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Ben Chananja · 1861-04-05 · 14 (5.4.1861) · p. Seite 124

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
14 (5.4.1861)
Date
1861-04-05
Page
Seite 124 (sequence 6)
Language
German
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124 (ftnfiifjrmig eines Chors in der Synagoge widersetzt habe: beruht ans einem Jrrthume. Hcrr H. wollte im Gegentbeile den Chor einführcii. Sein Borhaben scheiterte aber am Widerstande der Orthodorie. Neberhanpt scheint man in Franks, von der Stellung des Hrn. H. als Landesrabbincr falsche Begriffe zu haben. Die alten und ortbodorcn Lomdim standen, trotz der Pression , die von den Reichen ans sic ausgeübt wurde, nicht eben in srcundlichcr Beziehung zu ihm. Wir, die wir die gottscl. Rabb. Benedikt »ud Lrcbitsch sahen und hörten, sind auch vollkommen überzeugt, dasi die Klusr zwischen diesen Kornsäen der Ortodorie »nd Herrn H. ohne Vergleich größer war. als zwi« scheu Hn. Rabb. Stein in Franksnrt am Main. / Pest, 30. März. Der hiesige Vorstand hat sich nunmehr entschlossen, ans den 18. k. M. eine Versammlung zu berufen, um über die beim Landtage zu thuendeu Schritte Bcrathnng zu pflegen In dem ungarisch abgefasiten Zirkulare heißt es, daß die gewählten Vertreter der Gemeinden, im Falle der Verschiebung des Landtages, acht Tage nach dessen Eröffnung cinzntreffen haben. Hoffentlich wird der Geiueindrvorstand Anstalten treffen, die Öffentlichkeit der abzuhalteudcn Sitzungcn zu ermöglichen, um im Vorhinein allen Mißverständnissen und etwaigen Verdächtigungen zuvorznkoinmcn. Aus Mähren, Mitte März. Nachdem das Rabbinal der jüngste» Gemeinde Mährens besetzt wurde, wird auch in der ältesten Gemeinde Mährens zur Besetzung der Seclcnsorgcrstclle geichritten, ich meine die Gemeinde Pohrlitz. Nach einer Aufschrift der dortigen Synagoge, soll dieselbe schon im I. 342. p. gegründet worden fciu, denn diese Aufschrift lautet: עד עתה נתישן הבית אלף ג׳ בלאות ל״ג allein mein verehrter Lehrer, der rühmlichst bekannte Rabbiner Pollak in Trebitsch, bemerkte mit Recht Kochbe Jizchak 18ü 1 , daß da ein qui pro quo gegeben sei. Doch der von ihm angeführte Grund, daß wenn Pohrlitz seit so lange her datirte, »nd schon zur Zeit der Amoräer eine Gemeinde gewesen wäre sie um ein Bedeutendes zahlreicher sein müßte, hält nicht Stich, da der Würgengel des Fanatismus und der Judenverfolgung auch in Mähren so sehr seine blutigen Aruten hielt, daß nach Znuz synagogale Poesie von 1624— 1026. |e manche Gemeinde in Mähren zu cristiren aufhörte, wurde sie dezimirt. Auch das Schwert der Schweden mähte in Mähren eine Anzahl von Juden nieder, gar arg hausten Torstensohns Soldaten 1643. in den mährischen Gemeinden. Es wäre also kein Wunder, wenn Pohrlitz ungeachtet eines Bestandes von mehr als läUO Jahren doch numerisch so klein wäre. — Unter den .kompetenten um diese Stelle bestnden sich einige würdige Männer, unter andern der Rabbiner zu Neuer« im Pisncr Kreise, der einen guten Klang als Rabbiner und Schulmann besitzt, und habe ich mich mit Vergnügen über Ansuchen eines hochgestellten Mannes in Böhmen für diesen Rabbiner bei meinen Bekannten in P. dahin verwendet, daß er zur Probe zugelassen werde. Probe! Wie ein Gespenst steht das Wor: vor meiner und vor der Seele eines jeden gefühlvollen meinen Stand, achtenden Rabbineu. Probepredigt! Wie irre gehen da die Gemeinden! Wie vergreisen sie sich da in den znm Zwecke führen sollenden Mitteln! Cs war das iu den frühen! Zeiten, wo man nicht einen geschickten Menschen, so!!