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Ben Chananja · 1861-04-19 · 16 (19.4.1861) · p. Seite 141

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
16 (19.4.1861)
Date
1861-04-19
Page
Seite 141 (sequence 3)
Language
German
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141 die Gemeinde zum Umbau und zur Vergrößerung des TempelS. Bei dieser Gelegenheit fand eine Anfrage an daö Landrabbinat statt, die in der Responsensammlung הות יאיר vom Jahre תנ״ח sich findet. Beim Graben des Grundes fanden sich nämlich Kadaver vor, die nach der Aussage eines alten Nichtjuden von Kriegern anS dem Schwedenkriege herrühren sollten, und man konsultirte das Landrabbinat über die Zulassung dieser Stätte zum Tempelbaue. Das damals erbaute Gotteshaus ist wahrscheinlich das noch jetzt bestehende. Durch Zuzug vieler Fremden vergrößerte sich allmälich die Gemeinde. Die ältesten Grabsteine tragen das Datum חע״ד und הע״ה also 1713, 1717, und zeigen die Gräber eines Ehepares Hurwitz aus Wilna. Die hier zahlreich vertretenen Leviten nennen diese ihre Ahnen; sonderbarerweise führt jedoch niemand mehr jenen Familiennamen. Merkwürdig ist auch, was von einem zweiten Ansiedler aus Butscho- Witz in Mähren erzählt wird. Dieser, ein seiner Zeit berühmter Schachspieler, rettete dem Fürsten Lichtenstein eine von diesem schon verloren gegebene Schachpartie, wofür er ein Haus und eine Familienstelle zu Lundenburg erhielt. Daß dieser Mann seinen Einfluß zum Heile seiner Mitbrüder benützte, zeigt dessen Epitak, welches lautet: הקצין מנהיג הקהלה, שתדק, אשר הציל כמה נפשות מישראל ד יהוידא ליב בודשפיץ! ת״צ״א לפק. Seine Abkömmlinge führen den Namen Knffner und zählen zu den wohlhabendsten und angesehendsten OrtSbewohnern. Von berühmten Rabbinen bleibt noch zu bemerken, daß der im Jahre 1790 zum mährischen Landrabbiner gewählte Markus Benedikt auch zu Lundenburg einige Zeit das Rabbinat bekleidete. Literär-Monsche Leiträge. Von Leop. Dukes. III. Der Filosof בו ה ינוס (Bodinus). Im ססר שעשועים des Josef Sebara lesen wir (S. 15 b.) folgenden Spruch: :ואמר בודינוס הפילוסוף אבירת הדעת מן היצר והתאוה כי הדעת תמליכך על הזמן ״ והתאוה תעבירך לזמן.Bodinus der Filosof sagte: der Verstand gehet durch Sinnlichkeit und Leidenschaft zu Grunde, denn der Verstand erhebt sich zum König über die Zeit, die Leidenschaft aber macht dich zum Sklaven derselben *). Im מוסרי הפילוסופים (Hauptst. 11. Kap. 5> heißt: ועל הותם לא יכבוש כעסו (a ״ בוריים: מי שלא יכבוש שכלוAuf dem Siegel des Bodeis:" ״Wen der Verstand nicht bezwingt, der bezwingt nicht die Leidenschaft." Wer dieser Bode iS ist, ist nicht bekannt.י׳) Ein alter Scholiast des Aristoteles erwähnt einen Filosofen Boidas, der sonst nicht bekannt ist (vrgl. BabrioS und die ältesten Jambendichter von I. A. Hartung 1856 S. 243). Diese drei Namen dürfen wol nur einen und denselben Mamr bezeichnen. Der Satz selbst enthält die Wnrzel aller Moral und ist als solcher an sich interessant. Es kömmt weiter nicht mehr an, wer denselben sagte. Die Worte deS Josef CaSpi finden hier ihre Anwend. קהו עמכם דברים ולא אומר הדרים (Vergl. Ta'am Sekenim S. 53 derselbe führt diese Worte mit der Fräse: ועל דרך מלוצת השיר אומר וג׳ dies ist so viel als der Ausdruck בדרך צהות vergl. darüber Schire Schelomo S. 81). Der Satz (-*״ הגדול מי שחטאיו ספוריםGroß ist derjenige, dessen Sünden gezählt sind" tritt mildernd zu den ersten Forderungen hinzu, welche der erste Satz macht. IV. Ein Sprichwort angeführt v. Me nach ein Meiri. Wir haben bereits in unserer rabbinischen Spruchkunde (S. 89) die Worte des Meiri in seinem Kommentar zu Mischle (12,10) angeführt:עין הבעלים כדמן על פגי האדמה ״das Auge des Eigentbümerö ist (so nützlich) wie der Dünger auf dem Felde" d h. wenn der Eigenthümer überall selbst nachsieht, so ist es sehr vortheilhast firr ihn. Wir haben dort auch ein ähnliches französisches Sprichwort bereits gegeben. Wir haben bereits mehrmal aufmerksam gemacht, daß die alten Kommentatoren moderne Sprich- Wörter als Parallelen zur Bibel anführen. Sie haben hiermit dem allgemein Menschlichen ein DenkrMU gestellt. Es sei hier erlaubt auch auf eine Stelle eines griechischen Filosofen aufmerksam zu machen. Der Historiker wird die Wanderungen der Sprichwörter von Land zu Land daraus mit Genugthuung ersehen. — Der griechische Filosof Theofrastus^) hat unter anderen folgende Worte: ״-und das Wort des Persers und des Lybiers ist recht gut, indem jener auf die Frage, wodurch ein Pferd am ersten fett werde, antwortete: durch daö Auge des Herrn®) und der Lybier auf die Frage, welcher Dünger wol der beste sei, versetzte: die F u ß st a p fett des Herrn." Das von Meiri angeführte Sprichwort ist das Letzerwähnte mit einer kleinen Veränderung. Wir haben übrigens dieses Sprichwort nicht in der Sammlung von Le Boux de Liney gefunden. V. Rosch ha - Seder. Jehuda Alcharisi (Tachkemoni Kap. 50 gegen d. Ende) nennt R. Josef ben Aknin מנהל הערר וראש הסדר (ד (Führer der Herde und daö Haupt der Ordnung; dieses ראש הסדר obwol es nur wie die andern daselbst gebrauchten Ausdrücke**) ein Kompliment sein kann, scheint doch eine bestimmte Bedeutung zu haben. Ans folgender Stelle wird die Bedeutung wahrscheinlich. In einer Orforder Handschrift findet sich eine תשובה des דצמה גאון mit folgender Ueberschrift: זה טופס התשובה שהשיב ד צמח רוש דייני דבבא דמרואותה.

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