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Ben Chananja · 1861-03-15 · 11 (15.3.1861) · p. Seite 98

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
11 (15.3.1861)
Date
1861-03-15
Page
Seite 98 (sequence 10)
Language
German
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98 senken, mit Recht, t’iitcn Unterschied zwischen ״Oer Besprechung cineö Schulbuches tlnd der eines andern" in Anspruch nimmt; so wird er es hoffentlich auch dem Verfasser eines Schulbuches nicht übel deuten, wenn letzterer dieselbe Uuterscheidüng, sei es als ein Recht oder als eine Pflicht der Rothwehr, auch für sich geltend macht, und eine, wenn auch noch so freundliche, doch zugleich so tief einschneidende Kritik, sine ira et studio, mit einer R echtferti g u n g erwidert. Auf dieses Recht gestützt, erlaube ich mir iu folgen-! der rein objektiv gehaltener Gegend eso re chung über die wichtigsten gerügten Stellen die Gründe anzugcben, die mich zu dieser oder jener Auffassung bewogen haben, und hoffe, daß Sie, hochverehrter Herr Redakteur, derselben die Aufnahme in Ihr geschätztes Bl. nicht versagen werden. Die S. 3, 1. Theil als Einleitung gegebene kurze Darstellung der Entwicklungsgeschichte der Menschheit und der einzelnen Völker ans einzelnen Familien: und so w. hält der Rczens. für ״eine aus attdern historischen Kompendien eingeschlichene Anschauung" und in Widerspruch mit Genes. 2, 15 und 4, 2. — Muß aber diese ״Anschauung" erst aus historischen Kompendien geholt werden? Ist sie nicht fach- und naturgemäß? Und gibt sie sich nicht aus den verschiedenen Kulturstufen der verschiedenen Völkerstamme Anrerjka's vor wenigen Jahrhnnderten und Australiens noch heutzutage? Die Berichte der h. Schrift, die uns indem engen Rahmen einiger Familiengemälde das Prototyp der Entwicklung der ganzen Menschheit erblicken läßt, bestätiget diese ״Anschauung". Genes. 2, 15 sagt nur, daß Adam bestimmt war לעבדה לשמחה nicht aber, daß er, ohne Roth Acker- oder Gartenbau im Paradiese getrieben habe (vergl. das. 3, 18, 19);Genes. 4, 2 aber berichtet eben, daß erst die zweite Generation begonnen, dem Boden Nahrung abgewinnen. — Hiermit fällt auch die Bemänglung der S. 9. gegebenen Ursache der Wemuth Kains weg. Wir glaubten der dort gegebenen Darstellung, wenn auch nicht mit Evidenz ״begründet", vor andern den Vorzug geben zu müffen, weil hierdurch in Verbindung mit der dort gegebenen Bedeutung der Worte א״ט שאת die Divergenz in der Auffassung der Sünde Adams in Bezug auf deren Folgen im Judenthume und Ehristenthume von vornhinein scharf tzervorgehvben wird. Ich glaube hier bemerken zu dürfen, daß ich früher beim Uebersetzen der Gebete in der Schule diese Negation der christlich-dogmatischen Idee der Erbsünde im Judenthume in dem Morgengebete נשמה שנתת בי טהורה היא ובו bemerkbar machte. Allerdings der schon etwas reifern Jugend. S. 7. da«, w׳e es dorr angedeutet, die Sprache kein I ״Gegebenes״, sondern eine Erfindung des Menschen sei, sagt die Schrift selbst Genes. 2, 19. Becker und etwa andern Historikern gegenüber dürfte Werder als mindestens gleichberechtigte Autorität gelten. iS. Werder, ״gekrönte Preisschrift", ״lieber den Ursprung der Sprache") — j das. — daß Adam erst dann bemerkt habe, das Eva Bein von seinem Beine u. s. w. sei, ״als er seine Rippe und das dazu gehörige Fleisch vermißte" gibt Aben Esra z. St. selbst nicht als gewiß. Die Schwierigkeit, die der Hr. Rez. gegen! die das. gegebene Auffassung der Worte בי קניתי איש erhebt: ״baß eS dann אישי heißen müßte verschwindet, wenn man bedenkt, dasi Adam damals noch der einzige Mann auf Erden war; die Pronom. posscssiva konnten erst erstehen, nachdem der Unterschied zwischen m e i n und nicht mein sich heransgestellt hatte. — S. 12 daß die Erfindung eiserner Stoffe Umwälzungen in den Bezieh»«- gen der Menschen und der Völker erzeugen, zeigt die ganze Geschichte; inwiefern die Gcwaltthätigkeit der bewaffneten Ritter jener Zeit auch Sittenverderbuiß herbei führten, ist daselbst klar dargestellt. S. 13. Zu der Annahme, daß die Worte (Genes. 7, 13) בעצם היום הזה sich auf V. 12 beziehen, und daß die ארבעיט יום nicht die ganze Dauer der Regenzeit angeben, sondern bloß den Zeitraum, au dessen Ende Noe nach gescheheuer Verproviantirung, für bleibend die Arche bezog, wozu V. 17 und 18 das. die Ursache angcben; drängen unwiederstehlich das. V. 24 wonach daß Wasser 150 Tage immerfort zunahm und Kap. 8, 1, 2 wonach, im Zusammenhauge mit dem früheru der Regen erst nach 150 Tagen aufhörte. Raschi und Aden Esra fühlten wohl diesen Widerspruch, ihre Ausgleichung wird aber Niemanden befriedigen. S. 19. Für diese Auffassung des Wortes תהיה spricht die Geschichte. Esau trennte sich von! elterlichen Hause und behielt seine und seines Stammes Unabhängigkeit. Ierem.2, 31 bemerkt R. wie folgt: דרנו לא נבוא אלין ררנו בתו נבהלנו — S. 63. Die Darstellung der VolkSeinrichtungeu der Israeliten in Aegypten das. ist nach Ervd. 14, 26 schriftgegemäß. Die das. erwähnten ראשי האבות waren sicherlich, analog mit den Einrichtungen anderer orientalischer Nomadenstämme die Vertreter des Volkes, die Aeltestcn, זקנים an welche sich Moses mit seinen Aufträgen wandte. (S. Ered. 3, 12. 18. 12, 21). Daß die Israeliten schon in Aegypten Richter hatten, liegt in der Natur der Sache; daß die Stamm- und Familienhäupter dieses Amt versehen und das Recht sprechen, geht aus Genes. 38, 24 hervor. Zur Zeit drängender Gefahren finden nur auch bei andern Völkern alle Gewalten sistirt uuD in Einer Person kouzeutritt — die Diktatoren in Rom. — So wurde auch beim Auszug!׳ aus Aegvpteu und wäbreud der erste» Wanderung

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