Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 16 (19.4.1861)
- Date
- 1861-04-19
- Page
- Seite 143 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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143 vorthalmudischcn Zeit angchört -- das Prädikat ״הקראי״ kann ein späterer Zusatz um so mehr sein, als ohnehin der Briefstil und die Erläuterung nicht ans einer und derselben Feder geflossen zu sein scheint — denken wir uns ferner, daß wir den סעדיה eben so wen uz als den שר יהודה als Nebenpersonen kennen muffen, so wäre das Räthsel einfach gelöst, wenn nicht der iilodernc Reim des Briefes gegen diese Ansicht wäre. — Indes! ist'S aber nicht unmöglich, daß der Bries erst in späiercr Zeit eine poetische Form angenommen hat. Eli ben Saiimon's Bibelübersetzung hat unsere Aufmerksamkeit in hohem Grade auf sich gelenkt-, ob derselbe wirklich die Masora noch nicht vollständig vor sich halte (S. קע״ן) oder nach Art unserer Theologe» eine Sucht nach Korrektur hegte *) ist nicht deutlich zu erkennen ׳, indes! kommen manche seiner Auslegungen schon in Thalmnd und Midrasch vor. wie (Seite שבח ס״ב ב׳) סההן פתהן (ר״ה); (Seite שכוח רבה פ״ס) בא כלב בכיב (ק״ס). Unter den vielen Meisterstücken nimmt jenes der N. Niffi ben Noa (Seite 2). womit er afic Gesetze in dem Dekalog konzenirirt, eine höchst bcachtcnöwcrthc Stelle ein. Auffallender Weise sind et dieser in der k. Liturgie keine besondere Reihe, was wir uns dahin erklären, daß die K. den Verdacht als Zadnzäcr oder mindestens als Scktircr zu gelten fern von sich halten wollen (S. Tamid 32 b.)**) wenn nun R. Niffi trotzdem dem Dckalog die hohe Wichtigkeit beilegt, geschah eS, weil derselbe noch ziemlich an den loyalen Boden des Thalmud's hing, und sich weniger der Verdächtignng auSgesetzt glaubte. Wir halten bei einer andern Abhandlung***) Gclcgenhelt unsere Unwissenheit zu bekennen: warum nämlich in einigen ת"□ das Lamda in לנכרי השיך verstürzt geschrieben wie hier ^? und frcuctcn uns (Seite 8l>) den Grund ausgefundcn zu haben, aus welchen wir hinweisen, zugleich aber auch ans daü hohe Alter dieses Mißbrauchs. Doch wir entfernen uns von unserem Standpunkte zu sehr, indem wir blos beabsichtigen das ausgezeichnete Werk, dem auch dem Vernehmen nach, bald ein zweiter Band folgen soll, Jedermann zu empfehlen. Jos. L vwn. Aorresponden). Ausland. London, 12. April. ״Wer über Damen schreiben will — sagt Diderot — sollte seine Feder in Negenbogen eintauchen." Gewiß eine sehr schwierige Aufgabe. Wir hätten eö auch wirklich gethan, hätten wir über Damen schreiben wollen. Eö ist dieses aber nicht der Fall. Wir wollen letzt nur über daü Buch einer sehr vortrefflichen Dame schreiben. Sollte der Leser aber glauben, wir beabsichtigen eine regelrechte Rezension über dasselbe hier folgen zu laffen, so wäre er sehr im *) So wenig wir dieser Richtun g huldigen , so wäre das NpO (שסוח ר׳ '"א) — wobei sich alle Komentatereu winden und krümmen — in HDD umgewandelt ein großartiger Gewinn, und dies um so leichter als m der hebe. Urschrift (G. Eichhorn'S Einleit. i. d. a. Testament Tafel I.) das K. dem S. fast ganz gleicht. — Aber wozu diese Fälschungen? Gab es s. z. eine Akademie zur Purifizirung d. hebr. Sprache? und konnte eS nicht neben der Akademie auch Provinzialismen, Idiome und Ausnahmen geben die anstatt יקהלל עסיס in gleicher Bedeutung יקהח עסיס zu läßt, ohne das *ל־ nnd ו zusammen fliessen zu laffen? (Vcrgl/Seite ק״סא Anmerk. 2), oder hat sich je eine Sprache genau nach den Schablonen der Grammatik nachgebildet? **) Hr. D. Oppenheim (Zeit. d. I.!). Jahrg. Nr. 2) meint, die Saduzaer hätten die Offenbarung bloS auf den Dekalog beschränkt, wa» wir nirgend bestätigt finden. ***) Kochbe Jzchak. Lieferung UV.! Jrrthumc. Nur ein Pedant oder Ignorant könnte eine Rezension darüber zu schreiben gedenken. Daß wir weder das eine noch daö andere sind, dafür können wir leider dem Leser keine Beweise beibringen. ״Das Auge ist getrübt durch u n v e r g o s s c n e T h r ä n e u."