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Ben Chananja · 1861-03-22 · 12 (22.3.1861) · p. Seite 107

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
12 (22.3.1861)
Date
1861-03-22
Page
Seite 107 (sequence 5)
Language
German
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107 UebrigcnS sind die Anschauungen, wie sie Dr. Iellinek in seiner! Kandidatcnredc entwickelt, nickt neu, nicht ans dem Felde des modernen IndcnthnmS emporgefthossen, und H. Dr. Iellinek wird wol auch in die sein Punkte ans Originalität verrichten; alle unsere großen Männer und Denker haben in ähnlichem Sinne über die Relation des Indencknniü }1111t Ehristcnthiimc sich ausgesprochen. So N. Iehnda Halewi (Kns. 4, 23) und MaimonidcS (Melach. Abschn. II.) Beide haben cs offen ansgcsvrochen, daß der jüdischen Tocblerreligion, dem Ehristcnthnme eine große historische Sendung an die -beidenwclt nach göttlichem Nathschlnßc zu Thcil wurde. Diese Ueberzcugnng winde auch von Mose den Ol ach man (Siche Derascka S. 5.) getheilt. Aebnlichc Ansichten finden wir auch in anderen rabb. Werken nicdcrgelegl. Dr. Iellinek hat sich aber um das Jndcnthnm verdient gemacht, indem er die Gelegenheit ergriff, diesen Anschauungen, die er }um Tbeil in seiner Predigt: Die Lehre dev Jndenthnmö. über die Bczie billigen von Inden zu Nichtjudcn, niedergclcgt, bei einem christlichen Auditorium Eingang zu verschaffen, um ans solche Weise den Bcrdächtigungen und Vorurthcilen, denen wir von mancher Seite noch anSgeseht sind, entgegen;11 treten. Wir können kaum mit Sicherheit bcstiinmen, ob cS wol Hrn I. gelingen wird, gegen seinen Mitbewerber, den früheren Minister Frhr von PillcrSdorf sich;11 behaupten, dock hat er schon damit einen herrlichen Triumf gefeiert, wenn seine Worte, die er im Namen des JndcnthnmS gesprochen, in solchem Kreise und von solchen Zuhörern mit solch großem Bcifallc und starkem Bravorufen anfgcnommen und gehörig gewürdigt worden sind. Mögen aber diese!- bcn Worte aneh bei Jedem nnsercr Brüder Eingang finden, und beknnden wir durch unser Leben und nufere Handlungsweise, daß wir diese Anschaniliigeii nickt bloß in den Büchern besitzen, sondern auch praktisch zu jeder Zeit nnd in jeder Lage dnrchzuführcn uns bestreben. und wir können hiedurch viel dazu beitragen, daß auch in Oesterreich die Zeit nicht mehr fern sein dürfte, wo jcbcr konfessionelle Haß geschwunden sein wird. Ans dem Gömörer Komitat, im März. Bei 11116 sind 3 Inden in den KomitatSaiisschusi gewählt worden, 2 Nabbine» und ein Laie. Teme-Svär, im Mär;. Im verflossenen Herbste ist der, auch dem hochw. Redakteur dieses geschätzten Blattes bekannte, hiesige Lehrer Mühlrad mit dem Tode abgcgange». Seiner kränklichcii Wittwe verblieben vier unversorgte »nnlündigc Kinder. Die KullnSgcmciiidc konnte sich aus ökonomischen Gründen mir zu einem kleinem Untcrstütznngsbeitrage, der überdies nur für Ein Jahr stipulirt ist, herbcilasse» , nnd die verwaiste Lchrerfamilie wäre dem äußersten Elende preisgcgcben, wenn nicht der Lehrkörper der fiicf. isr. Mnsterhanpischiile so wie das isr. Lehrpersonal in der Vorstadt Fabrigue, auf Anregung des Herrn MnsterhanplschnldirektorS Kohn, unter sich eine IlnterstützungSkassa gegründet hätten, aus der sie der verlassenen Familie ihres dahiilgeschiedencil Kollegen, der überdies schon während seiner langwierigen Krankheit in liebevoller Weise von denselben unterstützt wurde, allmonatliche eine namhafte Zulage zu fließen lasse», F. Tyrnau, im Mär;. Auch bei nnö sangen leider Roheit und Obskurantismus an sich breit zu machen, so daß für unsere Schule alles zu bcsürchtcn steht. Bereits ist es unserem Rabbiner, Verfasser eines Wertes: ׳אות ברות das wir mit ihrer gütigen Erlanbniß als Enriosnin nächstens vorführen wollen, mit Hilfe zweier bekannten Zelolen gelungen, den Weg zum alten. lieben Ehederwcsen dadurch anznbahnen, indem er die Anstellung eines Gemara LebrerS an unserer Schule durchsetzte, welcher gleich ihm den armen Moses Mendels s o h n aus tiefster Seele verflucht. -- Wohin soll dies! am Ende führen 's s M.