Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 11 (15.3.1861)
- Date
- 1861-03-15
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2542917-2543023-2543035--2023-2545758- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Beilage znm ״Ben Channnjn" Nr. LL Jl c d) t r r 1 ti q וו n g. Bon Leopold Breuer, emerit. Neligionslehrer in Wien. Hockgeehrter Herr Redakteur! je haben die Spalten Ihres geschätzten Blattes bereits zweimal den Besprechungen meiner in 3. Aufl. erschienenen ״bibl. Geschichte und Geschichte der Inden und des JudcnlhumS bis zum Abschluffe des Thalmud" u. s. w.*) freundschaftlich geöffnet. Ich sage freundschaftlich, weil ich die Hingabe eines an drängendem Stoffe so reichen BlatteS an Einen Gegenstand als ein neues Zeichen warmer Freundschaft für mich, wie Sie solche noch vor Kurzem in Nr. 12 des ״B. CH." v. I. durch Ibre Bemerkung gegen, über einer tendenziösen, durch Entstellungen und Erfindungen, durch halbes, schillerndes Andeuten deS Einen und gänzliches Ignoriren deS Andern aller historischen Wahrheit und Treue inö Gesicht schlagenden ״Geschichte" bewahrt haben, freudig und mit Dank anerkenne. Nicht minder zu Dank verpflichtet fühle ich mich den beiden Männern, die es nicht gescheut, unter mannigfachen Beschäftigungen auf dem Gebiete der Wissenschaft und deS praktischen AmteS, ihren prüfenden Blick einem Buche für die Jugend zuznwenden. Von unschätzbarem Werthe sind mir die letzten Worte des allen jüdischen Herzen theuern und unvergeßlichen sel. Or's. Jost in seiner Besprechung, die ich in Ihrem Blatte gleichzeitig mit der Nachricht von seinem Tode erhielt, und unauslöschlich bleibt die tiefe Wehmuth in meinem Herzen, die mir diese Nachricht brachte. Herr Rabbiner Hochmulh bat durch seine strenge, bis inö kleinste Detail eingehende Besprechung meines Buches seine anerkannte strenge Rechtlichkeit und Unparteilichkeit, so wie sein nicht genug zu würdigendes Streben für die Bitdüng unserer Jugend neuerdings bewährt. Es ist kein geringes Verdienst, wenn Rabbiner großer Gerneinden die spärliche Muße, die ihnen gegönnt ist, der genauen Prüfung und Beurtheilung eines Buches vom Anfänge bis zu Ende zuwenden. Herr H. glaubt die ״minutiöse Genauigkeit rrnd Gewissenhaftigkeit bei Besprechung eines SchulbucheS" mit der ״Wichtigkeit und Bedeutung eines solchen für die Bildung der Jugend" entschuldigen zu müssen. Ich halte *) Dich׳!- vvllstäiidiqt Jiid, Dfr auf dem litdblallf te(f 2. ii'filoj abflefcnutt ijt, fehlt aui '•Jj e v ייe b ui heim crflni!heile, weil iit'ü'v auö§egeben weidei, mußt,׳, bevor das hianze volle»! n war. dieses Letztere kaum für nöthig, und stimme mit seiner Ansicht um so mehr überein, als ich dieses wichtige Moment bei Bearbeitung meines Buches ununterbrochen vor Augen hatte. ES mag daher in einer etwas zu ängstlichen׳? a ssungS- und Anschauungsweise liegen, wenn Herr H. in meinem ״für die Jugend bestimmten Lesebuchc" eine ״hie und wieder vu rch schimmernd e re formal v rische Tendenz" erblickt odei wenn er etwa in den Abschnitten (2 Th. S. 283 und S. 287) über: ״Inhalt und Lehrweise des Thalmud und dessen Bedeutung" u. s. w. die ich, bei den täglichen Anfechtungen des Thalmnd in judenfeind h e Schriften, als eine un a bw e i s li ch e Forderung nnserer Zeit für den Unterricht der reifem Jugend betrachtete, blos überflüssige ״wegzuwünschende Reflerion" sieht. Doch derlei beruht auf individueller Meinung und Ansicht, die als solche aus beiden Seiten, auf Seiten des Rezensenten wie deS Verfassers, ihre Berechtigung haben, und keine weitere Polemik zulassen. Ein Gleiches ist es mit den vom Herrn Rezensenten ausgesprochenen mancherlei Wünschen als: ״In der thalmudifchen Epoche mehr historisches Material, mehr Biografisches und konkrete G e st a l t u n g e n", oder; ״ i m ersten T h e i l e e i n e u g e res A n s ch m i e g e n a n die ursprüngliche biblische A u S d r u ck S w e i s e" u. s. w. — WaS das Erstere betrifft, so mußte bei Abfassung des Buches, mit Bezug auf dessen Preis, besondere Rücksicht aus den Umfang desselben genommen werden — und mußte der Verfasser selber manchen nahe liegenden Wunsch unterdrücken; — bezüglich des Letzter« und Aehnlichen erschien oft, zum richtigen Verständniß der Schrift, für Schüler wie für Lehrer, die eregetische Auffassung deS Urterteö wichtiger, als die wörtliche Wiedergabe deS Letzter«. Ein ganz anderes Bewandniß jedoch hat eS mit solchen Bemühungen, wo der Hr. Rezensent Widersprüche gegen den Wortlaut der Schrift und gegen die Geschichte nachweist. Solche Vergehungen oder Versehen, deren Kritik deS Herrn Hochmuth im ״B. Eh." 9fr. 7 nicht wenige auszählt, würden durch alle Vorzüge, die derselbe so freundlieh ist, dem Buche zu vindiziren, bei weitem nicht anfgehoben werden. Wenn daher H. Nabb. Hocbm. für den Nezen