*) Der englische Dichter hat uns seine interessanten Worten geliehen, um nnscrn eigenen Gemüthszustand zn beschreiben. Es sind die nnvergosseiicn Thränen für diesen genannten Umstand als für manche andere ungenannte Umstände. Obwol wir übrigens nicht die Ehre haben, von dem Leser gekanttt zu sein, — auch dafür stehen » n v e rg o ssc n c Thränen be - reit zu fließen — so ersuchen wir dennoch denselben höflichst, UNS vorläufig auf unser eigenes Zeugnis) zn glanben, daß wir weder ein Pedant noch ein Ignorant sind. Es gibt keine häßliche Geliebte — sagt das Sprüchwort. — Es gibt keinen nnfrenndlichcn Leser, rügen wir hiezu. Diejenigen Leser die andere Ansichten darüber haben, mögen das Gcheimniß bei sich halten, bis dieser Brief ganz abgedrnckt ist. Sie können nachher sagen, was sic wollen. Es würde uns sehr tief schmerzen — wir wollen dieses frei gestehen — wenn wir bei dem Leser eine Fehlbitte gethan hätten, da doch die meisten Leser so viel glauben. Genau genvulmen, sehen wir gar nicht ein, warum der Leser uns das nicht glauben wollte, da doch keiner das Gegentheil beweisen kann. Die süße Frucht der Unbekanntheit! Es ist doch auch ferner in Erwägung zn ziehen, daß dieser Glaube — wie viel anderer — der Leser doch nichts kostet. Wäre dieser Glaube mit der Ausgabe des zehnten Theilö eines Pfennigs verbunden, so hätten wir wahrlich nicht die Kühnheit gehabt, um diese Gunst zu bitten. Wir haben gesagt: wir wollen keine Rezension schreiben. Was denn? Dieses ist vorläufig unser Geheimniß. Das Ende des Briefes wird es offenbaren. .,Das Licht ist süß für diejenigen, welche die Sonne sehen." Roch süßer ist'S, wenn daö Licht eine schöne That bcscheiut. Noch süßer ist eS, weun noch jemand diese That siehet, der eS irgendwo bekannt machen kann. Wir sind mit Vergnügen der Herold einer schönen That, obwol uns übrigens keiner gerufen hat. Eine edle Dame — sie ist zufällig eine Baronesse, Ware sie es nicht, so verdiente sie eine zu sein—hat ein interessantes Buch herausgegeben.**) Es ist dieses Buch interessant, weil es eine Dame verfaßte, es ist noch interessanter daß es eine Baronesse verfaßte. Es ist aber am interessantesten, daß eS eine jüdische Baronesse verfaßte, und zwar in einem Lande wo die Juden über ihre Religio» und was damit literarisch zusammenhängt, kein Buch von jüdischer Hand haben. Da die sogenannten Gelehrten, keine hebr. Zeile verstehen, so ist auch keine Hoffnung zu solchen Büchern vorhanden ***). *) S h e l l y. **) Wie wir vor einiger Zeit ans diesen Blättern erfahren haben, hat der jüngst verstorbene vr. I. es deutsch übersetzt. Wir haben uns sehr darüber gewundert. Hätte vr. I. noch gelebt, so hätten wir mancheö darüber gesagt. ״Der Lebende hat Recht" wir schweigen daher. Aus demselben Blatt haben wir zugleich ersehen, daß jemand eS hebr. übersetzen will. Diesem können wir ganz ohne Unschweife anraihen, sein Hebräisch (die etwaigen Germanismen miteingeschlossen) für eine andere Gelegenheit anfzubewahren. Der בחינת עילם und ähnliche Werke, sind viel nützlicher zu lesen für polnische Jungen. ***) Herr Prof. Marx nnd Herr Angel haben 2 Bücher geschrieben. Beide wissen kein hebräisch. Der erste gestehet eS nicht, der zweite läugnet es nicht! Kartcsinö stellte einst den Satz auf: denke ich. so bin ich. Sollte Herr Prof. Marx etwa diesen Satz für sich anwenden etwa in der Form:,,Bin Professor der hebr. Sprache so weiß ich hebräisch" so wurde dieser Satz — mehr noch als der von Kartesius — einen sehe weiten Raum für die gerechtesten Zweifel offen lassen.