Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 12 (22.3.1861)
- Date
- 1861-03-22
- Page
- Seite 106 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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106 dies hatten nie die Meinungen divergirt, weil es eben traditionell von Mose im Volke sich fortgeerbt. Doch, fügt Maimuni hinzu: אע״ם שהפירושים האלה מקובלין ואין מחלוקת בהן .מחכמה ההורה הנהונה לנז נוכל להוציא אלו כו. שתראה אותם.הפירושים בדרך מדרכי הסברות כתלמוד מעיינים והדלקים ז״עו במערכת העידן ומביאין ראיות על אחר מאלו הפירושים אלו פירושים לא הביאום מפני שנשתאיש להת העני ן . . . אבל הקרו על הרמו הנמצא בכתוב לזה הפי ריש המקובל' Auch nach Maimonides war cö mithin immer Streben der Schriftgelehrten, die traditionellen (Zeklarnngen mit allem Aufgebote des Scharfsinns, auf dem Wege der Forschung mit Hilfe logischer, linguistischer, selbst naturgeschichtlicher Behelfe — wie das z. B. bei der Ermittelung, daß durch הרה Eßrvg ansgedrückt sei, der Fall ist — aus dem Schrift- Worte heranSzudenten. Spricht demnach Frankel nicht ganz im Geiste des Maimonides, wenn er sagt: הפירושים האלה נאמרו במועצוה ודעת מסי אכ״הג?!>) Ueberlieferte Gesetzbestimmnugen, die nicht im Schriftworte angedeutet sind, und also auch nicht auf dem Wege der Forschung daraus resultiren,, und die daher znm Unterschiede von den crstcrn — die — פירושי התורה הלכה למשה מסיני gedeutet werden: כל דבר שאין לו רמז במקרא ואי אפשר להוציאו בירך מדרכי הסברא עליו לבדו נאמר למשה מסיני• — Vergleichen wir nun Frankels Hodegetik Seite 20, die eben von der Anklage so heftig angegriffene Stelle, und wir finden dieselbe wieder ganz mit dem maimonidischen Wortlaut übereinstimmend: ומלכד ההלכות אשר יצאו המקרא ומן המרות הנזכרות נמצאות אשר אי אפשר לעמוד עי טעמן והן מקובלות ונקראות הלכה למשה מסיני. Doch die Anklage geht über diese Worte hinweg, und hält sich an den darauf folgenden Satz, der den Rabbenn Ascher zitirt. Aber wie, Frankel sollte wirklich, was jener nur für Auönahmösälle angibt, als allgemeine Regel aufstellen, so daß הל" מ niemals was Anderes bedeuten würde, als רבר ברור? Aber dann hätte ja Frankel in dem einen Athen!- znge die zwei widersprechendsten Sätze ausgesprochen: Zuerst definirt er הל״מ als הלכות שאי אפשר לעמוד על טעמן und unmittelbar darauf wieder als רכל ברור! Am Schluffe deS so vehementen Artikels meint der Verfasser desselben, Herr Frankel hätte sein Buch anstatt דרכי המשנה lieber Darke Hammeschanc nennen sollen. — Run, wir wollen schweigen davon, daß man einst Ralbag'ö Milchamot Adonai מלחמות עם ה׳ nennen wollte — aber erinnern dürfen wir wvl daran, daß man einst auch Albo's! ספר העקרים zu einem ספר העוקדים machen wollte, und ן doch wird heute alle Welt darin ein tief religiöses, vom Geiste der strengsten Frönimigkeit und wahrhaft jüdischer Begeisterung getragenes Buch erkennen. Korrespondenz Ausland. Breslau, 20. Marz. Ans drin so eben ansgegebenen JahrcSbericht über dir von Dr. Sauinclsobn geleiieteu ReligionS-UntcrrichtS- Anstalt der bies. Spuagogengemeinde ist der erfreuliche Forlschrilt dieser Anstalt zu ersehe». Das alte Schuljahr hatte 108 Schüler und Schü-- lcriniien abgeschlossen. Im Lause des gegen»׳. I. traten 70 neue hinzu Odessa, Ans. März. Vor 2 Jabrcn wurde hier eine Sabbatschule für isr. Handwerks- und Haiidlungölchrlinge gegründet. Der so eben ausgcgcbcne Bericht von Dr. A. I. Goldenblum beweist, daß der Verein trefflich gedeiht. Während der abgclanscncn 2 Jahre habei! 