Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 14 (5.4.1861)
- Date
- 1861-04-05
- Page
- Seite 123 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Auch Filippus, des HerokeS Sohn, der nachher die Herrschaft übernahm, forderte mir wenig und dies nicht lange. Zamaris aber, so hieß der Babylonier, welchen Hcrodcs berief und in den Besitz dieser Gegend setzte, starb nach eurem tugendhaft vollbrachten Leben und hintcrlicß vortrefliche Sohne, unter diesen Jakeimos!vielleicht Jakob) der, von ansgezcichncter Tapferkeit, seine Babnlonier im Reiten unterwicS . . Als Rrkoimos im Greisenaltcr starb, hintcrließ er einen Sohn Filippus, einen gewandten und übrigens an Tugend vor Bielen hervorragenden Mann, daher ihm auch der König Agrippa treue Freundschaft und dauerndes Wohlwollen schenkte. Ans diesen Zamaris also, der Batyra erbaut und beherrscht und seine Herrschaft auf Sobn mit Enkel vererbte, dürfte die Erzählung im Jalkm hindeiltcli. Korrespondenz. Prag, 20. Mär; 1861. Stadtverordneten- und Landtagswahlen in der Iosefstadt. Die fast zwanzigtägige Wahlschlacht ist Gott sei Dank heute vorüber, erschöpft ziehen sich Sieger und Besiegte vom Kampfplatz zurück, froh wieder dem gewohnten Lcbcnökreise angchörig zu sein und nicht mehr deil Geist der Aufregung prcisgegcbcn zu sehen. Wenn schon die Stadtverordncten-Wahl im Allgemeinen alle mögliche Agitation und Jnkrigue hervorricf und alle Mittel für recht gleichgültig galten, die die Wähler beeinflußen konnten, so potcnzirtc sich dieses Streben der Parteien in der Iosefstadt. Deutsche und Czcchcn suchten die Josesstädter Wähler zu ihrer Partei hinüberzuzieycn lind an Vcrsprechungen und Drohungen fehlte cs nicht. Trotz der Erfolglosigkeit einen v. Josefstadter Wahlkomitü berufenen Wähler-Versammlung, siegte der gesuiidc Sinn des Pttblikmns und die Wähler einigten sich für die Herren: Advokat vr. Wiener, vr. Med. Gitschin, Löwenfeld Fischel. Sonntag am 17-tcn berief das vereinigte Wahlkomitü der Joscfstadl eine allgemeine Wählerversaminlmig, welche auch von vielen altstädtcr jüdischen Wählern besucht war, die Versammlung war sehr zahlreich, 8 Kandidaten präsciitirten sich der Wählerschaft. Nach der Präsidentenwahl die auf Herrn Ernst Wehli p1\ Acehumitiüu fiel, traten auf Einladung desselben die Kandidaten nach alfabetischcr Ordliung auf die Rcdncrbühnc. Dieselben waren die Herrn vr. Gitschin, Vr. Kämpf, »Redakteur Kuh, vr. Lasch, Jos. Lippmann Baiiauicr, vr. TodcSko, vr. stiaudnitz nub der Herr Ritter von Lännnel. (Letzterer war nicht anwesend.) Nachdem vr. Gitschin in einer längcrn Rede sein Glanbensbekenntliiß abtegtc, .kam er auf seine Verdienste in Gemeindeaiigelegeiibeiten zu sprechen, und sprach die Verpflichtung ans, im Falle der Wahl alles für daö Interesse seiner Wähler zu wagen. Nach ihm bctrat Herr vr. Kämpf die Nedncrbühne. In herrlicher Sprache entschuldigte sich der Redner, daß er wage als Ausländer in einer so wichtigen Angelegenheit nur das Vertrauen der Wähler zu streben, hinweisend auf seine vieljährige Wirksamkeit als Prediger, wo er genügende Einblicke in die jüdischen Vcrhältniße und Einsicht über die Bedürfnißc seiner Wähler hätte, auch berührte er die Wichtigkeit. Laß ein Manu die Juden vertrete, der wohlbewandert in der Schrift mid in der religiösen Literatur wäre, da oft Dinge berührt werden. die eine Vertheirignng des JndenthumS auf Grund spezieller Kemitniß von dessen Schriften erfordern. Redner wurde von Herrn vr Wien scharf! intcrpcllirt und entgcgnete stets schlagfertig. Jczt sprach Herr David Kuh Redakteur des TagcSboten und Candidat des deutschen Eomite'S. Er erfreue sich weder der Beliebtheit des Volksmannes (vr. Gitschin) noch des geistlichen AnfehenS (vr. Känrpf) er sei ein einfacher Arbeiter, ein Taglöhner, Journalist. Ein Glaubensbekeniitniß abznlegcn sei über stutzig. Seit zwölf Jahren arbeite er für die Freiheit, jetzt, wo seit die k. k. conzcssionirte Freiheit bestehe jeder politische Tartüffc dieselbe im Munde führe, ist dieses Modesach in Freiheit zu machen. Redner habe für dieselbe gelitten. In glühender bilderreicher wahrhaft patriotischer Sprache entwarf der Redner ein Bild v. Oesterreichs glorreicher Zukunft auf der Bahn des Fortschrittes. Die Valutafrage sei keine finanzielle sondern eine politische, freie Länder sind reich und mächtig, die Freibeiten der Niederlande schufen ihren Rcichthum, ein Ocsterrcrch, in welchem die nur durch »othwendige Gesetze beschränkte. Freiheit herrscht, werde auch ein reiches sein. Nimmermehr wird man dann mit Neid aus England und Belgien schauen, man wird stolz sein Oestcrrcichcr zu sein. Jeder Passus wurde mit stürmischem Bravo anfgenommcn, als der Redner die Bühne verließ, erhielt er einen Minntenlangen Applaus, taktvoll dankte derselbe und schloß mit der Bitte an die Wählerschaft ihm ja ihr Vertrauen bei der Wahl zu schenken, jene Animosität die die czechische Ultrapartet gegen ihn bewarcn soll, sei nichts Arges, er kämpfte für ein starkes Oesterreich und trachte mithin jeden Keim z» ersticken, wo sich innerhalb dessen Gebietes ein Staatchen im Staate bilden könne, doch sei er in gemäßigten czcchischen Kreisen keineswegs verhaßt. Nach einer kurzen aber kräftigen Rede des vr. Raudnitz der v. den schweren Pflichten des LandtagSdeputirtcn sprach und die große Verantwortung desselben scharf präzisirte, trat vr. TodcSko auf die Bühne. Entschiedener Deutscher doch stets eine StaatSiiiännischc Mäßigung bewahrend entwickelte Redner die bevorstehende Mission deö Landtags im AMemeinen, kam besonders auf das Streben der Feudalen zu sprechen und meinte, daß spezielles jüdisches Interesse nicht bestehe. Die wahre Freiheit die auf dem Landtage anzuflrcbcn ist, gilt für Katholik, Protcstant und Jude. Vieles haben wir erreicht, was zu erreichen ist, wird erreicht werden, sobald die »Revision des Konkordates durchgeführt ist. Redner hatte schon 1848. seine parlamentarische Schule durchgemacht und fühle sich ganz am Platze Interessen zu vertreten die zugleich seine wärmsten sind, Redner verläßt mit lautem Applaus die Bühne. Herr vr. Raudnitz sprach zu Gunsten des Herrn Redakteur Kuh und des Herrn Vr. TodcSko. Als letzter Redner sprach Herr Professor vr. Wcsscli. Lehrer der gegenwärtigen und der uachwschscnden Generation seit 40 Jahre im innigen Zusammenhänge mit dem Streben nach Verbcsscrnng jüdischer Verhältnißc, genau bewandert mit den wahren Bcdürfnißc» der versammelten Wählerschaft, im Bezug deö Erreichbaren mit sich im Klaren glaube »Redner das Vertrauen der Wähler nicht unfruchtbar auzusprcchen. Louis Bend in er. (Forts, folgt.) Prag. In den Landtag wurden hier gewählt von Seite der Jos. st. Banquier v. Lämel und ein M. vr. TodcSko. Auch die Pilsner Handclskammer wählte einen Israeliten, Herrn Fürth. Im Stadtverorructen Eoltcginm sitzen 7 Inden. Ans Böhmen, März. Die »Repräsentanten der böhmischen Landeshauptstadt haben dieser Tage einen Akt dankbarer Anerkennung geübt, der nicht minder ihnen, als dem Manne dem er galt, zur besondern Ehre gereicht. Es wurden von ihnen dem seit 3 Dezennien für die jüdischen Interessen eifrig bemühten Prof. vr. Wessely in Würdigniig seiner erfolgreichen Thätigteit ein eben so kunstvoll als geschmackvoll gearbeiteter. mit Arabesken reich geschmückter großer silbcrneu Pokal überreicht. k•) Nikvlsburg, 30. März. Die Angabe ihres frankfurter. Kore. (Nr. 7. t. Vl.'> daß Herr Rabb. Hirsch sich in der hici. Gcm. der