Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1861-04-27 · 17 (27.4.1861) · p. Seite 150

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
17 (27.4.1861)
Date
1861-04-27
Page
Seite 150 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2542917-2543023-2543041--2082-2545823
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

150 chung zwischen Eulogieen (Eben Ha-Ezer 62, 9.) wird leicht durch die Absinguug eines Psalmeö (z. B. 117.) erzielt. 3 e m p f i n c r H1111 ä 11Ö c. Don 3• A. Ro sc n mal) c r. Untern allen Komitaten Ungarn's gebührt dem Zempliner die Anerkennung, in Angelegenheit der Emanzipation der Juden zuerst daS Wort ergriffen zu haben, und waren die hierauf bezüglichen Reden in der vor wenigen Tagen abgehaltenen Komitatökongregation derartig getragen vom Geiste des neunzehnten Jahrhunderts, daß dieselben in Ihrem geschätzten Journale registrirt zu werden verdienen. Nachdem v. Szalay der Antrag gestellt war, eine Anzahl von talentvollen jungen Männern, um denselben Gelegenheit zu geben sich zu tüchtigen Beamten anszubilden, zum Reichstage zu schicken, denen eS obliegen solle allmonatlich einen Bericht über die Verhandlungen beim Reichstage der Komitatskongregation zu unterbreiten, wurde von Oläh Daniel der Vorschlag gemacht Mezei Mor, einen ebenso strebsamen als talentvollen jungen Mann aus S.-A.-Ujhely, dermalen in Pest, durch Akklamation zu diesem Ehrenposten zu ernennen. Der Antrag fand die kräftigste Unterstützung und wurde vom Vizegespann Hrn. v. Szirmay in einer eben so gediegeneu als patriotisch gehaltenen Rede hervorgehoben, wie innigst mit der Gesetzgebung von 1818 die Emanzipation der Juden verwebt sei, und daß die einzige Lücke in der Verfassung von 1818 eben die Nichtanssprechnng der Emanzipatiou der Juden ist. Redner lebt in der Ueberzeugung, daß die Stunde der vollständigen Emanzipation der Juden baldigst in unserem Vaterlande schlagen werde, um so mehr als die Emanzipationsfrage hinlänglich zu Gunsten d. Juden erschöpft sei und ohnedieß die größten Patrioten Ungarn's sich in der Neuzeit so warm für die Emanzipation der Juden ausgesprochen haben. Nach einer 1ya ständigen freundlichen Besprechung, wobei beiläufig erwähnt nur eine einzige mißliebige Stimme eines Schneiders gegen die Juden hörbar wurde, die jedoch wegen ihrer Jsolirtheit und unfreundlichen Aufnahme sich ebenso rasch aus dem Saale verlor, wurde die Wahl des Herrn Mezei vom 1. Vizegespann Hrn. Komäromy verkündet. Unter den Ehrenmitgliedern, welche das Zempliner Komitat in eben dieser Sitzung wählte, befindet sich, nebst vielen anderen bedeutenden Personen des In- und Auslaudes auch unser Glaubensgenosse Horn in Paris. Die letzten Berichte in den öffentlichen Journalen über die theilweise Emanzipation der Juden haben in der hiesigen isr. Gemeinde den peinlichsten Eindruck hervorgerufen und Berlesung ist. Die Kct. hat übrigens in Ungarn bis auf die neueste Zeit höchst bedeutsame Dienste geleistet. Da nämlich keine Traungöregister geführt, und nicht bei allen geschlossenen Ehen Ehcakten verfaßt wurden; so ist in vielen Fällen die Kethuba das einzige Dokument, durch welches sich die Rechtmäßigkcit der geschlossenen Ehe und das Datum derselben erhärten läßt. Red.! wurde zu dem Ende am 21. d. M. ein Komito ans 10 Mitgliedern seitens der Gemeinde ernannt, welches beauftragt ward, einen Protest in Form eines offenen Briefes gegen das Gebahren der ״Repräsentanz sämmtlicher Juden in Ungarn" zu richten, in welchem das Verfahren dieser ״Vertreter sämmtlicher Juden in Ungarn" gerügt, die Gemeinden Ungarns aufgefordert werden sich im ähnlichen Sinne zu erklären und falls sie Vertrauensmänner nach Pest geschickt selbige zurück zu berufen*). Schließlich wurde empfohlen die Emanzipation der Juden in die Hände der hochherzigen Vertreter der ung. Nation zu legen, die gewiß nichts Halbes den Juden bieten werden. An der hiesigen Mustcrhauptschnle wurden die Unterrichtsstunden in der ungarischen Sprache um eine bedeutende Anzahl ^wöchentlich vermehrt (die Klaffen erhalten wöchent-!ich 8 Stunden ung. Sprach- und Sachunterricht, worunter 3 Stunden für Vaterland. Geografie und Geschichte in den obern Klassen) und konnte man dem Wunsche der hohen Regierung um so eher Nachkommen, als die Herren Musterhauptschullehrer Stern und Becher an der Knabenschule und die Lehrerinnen Fräulein C. Moravecs und Frau O. Rosenmeyer an der Mädchenschule sich fast ausschließlich dem Ungar. Sprach- und Sachunterrichte widmen. Gegenüber so manchen Berichten aus der Neuzeit, denen zufolge die Musterhauptschullehrerstellen größtentheils von Ansländern besetzt sein sollen, erlauben Sie mir, zur Steuer der Wahrheit die Bemerkung, daß mit Ausnahme zweier Lehrer, sämmtliche Lehrer der Ujhelyer Musterhauptschule Söhne dieses Vaterlandes sind. Korre/pondenz. Ausland. London, 12. April. (Schluß.) ״Wenn man das Gebetbuch einer Glaubcnsgcscllschaft betrachtet — sagt Selben — ') so weiß man was dieselbe glaubt." Diese Gedanke — interessant in sich — findet natürlich seine Anwendung auch bei dem jüdischen Gebetbuch. Ans demselben erfahrt man was die Juden wirklich geglaubt haben, und was sic noch heute zu glauben vorgcben. Die Ansichten über Sabbat, welche uns zum Theil in diesem Buche entgegentreten, sind nicht jüdisch sondern englisch-christlich. Die Inden feit haben 2000 Jahren eben diese Ansichten nicht gehabt, noch haben die Christen des Kontinents dieselben vom Sonn tag?) Es ist ein Tag der Ruhe und Erholung, die sich jeder nach seiner Art machen kann, ist aber nicht der k o p f h L n g r i sch e n Meditation gewidmet, um es sich u. andern sauer zu machen. Seine etwaigen Sünden zu überzählen ist keine Beschäftigung für den jüdischen Sabbat noch für den christlichen Sonntag des Kontinents?) Zwar überzählen die englischen Juden ihre Sünden nicht am Sabbat. Es ist aber kein Grund vorhanden, daß man Kindern anrathen soll, es spätcr zu thnn. Zwar scheint uns keinen Grund vorhanden zn sein zur *) Ich habe in d. 2. Sitzung statistisch nachgewicsen, daß die Mehrheit d. ung. Juden nicht repräsentirt sei. Auch den Ujhelyer Protest brachte ich zur Sprache. D. Bersamml. hat auch keinen präjudizirenden Beschluß gefaßt. L ö w.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.