314 Schüler an dein Unterrichte Theil geilonuncil. Herr OsiaS Ehajeü hat sich um das Institut besondere Verdienste erworben. Inland. /!■ Wien. Unter den LandlagSkandidatcn-Reden, die wir liier allabendlich zu Horen bekonlincn, har die des Hrn Dr. Jcllinck (er kandioirt für die Lcvpoldstadt) Sensation erregt. Am 10. Abends betrat er, nachdem seine Vorredner Frhr. v. Pittersdorf unter Beifall, und Hrr Dr. Zebinka unter Zischen, Räuspern und Stampfen ihre Progranime entwickelt hatten, unter lautem Bravorufen, die Lribnne und begründet seine Kandidatur in einer längeren Ansprache, deren wescntlicher Inhalt folgender ist. Er wolle cS vermeiden, ein politisches Glaubensbekenntiitß abziilegen, dasselbe müßte ein liberales sein, hcntzutage sei aber nameiltlich bei uns in Wien Alles liberal. Die Ablcgnng von Glaubensbekenntnissen, wie man deren täglich zu lesen bcfomine, vergleicht Redner mit den Versicherungen eines Bräutigams, der da »׳irbt und schwärmt, gegen die Braut; die Verhältnisse gestalten sich jedoch anders, wenn der Trauring am Finger steckt. Statt ein Glanbensbekenntniß abziilegen, seht Redner die Grundlagen eines freien Staates auseinander und zählt dazu: feste, ehrenvolle und charaklcrstarke Männer, die sich nicht blenden lassen von Bändchen und Bcfärdcrungcn; persönliche Freiheit Hrdm.'m Oorpim-zVoto, nationale Freiheit; Berechtigung jeder einzelne»! Nation, sich frei nach ihren Eigenthünitichkeiten zu entwickeln. Anwendung von Gewalt schaffe in dieser Beziehung nie Gutes. Die Krone Oesterreichs zeichne sich durch die herrlichsten Edelsteine in großer Zahl ans, jede Nation sei ein soleher Edelstein, jede Nation bringe dem Ganzen ihre Talente, ihre Vorzügc n. s. w. (lauter Beifall); Religionsfreiheit, diese spiele in Oesterreich eine sehr wichtige Rolle. Alle Religionen haben ihr Moral- und Sittengeictz, keines siebe den StaatSgesctzen entgegen u. s. w. Redner bekämpft noch zu»! Schlüsse die Ansicht, daß der jüdische Bestandthcil der Bevölkerung dem christlichen feindlich gesinnt sei: die Inden hätten immer das Ehristenthum als einen wichtigen Akt der Vorsehung bctrachtet, sie batten zu allen Zeiten ausgesprochen, daß es ihre Pflicht sei, dieser großen Lehre der Liebe, der Dnldnng nicht in den Weg zu lreien. Die Inden, sagt Redner, verlangen nur, daß man ihnen ihre!liechte als Menschen gönne, nicht Bekehr»,igSversnche mache, sie freuen sich aber, wenn die Lehre des Ebristcntbnms weit über den Ozean binanSvcrbreitel »׳erde, wenn das Ehristenthniu sein Banner, das der Liebe, entfaltet. (Stürmisches Bravo!) Erwägt ui an nur, welch schwere Aufgabe eö für einen jüdischen Prediger in Oesterreich sei, vor einem Andirorinm, daö größtentheils aus Männern andern Glaubens besteht, die konfessioneklen Verhältnisse zu berühren, ohne den ilnaiigeiiehmen Eindruck ziirückznlasscn, als habe er pro domo su;1 gesprochen, 11111(1 Jedermann zngebcn, daß Dr. Jcllinek diese Ansgabe meisterbasl zu lösen gewußt. Und wahrlich, er sprach als Mensch, Bürger und Jude, und braucht auch in letzterer Eigenschaft nicht Ei n Wort dadou ziirückzunchnien; den» jeder denkende Jude muß und wird ihm beipstichten. Ohne Zweifel wird der PassnS. wo Redner über die Beziehung des JndenlhnmS znm Ebristciithnme sprach, bei den nichidenkenden I» den Anstoß, und bei den nichldeiikenwolleiitcu Aerger erregen, aber eben die Zeit der Trägheit und Gcdaukenlvsigkeit ist vorüber, und das Indcnthnm muß sich bei jederr Gelegenheit als die Religion des Geistes nur des wabre» Denkens mauifeftireti.