Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 11 (15.3.1861)
- Date
- 1861-03-15
- Page
- Seite 93 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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93 המעה, umsoweniger wenn Dev Kohcn ein ספק ist, wo Doch ebenfalls das המעה gilt, unD nach Der LoSknnfuiig noch immer ein ס׳ פריון bleibt. Auch Der הוס השניסיו sagt: ואיו חילוק יין והו לדורות הראשונים שהיה ההם כהב יהום רק יעני ן יהתור ההם הבר שאסור יורים אבי לענין שאוסר להם דבר שאסור לבהנים אין חילוק• Demnach müsse man auch beutzutage mit der קרישה הב הן es strenge nehmen. Doeb Den speziellen Fall anbelangenD mochte ich Den Ausspruch DrS H. Or. K.: Das; die Trauung allerdings nicht vorgenommen werden Dari, noch nicht so unbedingt annehiuen, da selbst nach (s.בינו dort) ,רמב״ם אב פיה אהע ס׳ zur Beglanb. D.הרי ״ובא יבשי" נבעלהי.ן^^0!(ו sein müssen, dies nur 1)1(1יבההיה,aber בדיעבד לאהצא. Sollte Da, wo DaöStaatSgesetz Die bürgerliche Trauung als rechtsgültig erklärt, eine solche Trauung nicht als בדיעבד angesehen werden können, umso mehr Da ja viele פוסקים sagen, Das; selbst לכההלה mit einem י*וב genug ist? V e 11 g S selb e r,!HaMnner in ®araätin. 3ur Mchichle fin^fiipr jüil. . Prager Chronik. Mitgetheilt und mit Anmerkungen verleben von Ohnil ® e 1) l i. Die Go schichte einer Nation ist der Spiegel ihres Lebens nnd ihrer Lhätigkeil. Die Geichichte Israels in der Zerstreuung ist - - bei dem Mangel hervorragender politischer Thätigkeit — theils ReligionS- und Literaturgeschichte. theils Geschichte der überslandenen Leiden und Bersolgnngett. Letztere hat zwar im Wesentlichen allenthalben denselben Charakter; sie bietet dennoch in verschiedenen Gemeinden bemerkenswerthe Verschiedenheiten dar. Go wurden daher größere Gemeinden dnrch die Mittheilung ihrer Erlebnisse ohne Zweifel interessante Beitrage zur jüdischen Geschichte liefern. Ich bin in der Lage, ans einem die Geschichte der Prager Gemeinde betreffenden Manuskripte Anözüge zu machen. nnd dieselben den Lesern d. Bl. vorznlegen. Das Manuskript daö den sel. Sleneramts-Sekretär Markus Fischer zniu Vers, hat nnd mir von dessen Neffen, dem Kassa-Offizial, Hrn. Wolf ®hier nütgetheilr wurde, besteht ans drei Büchern. Die darin enthaltene Daten, Gemeinde- und Nabbinats-Dekrete, die in der Regel gemeinschaftlich unterschrieben sind, — scheinen ans dem Hebräischen übersetzt zu sein. Chronologische Bestimmungen fehlen ganz; jedes Faktum ist mit einer Nnmmer bezeichnet. Ich werde daher diese Annaleklen nicht nach ihrer Reihenfolge mittheilen, sondern nach Maßgabe des Interesses, das sie eiiiznflößei, geeignet sind, ans einander folgen lassen. Nr.!»4. Die Allneu - Synagoge. Vorigen Dienstag schickte der hochansehnliche nnd sehr verehrliche Edelherr N. N. zu dem Gemeindevorsteher Samuel Will und ließ ihm sagen, er habe gehört, daß er (Will) im Besitze einer sebr alten jüdischen Chronik sei. die in vieler Einsicht sehr merkwürtig!ein ׳oll ec ließe il!u daher ersuch»». i'.'Nl t ie-eloe au! einige Zeit zu leiben. um sie mit Hilfe eines Fachkenners durchgeben zn können. Nachdem nun der genannte Vorsteber Sam. Will die Cbronik mit Zuziehnng einiger verständiger Personen durchgegangen war, nnd nichts '.Instößiges darin gesunden hatte, schickte er dieselbe dem oben genannten Edelherrn. Mir, Samnel ben IesajnS ba Koheu. Schreib, dieses '), ist zwar diese Chronik nie zu Gesichte gekommen. und eS ist möglich, das der Strom der stnrmbewegten Zeiten auch sie verschlungen habe. Allein nach der Versicherung meines sel. SchwiegevaterS R. Moses רמשק R a IN sch a k , Friede sei mit ihm, der mehrere Bruchstücke j davon gesehen hat, soll