Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 14 (5.4.1861)
- Date
- 1861-04-05
- Page
- Seite 122 (sequence 4)
- Language
- German
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122 Orten ein irdcncS Töpfchen, welches den Becher bei den zweiten ברכות vertrat, zertreten. (Noch heute in Prag üblich wie cS Schreiber dieses gesehen.) Illuminationen deö Lokales kamen nicht selten vor (Tur 6ö). Um einen הססלן zwischen den ברכות zu ermöglichen, ward das Verlesen der Kethuba in der damaligen, allen verständlichen Chaldäischcn Sprache, eingeführt. Später kam dieser Beweggrund in Vergessenheit und glaubten Viele, dieses sei ein wesentlicher Bestandtheil deS TrauungSaktes selbst. — Von Frankel erfahren wir, daß in Jerusalem die Kethuba unter der Chupa unterfertigt wird. — Die Geoni m und nach ihnen der Meharil nahmen cS mit dem Verlesen der Kethuba nicht so genau, und ließen sie nach der Trauung der Braut übergeben. (In Italien geschah dieses immer zwischen,den ברכות mit den Worten הי׳לך כתובתך דהזי ^יבי מדאורייתא welches auch Hr. Oberrabbiner Fasse! in seiner Gemeinde eingeführt.) Ueber den Ort der Trauung endlich, bestanden ebenfalls verschiedene Gebräuche. In Galizien wurde diese immer in der Vorhalle der Synagoge vollzogen. (N. mündlicher Mitthcilnng des Hr. Obere. Nappoport.) In andern Ländern fanden schon im Mittelalter Trauungen in der Synagoge und nur, wenn das Brautpaar schon früher verheiratet war, vor derselben statt. Jndeß mag diese AuSzeichnnng zu vielen Streitigkeiten Anlaß gegeben haben und so kam cs, daß später alle Trauungen vor der Svnagoge vollzogen wurden; um Anhaltspunkte war man nicht verlegen, der Schriftövers: Eö sollen deine Nachkommen zahlreich wie die Sterne des Himmels sein, stempelte diesen Brauch j zum Gesetze. Auf noch spätere Erörterungen und Deutungen! wie z. B. in neuester Zeit Mecholoth hamachnaim der Trauung auf freiem Platze, das Wort redet, einzugehn, erachten wir überflüssig, hierüber hat die Zeit schon entschieden.! Mr lljnfiiuiliifrijcii •S|1r1uijfotfrfjun!1 imfi i Bo» Dr. W. Landau, Oberrabb. in Dresden. 107. D c r 13. M a r ch c s ch w a n.! Zn Me^illnt Taanit findet sich die Notiz: בעשרי□ ושלשה j 23!«1?״ .במרחשון אסתתר סורגא הן עזרתא. Marcheschwau 01 die! Wand (welche der Borhof der Heiden von dein der grauen trennte) | niedcrgcrisscn worden." Aus diesem Grunde zählt dieser Tag zu den! als festliche Tage bezeichneten: dies l'asti. Dies; ist natürl. höchst auffallend, l Daß die daselbst hinzugefügte Erläuterung □בלפני שבנו יו^י und ‘ s. w. eine falsch angebrachte Glosse sei, bat schon Grätz in seiner i ״Geschichte der Inden" 3. Thcil, S. 405 bemerkt. Allein seine Erklä | rung der obigen Worte hat manches gegen sich. Grätz bezieht die Worte aus das Faktum, daß der Hohepriester AlkimoS die Absicht Halle,! diese Mauer uicdcrzureißeu, diese Absicht aber nicht anssührte, indem! ein Schlagfluß seinem Leben plötzlich ein Ende machte. (Maccab. 9, 54—50). — Aber dann wäre doch das אסתתר schwierig zu erklären, da die Wand in Wirklichkeit ja nicht eingerissen wurde; überdies würde! die wahre Ursache des festlichen Tages: die Bereitelnng der Absicht des AlkimoS und dessen Tod mit keinem Worte erwähnt ffiit. Hcrzfeld in der Geschichte deö Volkes Israel II. S. 419 glaubt, daß diese Notiz einfach besagen wolle: am 23. Marcheschwan sei die niedrige Einfassung, welche die Heiden nicht überschreiten sollten, von j diesen nicdcrgcriffcn worden, mit Beziehung aus Mcdol. 