich bin nur geschwärzt weil die Sonne mich gebräunt bat (S. 11)'." Die edle nnd männliche, von allein Eigendünkel freie Apologie tritt im Gewände der Allegorie ans, indem sie das, was sie von dem Ruhme, von der Perthcidignng, von der Hosinnng ihres Helden zn sagen hat, mit den Worten des Hohenliedes sagt, in dessen allegorischer Auslegung sic altrabbinischen Führern folgt. Dies geschieht aber auf eine so geistreiche, nngcsnchte, geschmackvolle Weise, daß die bibelscsteu Zuhörer I)r. Jellinek'S sich ohne Zweifel gesagt haben: ״Mein Freund ging hinab in seinen Garten, zn den Balsam-Bccten, in den Gärten zn weiden, und R o s e n z n s a in m c l n (HoheSl. 6 , 2); denn die Predigt ist in der That eine Antbologie der ansprechendsten Deutungen, mit welchen die alte allegorische SchriftanSlcgung das Hohelied begleitete. Wir wünschen der gcist- und kunstvollen Predigt die weiteste Verbreitung, und den Genossen unserer Zeit, daß sie recht bald das Hohelied vernehmen mögen, ״wie cs die Geschichte noch nicht vernommcn hat, das Hohelied der Humanität, der völkcrcrlösendcn, völkerbcsrciendcn Humanität (S. 15)!" Gcdächtnißredc zur Erinnerung an med. 1)1׳. Ignatz S ch l csing er.gehalten in der Vers. d. k. Bndapestcr Gesellschaft d. Aerzte, 23. März 1861., v. Dr. Zos. Liözsay, Priniarazt. Pest. Wodianer. 1861. 8. 18. Daö Verdienst wird man den Inden der Gegenwart nicht absprechen können, daß dieselben die Verdienste ihre hervorragenden Männer mindestens literärisch zn würdigen wissen. Vixerc fortes ante Agamcmnonem Multi; 86(1 omnes illacrymabiles Urgentur ignotique, longa Noetc; carcnt qnia Vatc sacro. Wie viele Forscher zählt die jüd. Lit. Ges. aus, von denen gar kein lcbcnSgeschichtlicheS Moment aus die Nachwelt gekommen? — Dies wird in der Folge nicht der Fall sei»; unsere Zeit entzieht keinem ehrenvollen Streben die gebührende Anerkennung. Der Held vorliegend. Rede, Dr. Ignatz S ch lesi n g e r (geb. 1810; gcst. 22. August 1819), einer der gesuchtesten Aerzte Pcst'S, war sowol wegen seiner geistigen Begabtheit, als seines edlen Sinnes eine sehr achtensnnd liebenswürdige Persönlichkeit. Als Schriftsteller trat er 1818 ans. Seine Preisschrist ״Medizinische Topografie v. Pest-Ofen" wurde gekrönt; er wendete aber den Preis (100 Dukaten) dein Fakultätsfonde für arme Kollegen zu. An den jüd. Angelegenheiten hat er den lebhaftesten Antheil genommen, und, sich als Vorsteher d. Pester Gemeiude, als Mitbegründer des ung. Vereins und des Handwcrkervereinö bleibende Verdienste erworben. Die vorliegende Rede wurde ursprünglich in ung. Sprache gehalten: auf Verlangen der Familie des Verewigten ist dieselbe in'S Deutsche übersetzt wordeil. Dr. RözsaN (gegcnw. Vors, d. ung. Vereins) hat durch diese nach Inhalt und Form sehr treffliche Rede nicht nur s. verew. Freunde, sondern auch sich selbst ein schönes Denkmal gesetzt. Helden- und Liederbuch von Ludw. Aug. Frankl. Wien und Prag, Kober und Markgraf 1861. 16. VIII. 116 Preis 2 st. österr. Wäbrnng. D e r P r i m a t 0 r. Gedicht in 7 Gesängen v. Ludwig Aug. Frankl. Prag und Wien Kober nnd Markgraf. 1861. 8, 61. Preis 10 kr. österr. Wäbr. Die ersten Stoffe, welche Fr. für seine Dichtungen wäblce, waren ן weder d!