- der» einen Gelehrten nach damaliger Anschauung suchte, eine kluge u. ehrenvolle Einrichtung, den rechten Mann durch geschickte Sendboten משעתים zu aeguiriren, mit ihm zu verhandeln, und ihn sofort zu berufen. Ueber seine Thätigkeit des Wissens und der Gesinnung war man im Vorhinein im Reinen. Darum war es nur selten der Fall daß sich die Gemeinde vergriff oder Übergriff. Die Gemeinde, welche den abzurusenden Rabbiner besaß, machte alle Anstregungen Um weiter zu behalten. Gelang es, so war der Ehre des Rabbiners «nd seiner alten Gemeinde ein Genüge geschehen! mißlang co. so wa- : ren sie stolz darauf, das ihr bisheriger Rabbiner auf einen höher» Posten berufen und erkoren ward. Zerschlugen sich endlich die Ver- Handlungen zwischen den! Rabbiner und der Ncnwählenden, so war jener nicht blamir!. Wie ganz anders in der Neuzeit, die Stelle wird ausgeschrieben. Erster Abschnitt der chroniqne. — Das mindeste was man im Ocmeurs verlangen kann ist: talmndische Gelehrsamkeit. Rednerlalent, pädagogische Geschicklichkeit. Die Zeugnisse werden eingesandt. Zweiter Abschnitt. Die Post findet ihre Rechnung dabei: doch nur die Minderbefäliigten haben ihre Doknmcntc eingesandt. Die tüchtigen haben zn viel Selbstgefühl und Selbstachtung nm ihre Tüchtigkcit zu d o kn m eu t i reu. sie legen ja durch ihr Leben und Wirken das gerechteste Zenguiß ab. Nun kommen die Probeprcdigteu, 3. Abschnitt und erster Austritt in der ueuen. aber auch in den alten Gemeinden. Also beißt es in dieser, gefällt cs unserm Rabbiner bei uns nicht mehr, er sucht sich eine andere, bessere Gemeinde: wehe dem debülircndcn. wenn sein Debüt mißlang, dann ist auch sein innchabender Posten erschüttert. Und wie schwer hält cs mit der Probcvredigt zu reüssire». Ein nurechtes Wort, eine mißliebige Miene, ja ein Sackrnch sind im Staude die ganze Gastrolle zn verderben. Die Prüfungen dauern fort. Männer, Damen. Jünglinge, Jnngfranen. Lehrer, Schüler und Schülerinnen machen Kritik und Antikritik. Der Eine der Predigcr hat zu wenig Organ, der andere zu wenig Mimik, der dritte hat ein Wort zweimal gesagt, der Vierte hat zu wenig, der Fünfte zn viel פסוקים zuirt. Eudich tritt der Vorstand zusammcu. und wirst die Würfel, und zieht die Loose, letzter Abschnitt. Einer ist berufen, ob crwablt, daß ist erst die Frage, die andern sind — durchgefallen. Und die Gemeinde. die den ueuen Rabbiner geprüft, ob er ihnen gut predigen werde, hat im glücklichsten Falle sehr oft nur einen Prediger, aber keinen Rabbiner, keinen Seelensorger, keinen Scclenhirtcn. Wir sagen im glücklichsten Falle. Denn bei der Flnth von gedruckte» Predigte» ist ein Plagiator nicht in Verlegenheit, — zn stehlen, und ein falsches Zcugniß abzulegen. Suche man sich daher zuerst einen Mann, der nicht zu den Achselträgern gehört, der nicht mir deutscher Phraseologie prangt und prunkt, nicht mit der Zunge drischt, nicht über bame madlikiu Feucrlärm macht: man suche einen Manu von inuern festen Kern, mit einer Fülle von Streb- und Regsamkeit, der die Tiefeil al!jüdischer talmudischer Wissenschaft zu erforschen gelernt bat, nicht lediglich im Fantasiren und Simbolisiren des בארהיטב geübt wurde, und mit Flitterkram von Schöngeisterei blendet. Hat man gesucht und gesunden. dann berufe man den berufenen. uni sich zu überzeugen, ob er auch predigen könne. Sv hätte man einen בעל דבר und einen •בעל דברים Bei der Gemeiudewahl des Gayaer Bezirkes herrschte die lobenswehrteste Toleranz. In vielen Gemeinden wurden Juden zn Gemeinde» räthcn gewählt. In Koritschan wurde der Gutsbesitzer, ein Protestant, Bürgermeister, der jüdische Schullehrer und der katholische Pfarrer zu Gemeiudcrätheu gewählt. Bei der Landtagswahl derjenigen Landgemeindeu, wohin Dambcrzitz gcrhörr -wurden der Rabbiner und Pfarrer zu Wählern gewählt. — Die Berichte ans Frankfurt über den Sohn des über Frankel Schimpfenden im B. CH. Nro. 7. zeigen auf Jeruschal!»] Sofa 3, 4. daß er nichts weniger als ein הסיד שוטה ist. Noch von einem cimosum muß ich Ihnen berichten: ein gewisser RubbinatSkandidal I. W. von dem Niemand etwas weiß, der alio---x, legt den Gemeinden Mährens, im Namen eines in Wien bestehen sollenden Komite eine Crkärung zu Gunsten des Herrn Hirsch iu Frankfurt zur Fertigung vor, worin der Feind Frankels den Engeln gleich gestellt wird, welche Erklärung die Gemeinden Mährens uugesäumt. unter der Adresse I. W. post restante senden sollen. Ist das nicht nach Sora. Ende. Ein Merkmal der MeffiaSzeit? o teia- 1;1/אן. o iik/jvs! Dr. M. D n s ch a k.

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