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Ben Chananja · 1861-04-05 · 14 (5.4.1861) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
14 (5.4.1861)
Date
1861-04-05
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage zinn ״Ben Chananja" Ne. 14 Frankfurt am Main, den 19. Mär; 1861. ttcrpOrfidjcr Herr 3?ei)alUntr. ic letzt erschienene Nr. 7 Ihres Wochenblattes für jüdische Theologie enthält einen Frankfurt den 7. Fcbr. datirten hier nicht näher zu charakterisirenden Korrespondenz-Artikel. Die Aufnahme, die derselbe überall fand, überhob mich der Nothwendigkeit, ihn auch nur einer Silbe der Entgegunng zu würdigen; zu unverkennbar ist fast jeder Zeile der Stempel frechster Lüge und schamlosester Verläumdnng aufgedrückt. Zn meinem Erstaunen ersehe ich nun anS einer Erklärung verehrlicher Redaktion in Nr. 9 des Blattes, daß jener Artikel in Begleitung eines mit vier Unterschriften versehenen Briefes zugesendet wurde, und die Unterzeichner Hrn Redakteur ermächtigen bei etwaiger Bestreitung ihrer Angaben ihre Namen zu veröffentlichen; da gebietet die Pflicht zu antworten. Menschen mit solchen Anlagen begabt, die soll und muß man kennen lernen, wenn Sie, Herr Redakteur, nur Die nothwendige Vorsicht gebraucht haben, vor Aufnahme jenes Artikel sich von dem wirklichen Vorhandensein von Personen mit den angegebenen Namen zu überzeuget!. Ich erkläre, daß unter sämmtlichen angeblichen Thatsachen sich nicht eine einzige befindet, die nicht entweder ganz aus der Lust gegriffen, daS gerade Gegentheil der Wahrheit oder ganz niederträchtige Verdrehung an sich unschuldiger harmloser Fakta ist, — so nieberträchtig. daß Alles lebhaft an jene Dominikaner - Verketzeruugsweise erinnern würde, würde nicht die Gemeinheit noch durch die Plumpheit der Erfindung übertroffen. Doch ich will mit Ueberwindung des sittlichen Ekels, den Jeder bei Durchlesung eines solchen Gewebes von Lügen empfinden muß, die einzelnen artigen Sächelchen, besonders was die Person unseres ehrwürdigen Herrn! Rabbiners betrifft, einzeln durchgehen. ES ist zuerst eine Lüge, daß unser hochgeehrter Herr Rabbiner den Herrn 1)1°. Frankel augreift, weil im Darke Hamischne ״» i ch t alle rabbinischen Gesetzbestimmungen als göttlichen Ursprungs adoptirt werden"; ein Blick in den Ieschurun — Januar- und Februar - Heft — beweist daS klar. Es ist ferner eine Lüge, daß Herr Rabbiner ״!vo eS sein Vortheil erheischt" ״rabbinische Bestimmungen antiguire." Stünde eine rabbtnische Bestimmung entgegen, — eS heißt nicht, ein ״Lediger" soll kein ״Mädchenlehrer" sein — so wäre sie von Herrn Rabbiner jahrelang verletzt worden, auch ״wo es sein Vortheil nicht erheischt", indem der Unterricht in Mädchenklassen auch vor der Anstellung des Hrn Di׳. Hirsch, den damals noch unverheirateten Herrn I)r. Joel, 1)1°. Dettan und I)r. Silberstein anvertraul war. Ein größeren Dienst aber hätten jene 4 wackern Leutchen unserer Sache nicht leisten, in ein schwärzeres Licht sich nicht stellen können, als durch die Anmerkung Nr. 1. Ich folge zwar nur ungerne und widerstrebend jenen Wirren ans dem Bereiche deö öffentlichen Lebens in daS Wohnzimmer des Privatlebens. Aber noch nie vielleicht ist eine Privatfache so zu einer allgemeinen geworden wie diese, die in allen Kreisen Frankfurts und weit hinaus über Frankfurt sich der Sympathien von ״alt" und ״neu" zu erfreuen gehabt hat. Frau Di׳. Hirsch war als Mädchen von 12 Jahren Herrn Di׳. Hirsch'S Schülerin, kam dann in eine höhere Klasse, deren Klassenlehrer Herr D1°. Hirsch nicht war, verließ später die Schule, dann sogar auf 1 '/״ Jahre Frankfurt und erst viel später begab sich Herr Rabiner zu den Eltern des Mädchens, hielt um die Hand desselben für seinen Sohn an, die auch so bereilnüllig gereicht wurde, daß wenige Tage nachher die Verlobung gefeiert ward. 4 Monate später wußten bösartige Menschen die Mutter der Braut so gegen den Bräutigam zu stimmen, daß sie mit der Tochter verreiste, was dem Herrn De. Hirsch wirklich eine Krankheit zuzog, — doch den weitern Verlauf einer Familienangelegenheit privatester Natur halte ich mich nicht er-!nächtigt öffentlich zu verhandeln. Herr und Fra» Di׳. Hirsch leben schon fast ein Jahr vergnügt zusammen und werden bald Kinderfreuden erleben. Eö ist eine lügenhafte Behanptung, als habe Herr Di׳. Hirsch erst am ״Traualtar" von seinem Vater die Morenu erhalten, ihm wurde von dem ausgezeichneten Thalmudisten Rabbi Gerschom Asche in Berlin, dessen Schüler er 21/״ Jahre gewesen התרת הוראה ertheilt. lieber כל נדרי ist mir nichts Genaues bekannt, jedenfalls ist es eine Lüge, daß Herr Rabbiner jemals den כל נררי verpönte. Es ist eine Lüge, daß Herr Rabbiner hier ein anderes Ornat als in Nikolsburg trägt. Eö ist gelogen, daß Herr Rabbiner in NikolSbnrg den Chor als ברקת הנה verbot; es ist aber auch eine Lüge, daß er denselben hier einführte, selbst das Gesuch seines Vorstandes ließ er unberücksichtigt, erst auf die Bitten von vielen Gemeindegliedern ließ er den Chor, der zur Verherrlichung der Synagogeneinweihung errichtet worden war, in der Weise weiter bestehen, daß nicht die eigentliche תפלה sondern

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