׳!>; .uidenilnciiie. noch der -üd. Geschichte entnommen. Sehr I natürlich! Fr. dichterischer Genius erwachte in Lcitomischl, wo er das Piaristcngpiunasinin besuchte. In L. gab cS zu jener Zeit weder eine jüd. Gemeinde, noch einen jüd. Religionsunterricht. Erst als gereifter Mann trat Fr. mit seinen Stammnnd Glaubensgenossen in nähere Gemeinschaft. Für das der Kultur abgcwendcte gernianofränkische Indenthnm des Mittelalters wäre Fr., wenn er sich auch äußerlich nicht von seinen Brüdern getrennt hätte, verloren gewesen. Das neue, mit der Kultur versöhnte, sich seiner selbst bewußte Indenthnm. das so viele seiner edlen nnd begabten Söhne gewinnt, hat auch Frankl wieder ge- Wonnen, wie dessen zahlreichen indciitbümlichen Gedichte beweisen. Das vorliegende Heldennnd Liederbuch enthält mehrere solche Dichtungen. Das erste derselben, Icchanan ben Sakkai, (125-129), zeigt, daß der Dichter die neuere jüd. Geschichtsforschung mit Aufmerksamkeit verfolgt. Die religionSgeschichtliche Bedeutsamkeit seines Helden feiernd, singt der Dichter: ״Es forscht nnd lehrt der GotteSstrcitcr, Die Jugend mehrt, was er erwarb; Wenn ein Geschlecht von Weisen starb, Geschlechter crben'S innthig weiter; Bis ob nmdroht von Tod und Nacht In tausendjähr'gcr Geistcrschlacht Der Ban des ncncn Reichs vollbracht, Ein für die Ewigkeit gefeiter." ״Der letzte Hohepriester (130 — 132)" ״Ehanina b. Teradjon (133—138)" behandeln Legenden ans der thalm. Zeit, deren Behändlang uns auch das folgende Gedicht ״der Wiedergcfundcne" übcrtroffen scheint. Der ״Primator" ist der mythenreichcn Vergangenheit Prag'S gewidmet, und wird ohne Zweifel die weiteste Verbreitung finden. Wir können nicht umhin, ans dem Nachgesangc ״der Golem" folgende, die einem Jünglinge in den Mtliid gelegte Worte anznführcn: ״Wie oft der Menschheit auch die Schergen Noch hcinincn ihren Siegeslauf, Es ruht ein Kampfgeschlecht in Särgen, Ein and'rcS steht gewappnet auf. Die Lichter, die der Menschheit scheinen, Gebrochen, bunt Millionenmal, Der letzte Priester wird sie einen Zn eine m weißen Friedcnstral. Wie Mose, nur aus weiter Ferne Das gottverheißnc Land gesehn, Seh' unterm Horizont die Sterne Ich. die der Nachwelt ans erst gehn!" Wir wünschen vom Herzen, daß sich Fr.'ö Muse recht oft dem Gebiete der Vergangenheit, Gegenwart und Znkunst Israels zuwcnden Deutsche Schuld ü ch e r. 1. Hästcr'ö Fibel, oder der Schreib- Lese-Unterricht für die Unterklassen der Volksschule. Für ist. Schulen bcarb. v. Ein. Hecht. 2. (Stcrcotyp)-AuSgabc. Essen Druck n. Verlag v. G. O. Bädeker. 1861. Pr. gcb. 7'/. Sgr. *) Indem wir diese kurze Anzeige schließen, kommen uns Nr. 22 nnd 23 des von Jos. Aran» red. ״Belleiistrischen Beobachter'ö" zn Gesichte, welche eine sehr ausführliche Besprechung des Heldennnd Liederb. enthalten. Der Ree. meint, ״ree Ideellgang in dem ״letzten Hohenpriester" sei so modern, daß d. Stoff d. Ged. nur durch eine ״pia thllacia״ als 1 Halm arisch bezeichnet werden können." In der Thal ist aber dieser Stoff in einer Barajtha enthalten, wie ans dem Thalmnd!aan. 29 , :1, zu ecsebcn ist.

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