dieselbe viel Interessantes entbalten baben, wie! er sich dem auch in seinem Vorgerückten Alter mancher Einzelnheil da-! raus erinnerte, die er »ns nlitzntbeileu pflegte/ So erzählte er von der J Pest, die nugefähr vor 1 SO ׳') hier gewüthet, nnd fast sämmtliche In-! dividnen aller drei ') hierortiger Gemeinden hin ge rafft hat. Nach diefer gräßlichen Senche soll, obiger Ansührung gemäß, die Anzahl der Inden in hiesiger Stadt so zusammengeschmolzen sein, daß dieselben, der auch Befürchtnngen anderer Art binznkamen , einmüthig beschloßen, die sämmtlichen jenseits der Moldau, so wie auch die nnweit des Wische brad gelegenen nnd von ihnen gehabten Häuser zn verlassen, nnd sich! sämmtlich nachdem diesseits des Wassers gelegenen Indenviertel zurück j zuziehen, was mit >'o leichter geschehen konnte, als zn der Anfnahme , ihrer äußerst kleinen Anzahl jetzt kanm genug vorbandcn war. Auch! erzählte er von dem Brande, der im Jahre '־) hier ansbrach. und uebu i Anderem fast die ganze Jndenstadt in Asche legte, indem außer der; A ltneus y n a g oge, die im Jahre 03 l '') durch Samnel Miörachi! <den Morgenländer) erbaut wurde, nur ungefähr noch zehn Häuser! von den Flammen verschont geblieben. — Ingleichen erzählte er ans der Chronik von dee thätigen Waffenhilfe, welche die Inden zn ver-! schiedenen Malen unseren Landesregenten. Gott erhalte sie, gegen die Feinde geleistet haben, so wie auch von den grailsamen und fast bei- ׳ spiellosen Versolgungen, welche unser Volk in den Jahren 812 -852! 1»1d 85«; - 1000 erlitten haben, was Alles in der Chronik sehr 11111•; ständlich und genau beschrieben gewesen ist "). i ') Viel, and) Schreiber aller 3 Bücher. ־) D. W. scheint eine Abbreviatur zn sein, nnd ist als Fami! lienname in Prag heimisch; die Familie FlekeleS schreibt sich Namschak.! ף Hier fehlt das Wort ״Jahr." Wenn solches supplirt wird, so war die Pest 180 Jahre vor dem Schreiber Sam. b. Iesaj. hai Kohen. Ist aber das jüdisch-chronologische Datum £״p zu verstehe».! so müßte die Pest in das Jahr 1420 d. gew. Ztr. gesetzt werden. (Er-! stere Aiiffaffnng scheint mir wahrscheinlicher, da David Gans die Pest nicht erwähnt. Die Spezialgeschichte der Stadt Prag könnte hier leicht j Anfschlnß geben. Red.) ') Das! in Prag in srüheren Zeiten drei Judengemeinden waren, kommt in d. Annalekten öfter vor. nämlich: eine rechts der!Moldau, eine links derselben, und eine ans dem Wischehrad. Die 1 Schiffer der Moldau waren Inden, nnd ein!loch erhaltener Rabbinats-! Erlaß bestimmt die Stunde, wann dieselben Freitags ihre Arbeit einzn- , stellen haben. (Ich bitte nm die Mittheilnng dieses Aktenstückes. Red.) I '־) Die Jahreszahl fehlt. (Wahrscheinlich ist die FenerSbrnnst ' von 1089 gemeint, welche in der Karpfengasse ausbrach, und so furcht! bar in Prag wüthete: s. Schndt's Denkw. VI. 0, §■ 3. Red.) ")931 1(7«. der gew. Ztr. Ein scharfes Auge sieht noch heilt- | zutage der ‘Untre gegenüber, an der Wand der Synagoge die Worte 1 angeschrieben: שמע ישראל ה' אלהינו ה־ אהד; wahrscheinlich ist l durch Pniikte über einzelnen Buchstaben die Jahreszahl der Erbauung j angegeben. Dürste iri) eine Vermulhung wagen, so würde ich liier nicht! 031 .' sondern 051 ההקנ״א lesen, welche Zahl dem Zahlenwerthe von שמע ישראל gleichkomnit. (Die Erbaunng hätte mithin 110l stallge- Hinten. Ist diese Vecmnihung unseres verehrten Freundes richtig, so müßten die 1l8l ans Prag vertriebenen Juten innerhalb eines Jahr zeheuts wieder zurückgekehrt sein, llebrigeiis haben die bühm. Inden, Belohnung für ibre, den Christen gegen die Jude» geleisteten Dienste 1 '«!>5 die' Erlaubnis! erhallen . eine Synagoge zu bauen. Vielleicht 493134