Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 15 (12.4.1861)
- Date
- 1861-04-12
- Page
- Seite 134 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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134 Illusion machen. Die Frage ist nach ton bisherigen Ver- Handlungen der ungarischen Lcgiölatnr nicht, ob sie Juden emansipirt werden sollen; darüber dürste schwerlich eine Meinungsverschiedenheit obwalten.. Die Frage ist: wie sie emansipirt werden sollen, ob ans Grundlage der bisherigen Vorarbeiten, mit Bedingungen, oder, im Geiste der moderneu Weltanschauung, ohne alle Bedingung. Die Juden streben natürlich nicht nach jener Emanzipation, die wir die theologisch-pädagogische nenllen möchten, sondern nach der politischen Emanzipation. Alles dies wird die Versammlung iir Erwägung;11 sieben haben. Außerdem sind uns iit den letzten Wochen von verschiedenen Seiten Vorschläge zugesendet worden, die wir vor Berufung der Versammlung nicht der Oeffeutlicbkeit übergeben wollten. Die Herrn Einsender werden entschuldigen, wenn nur mit Weglassung des sonst trefflichen Raisonnements ihre Motionen in gedrängter Kürze nrittheilen. 1. Wahl einer Kommission zur Ausarbeitung eines Statutes für die jüd. Gemeinden deö Königsreichs Ungarn und der damit verbundenen Länder. 2. Unterstützung der Preßburger Jeschiba von Seiten aller Gemeinden und Anstellung eines Lehrers der nngarifchen Sprache und Literatur für die Zöglinge derselben. 3. Unterstützung des ungarischen Vereins (magyar ogylet) in seinen literarischen Bestrebungen. 4. Anschluß an die Alliance: israelite universelle in P a r i 6. 5. Unterstützung der ungarischen Jünglinge. die am Breslauer Seminar studiren. 6. Wahl eines Konnte s, vor welches alle etwaigen Streitigkeiten in den Gemeinden gebracht werden sollen, um in der Folge das Einschreiten der politischen Behörden und den damit verbundenen Chillnl Ha-Schcm unnöthig zu machen. 7. Alljährige Zusammenkunft der Repräsentanten der ungarischen Gemeinden. 8. Unterstützung armer Gemeinden zur Deckung ihrer Schulbedürsnisse, respektive Ausarbeitung eines hierauf bezüglichen Planes. 9. Wahl des um die Angelegenheiten Israels so hoch verdienten Albert Cohn (aus Preßburg) in Paris zum Ehrenmitgliede aller ungarischen Gemeinden. 10. Aufforderung deS gelehrten Leopold D u k e S (ans Preßburg) und M. E. Stern (ebens. auö Preßb.) um Zusendung ihrer der Wissenschaft des Jndenthnmö gewidmeten literärischen Erzeugnisse an das Zentral-Komite, indem ihre ung. Glattbenögenossen sortan diese beiden Gelehrten in ihrem verdienstlichen schriftstellerischen Wirken nachdrücklich unterstützen wollen. Hic -Stoificr null Die pljitrifiirr. 530» M. F c t!1. Rabb. ui 'Jfacl'cnau. Ohne alle Begründung sagt Herr 1)!׳. Gräiz: die Pharisäer hatten eben so wenig Verwaadtschasl mit den Jüngern Lovola'S, wie mit den Stoikern, mit welchen sie Ioseniö ') zu vergleichen beliebt. Jeder Unbefangene wird dem Herrn Iir. Grätz getviß gerne beistimmen, daß die Pbarisäer mit den Jüngern Lovola'S keinerlei Verwandtschaft hatten. Der Grnndcharakter der Pharisäer, die leitenden Gedanken derselben, ihre Weltanschauung, ihre sittlichen Grundsätze hatten mit den I. L. nicht nur nichts gemein, sondern standen im schroffen Gegensatz zu denselben. Mit bewundernngSwürdiger Hingebung und Selbstverleugnung, frei von allem selbstsüchtigen Bestrebungen lebten und starben die Pharisäer für ihr Volk und für ihren Glauben; während die I. L. die Massen knechteten und verdummten, sie in eine Schasheerde nmzuwandelu strebten, um nur den hierarebischeu Gelüsten ihres Ordens Genüge zu leisten. Hingegen ist die Vergleichung deS Josesuö der Pharisäer mit den von einem erhabenen Geist der Sittlichkeit getragenen Stoikern vielleicht nicht gar so hinkend wie Herr Di׳. Grätz meint. N. Asarja de Rossi im Moor Enajim zitirt ebenfalls die angezogene Stelle deS IosefnS, ohne einen Einwurf dagegen zu erheben. ES wäre wol gegen jede gesunde GeschichtSanschaumig, Pharisäer und Stoiker für zwei völlig gleiche Größen zu halten. Die Stoiker schöpften ihre ganze geistige Nahrung aus der eigenen Meditation, produzirten alle ihre Ueberzeugungen auö der Werkstätte ihres Geistes, während die Pharisäer aus dem festen Boden der OffenbarungSlehre standen, die gleichsam der Regulator ihres ganzen Denkens, Thuns und Wollenö war. Allein IvsefuS spricht auch von keiner vollständigen Gleichheit der fraglichen Körperschäften. Seine Worte lauten vielmehr: ״Im 19. Jahre betrat ich die öffentliche Laufbahn als Anhänger der pharisäischen Sekte, welche der stoischen unter den Griechen nahe kommt." Nahe kommen heißt, gegenseitige Berührungspunkte haben, und daß Pharisäer und Stoiker nach verschiedenen Richtungen hin, besonders solche in spekulativer Beziehung hatten, möchte ich durch eine Reihe von Aufsätzen nachzuweiseu suchen. 1. Stoische Teleologie im Tha 1 mud. Die Teleologie spielt in der jüd. Literatur keine nnbedeutende Rolle. MaimonideS will bloß einräumen, daß der Mensch, in dem System von Zwecken, welches iu der sublunarischen Welt angetroffen wird, als letzter und oberster Zweck zu betrachten sei, stellt jedoch entschieden iu Abrede daß der Mensch den Himmelsphären überordnet sei.") R. Lewi b. Gerschon n. R. Iedajah Bedarschi schließen sich hierin dem Maimomdeö an. Könnte der weiseste Künstler zentnerschwere Werkzeuge verfertigt haben. um mittelst ihrer eine unbedeuteude Nadel hervor; ab ringen?" Also argumentirt Letzterer für die Unmöglichkeit, daß die superlunarischen Welten dem Menschen untergeordnet sein können׳'); allein