2. •i Allein ■ er bemerkt selbst, daß cS ja dann ein <1108 notastus sein müßte. nicht J aber unter die dies fastos gezählt werden könnte; er schreibt diesen j Fehler jedoch auf Rechnung des Abfassers, der ja in der angeführten Erläuterung ohnehin seine irrige Deutung bekunde. Damit ist aber immer nicht gelöst, wie der Verfasser zur Ucbcrlicfernng dieses Tages | als Freudcntag kam. Auch weist Gr. genau nach, wie man die kurzen > Data von den hinzugefügtcn Glossen zu trennen habe, und daß jene I keineswegs gedankenlos nicdergcschricbcu sind, geschweige denn in einen so groben Widerspruch verfallen sollte», der Festlichkeit eines Tages ein trauriges Ercigniß zu Grunde zu legen. Wenn man um aber statt אסתתר lieber אסתתם lesen wollte, so wäre die Schwierigkeit gelöst. Das Datum bezöge sich ans das in der Muchna Midot 2. 3, erwäbntc Faktum, daß die HaSmonäer die 13 Lücken des Soreg, welche die Heiden geschlagen, anögebcssert, geschlossen haben. גדרוס׳אסתתם in der Mischnah. l 08. Z a m a r i s der B a b 1 l o u i c r. Im Ialkut Schimeoui zu Genesis 15 Nr. 00 wird erzahtc: Es geschah einst, daß ein Mann, der sich grämte, daß er weder mit der mündlichen noch mit der schriftlichen Lehre sich beschäftigt hatte, sich im Aethausc befand, und als der Vorbcter am Kednschah-Gebet hielt, seine Stimme vor andern laut erhob und dreimal: ״Heilig" nes. Auf die Frage. was ihn dazu veranlasse, erwiderte er: ״Ich war nicht so glücklich, in der schriftlichen oder mündlichen Lehre Kennte nis zu erlangen; wie sollte ich nun nicht lam rufen und mich erquickt fühlen, da es mir vergönnt wurde (wenigstens durch Geber Gott zu heiligen"*). Es vergingen nicht ein und zwei und drei Jahre, als dieser Mann von Babylon nach Palästina kam, und zum kaiserlichen Feld Herrn und Oberhaupt aller Schlosser in Palästina erhoben und , ihn, auch ein Terrain geschenkt wurde, wo er eine Stadt erbaute und sie bewohnte. Dieselbe wurde frei von allen Abgaben erklärt IIP (וקראו קילניא) unter ihm, seinem Sohne und Enkel. Zieht man von dieser Erzählung, die den Segen des Gebetes und des srommeil Sinnes veranschanlichen will, einige Uebercreiblingen ab, so sindei man in jenem babylonischen Mann Z a 1» a r i s wieder, von welchem in Josef, antiquit. 17, 2 folgendes erzählt wird: In jener Zeit, als er (HcrodeS) sich gegen die Einwohner von Trachoniliö sichern wollte, beschloß er, in Mitren d. jüd. Landes einen Flecken, säst von der Größe einer Stadt anzulegen, um sein Laut dadurch von Einfällen zu bewahren. ... Da er »11» damals zufällig einen Inden kennen lernte, der mit 500 Renern und an 100 Verwand tcn ans Babylon kam um in Antiochien bei Daphne sich niederznlassen, so lud er diesen nebst seinen Begleitern unter dem Versprechen ein, ihm einen Landstrich in der Präfektur von Batanea zu geben. welche an Trachonits stößt . .' . versprach ihm auch, die Gegend von allen Abgaben zu befreien.Durch dieses Versprechen bewogen. kam der Babylonier und errichtete daselbst ein Kastell nud einen Flecke», den er Bathyra nannte. Dieser Mann diente nun den Bewohnern z» Schutze gegen die Trachouiten, so wie den Juden, die um zu opfern, aus Babylon nach Palästina kamen (wohl עולי רגל) zur Sicherheit vor Räubereien in Trachonitis, und viele begaben sich zu ihm und von überall her diejenigen, welchen die väterlichen Sitten der Juden am Herzen lagen. — Und diese Gegend wurde sehr volkreich, da :»an sich sicher darin befand und die Einwohner so lange Herodes lebte, frei von Abgaben blieben. '! Dies ist nach den Woncu שנתנה "י i» 'upplnen. 4738 7981740677