Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 18 (3.5.1861)
- Date
- 1861-05-03
- Page
- Seite 160 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Messias aus, aber er beschützte sie Juden und schöpfte auch Nutzen von denselben; denn dem Verstände eines jüdischen Meisters verdankt England eine seiner kostbaren Inseln: Jamaika! Den Aberglauben deS Thalmnd hatte der De-׳ breziner Abgeordnete vollends nicht erwähnen sollen. Möge er lieber in den Jahrbüchern seiner Stadt blättern; er wird ein merkwürdiges Beispiel von Aberglauben in dem Prediger Peter Jloövay finden, den seine Grübelei über die Prädestination zum Selbstmorde führte (1653), oder in dem sogenannten schwarzen Manne Georg Karne so», der fich von dem Pöbel für einen Profeten halten ließ, und vorgab, er werde die Türken ohne Waffen, vermittelst seines GebeleS besiegen. 600 Menschen folgten ihm singend bis Szolnok, wo er jedoch von den Türken geschlagen wurde. In Debrezin wurde er hingerichtet*). Wo eS MF ns che n gibt, dort gibt eS auch Fehler und Vornrtheile; Vollkommenheit soll man nicht suchen!" Paloczy kannte nicht die lieblose Verblendung welche bei Benrtheilnng unterdrückter Volksklaffen den Ton anzugeben pflegt, und welcher selbst Tazitus bei Benrtheilnng der unterdrückten Christen nicht zu widerstehen vermochte. Möge bei Behandlung der Judenfrage das Bild ihres Alterspräsidenten den jünger» Mitgliedern der Nationalversammlung im Lichtglanze himmlischer Verklärung eugegcntreten, und dieselben vor hyperklnger Scholastik bewahren! Wollte man im Geiste des edlen Verblichenen, der seine gesetzgebenden Genossen so oft mit historischen Reminiszenzen überraschte und ergötzte, die letzten Tage seines Lebens beschreiben, so müßte man ungefähr sagen: ״Am 19. April, dem Tage, an welchem der Name ״Protestanten" entstand (1529), — an welchem Filipp Melanchthon starb (1560), — und an welchem der Kaiser und König Ferdinand, der die 48-er Gesetze sanktionirte, daß Licht der Welt erblickte (1793), — beschloß Paloczy seine Laufbahn als Alterspräsident der ung. Nationalvers. Am 27. April, am Tage, an welchem die früher von den Türken zurückeroberten Komitate Szirmten, Vcröcze und Posega wieder mit Kroatien und Ungarn vereinigt wurden (1746), — vollendete er seine irdische Laufbahn. Am 29. April, am Jahrestage des Szathmärer Friedens, (1711) wurde er zu Grabe geleitet." Ich wurde dem Verewigten im Jahre 1849 vorgestellt. *) Im Frühlinge des IahrcS 1570. Karrlcso» besaß ungewölnitichc Leibesstärke, se daß er mit seinen Fingern Hufeisen zerbrach- Das Eisen am Pfluge durchtöchcric er mit ciuem Pfeile. Dadurch erbielt er das Auscheu eined Wuudcrmanneö. Die genaue Erzählung des Herganges mit der Nachweisung der Quellen s. bei Szalai) -1, :)«15., U'c auch zu ersehen ist, daß K.'s Geuesse, Ladislaus SzöeS, an der Stadt Debrezin Rache nehmet: wellte, von Nikvlans Büthvry aber geschlagen wurde. Nachdem er mir über zwei m. ung. Kasnalpredigten, denen Jesajanische und Jeremianischc Terte zu Gründe gelegt waren, einige verbindliche Worte gesagt hatte, sprach er von seiner Vorliebe für den Prof. Jesajas, und zitirte aus dems. einige Stellen in Bezieh, auf die Ereignisse der Zeit. Es sei mir gestattct seinem gesegneten Andenken einige Worte in der Sprache zu widmen, in welcher Jesajas den Willen deS Ewigen verkündete. כד. אניד פיוצי: :בישי אל חעחצי ־.כלח •שוא חפרזצי זדון ישא :די! לשביה בלחי סהר אח טובים ההאז :רו די־ר אה כל רשעה י! Die Jjpjiciiionic!)er sük>.;י ל ' in ilnptn. Der Tag, an welchem vor Kurzem die Nepräsentanten jüdischer Gemeinden in dem prachtvollen Synagogcngebäude zu Pest zusammentraten, der siebente Jjjar, ist in der Fastenchronik (כל:^ה ה^:יה) als ein glücklicher Tag verzeichnet: an die!em Tage wurden unter Simon dem HaSmonäer, dem großen nationellen Restaurator^, die Mancrn Jerusalem's eingeweiht '). Würde einer der versammelten Vertreter sich zufällig an diese geschichtliche. Thatsache erinnert, und darin eine günstige Vorbedeutung für das Resultat der vorzunehmenden Berathungen erblickt haben; er hätte sich in seinen Hoffnungen bald getäuscht gesehen. Die Versammlung hat auf die eklatanteste Weise Fiasko gemacht! Viele werden nun geneigt sein, den Grund dieser Erfolglosigkeit in dem Stadium zu suchen, in welchem sich die Jndenfrage in Ungarn befindet. ״Wozu das Petitioniren? Die ung. Nation ist gerecht und großmüthig; die öffentliche Meinung Europa's hat sich mit aller Entschiedenheit für die Emanzipation ausgesprochen; von Seiten der ung. Juden braucht also kein Schritt gethan zu werden, um den gerechten Forderungen derselben legisl. Anerkenn, u. Geltung zu verschaffen!" Dieses Raisonnement ist besonders beider jüd. Jugend beliebt, welche den bish. Gang der EmanzipationSverh. in Ungarn nicht kennet. Wir haben bereits daran erinnert, daß selbst die Emanzipation vom Jahre 1849 eine theologischpädagogische war, die, statt die Juden zu befriedigen, nur Hader und Zerwürfniß in der Mitte desselben Hervorrufen würde, und daß die ungarischen Juden von der Gesetzgebung ihres Vaterlandes keine theologisch-pädagogische, sondern eine rein politische Gleichstellung erwarten"). Bei dem Umstande, daß in der ungarischen Presse die theologisch-pädagogischen Reminiszenzen immer und immer wieder austanchen, hätte > wol die Frage erwogen zu werden verdient, ob der gegen- 491812