-Theresiopet, 20. März. Am 17. d. M. bauchte unser Rabbiner Lipman Hirsch seine sromme Seele aus. Gestern fand daS feierliche Leichenbegängniß statt. Die Rabb. Löw. Nascher, Barach und Ehrlich sprachen an dem Sarge des Verblichenen. Derselbe stand 2k) Jahre der!Sief. Gcm. als Rabb. vor, hintcrließ er glerchwol seine Familie in der drückendsten Armnth. In der heute Vormittag abgehaltenen Gemeinde׳ Versammlung wurde der cinmnthigc Beschluß gefaßt, der Wittwe drei Jahre hindurch den ganzen, später aber lebenslänglich den halben Gehalt;llkoniincn zn lassen, und sie mit einer anständigen Wohnnng zu versorgen. Ueberhaupt legte die Gemeinde bei dieser Gelegenheit eine ׳'ehr rühmliche Mnnifizcnz an den Tag. Um so besrcmdcnder und bedancrlicher ist cs, daß sich auch hier einzelne Stimmcil für die Anflösung der zweiklassigeu Schule erhebe». Hoffentlich wird cS der gesunde Sinn der Gemeinde zn verhindern wissen, daß diese Stimmen mit ihrem niizeitgeniäßen. nicht geling zn mißbilligendc'.i Vorhaben durchdringen. Literarische Anzeigen. D1\ M. Steinschneider und die hebräische Bibliografie *). Von einem Freunde der Wahrheit. 30 no scay quoy premier en lui jo (loibre admiror, ou son oultrecuydance, ou 8a besterie. Rabelais. II. Der ewige Jude. — Tohu-Bohu. — Unsichere Angaben. — Erdichtung. — Plagiate. (Fortsetzung.) An einer anderen Stelle (Nro 752) beschuldige» Sic Dr. Fürst der Erdichtung. Ein allerliebster Einfall. Wo ist aber mein lieber M., mehr Erdichtung als in Ihren Schriften? Um nur von dem vorliegenden Katalog zn sprechen, so ist es Erdichtung, was wir Seite 121 lesen: ״Saadia bcn Bcchor Schor, franzose Ende 8aee. XU." Nie hat ein solcher Mann eristirt, wohl aber hieß Saadia Gaon, in Bezugj auf feinen Vater Joseph, und mit Anspielung auf Deutero. nom 33 17: ben Bcchor S cho r, Sohn des ״Erstgebornen Stiers", oder Sohn des Ioscph'ö. Auch haben die ältesten Autoritäten das Gedicht über die Anzahl der Buchstaben in der Bibel dem Saadia Gaon allein und keinem Andern zugecignet. Ja Ichnda ben MoseS Ehalaon, der Verfasser des אמרי שסר Handschriftlich in der kaiserl. Bibliothck in Paris, An eien Fonds, Nro 112, Sektion Bcreschit, S. 10. erzählt folgende Anekdote über die Entstehung dieses Gedichtes: Einst sprach Saadia Gaon zu seinem Schneider im Scherze! Herr Schneidermeister, können Sie mir wohl sagen, wie viele Stiche sie heute gemacht haben? Nein, Herr Rektor, ich habe sie noch niemals gezählt, erwiderte der Handwerker. — Wie, mein Herr, Nähen ist Ihr Gewerbe, nnd Sie zählen nicht die Nadelstiche? — Allerdings nicht: antwortete der Schneider, aber Sie, Gaon. Sie sind Schriftgelchrtcr, können Sic mir wohl sagen, wie viele Buchstaben die heilige Schrift enthält? Saadia konnte dem Schneider nicht antworten. Er ging beschämt nach Hanse nnd ruhte nicht, bis er die Buchstaben der Bibel gezählt hatte, »ud ihre Anzahl beschrieb er sodann in einem Gedichte, in den bekannten Reimen über die Buchstaben der l,eiligen Bücher. — Eine Erdichtung ist cS. daß das Schekel ha-Ko deich (Nro 78) nicht von David Aben Iachja sei. Alle Bibliografen bebanp- ) S. vor. Nummer S. df>

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