Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 10 (8.3.1861)
- Date
- 1861-03-08
- Page
- Seite 86 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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86 Königreiche gcniessen taicmntcu noch Dctouccvc Üaftcn mit?U'aatcn, welche bloß teil Jndengemeinden i!1 rem ganzen Königreiche eiligelegt u»t. Dieses Druckes ungeachtet inacheu ibr Scharsstnn, ihre Betriebsamleit. ihr Fleiß in klassischen Studien üe der Aunlabiiie unter die gcbildesten Mensche» llassen würdig. In Bezug auf religiöse Formen und Zeremonien sind sie im Allgemeinen sehr milder Nainr: aber zum Theil verunstaltet wegen der obenwabnten Beranbnngen. An dem theologischen Stndinm sinden sie kein sonderliches Behagendoch ver- ' dient ihre Liebe nur ibr Eiker für die verschiedenen tlasiistben Studien I von jedem Unbefangenen bemerkt zn werden. Die Universitäten und Akademien zählen in allen Zweigen der Gelehrsamkeit. der Künste und Wissenschaften auch viele jüdische Studenten, tbejls reiche, theils arme-, dicßist die einzige den Inden zngcstandcne Freiheitdie letzteren werdeü von den reichen Iudensamilien an jeden Orte unterstützt. ' Proben ihrer edlen Erzeugnisse sind in ganz Deutschland wol bekannt. Die silososischcn und voctischen Schriften des berühmten Filofofcit Moses Mcndelsvhn haben Lichc verbreitet. und ibrcn Bersasscr unsterblich gemacht. — Di׳. Markus Herz, Arzt und Professor des Erperimental-Fisik, De. Bloch, Arzt und Professorder Naturgeschichte, waren beide in ihren Fächern durch ganz Deutschland berübmt. — Professor Leonen!) stand mit Nnhm der Berliner Kadettcnschnlc vor. — Die Professoren Joel Brill und Wolfsobn zu BrcSIan in Schlesien, vom Publikum als Muster in ihrem Fache anerkannt-, Abrahamsohn, Medailleur des Königs und des Gouvernements : auch fanden sich einige junge jüdische Künstler in den verschiedenen Fächern. welche ans Akadcmien vorzukommcu pflegen. Eben so zeiebnelcn sich während meines Anfenrsbalts zu Berlin viele Inden durch ihre vorzüglichen Talente in Bezug aus Geometrie, Algebra, Matbemalik, Gcograsie und Filososie aus: sie alle mit Namen zu nennen würde dem Leser nur beschwerlich fallen. Sic alles zeugt hinlänglich für ihr volitischeS und moralisches Verhalten, für ihren guten und gastfreundlichen Eb arakrer. (Fortsetzung folgt.) Korrespondenz. Ausland. Kopenhagen, im Februar. Unter den vielen WohlthätigkeitSvereinen der bicsigen Gemeinde nimmt der Krankcnvstegc-Bercin eine hervorragende Stelle ein. Derselbe wurde im Zähre 1*21 unter dem Namen: הפארה ידידים gestiftet, und batte ursprünglich nur zum Zwecke, arme Patienten der Gemeinde zu besuchen, nöthigcnfalls bei ihnen den Dienst der Krankenwache zu besorgen. In feinem 10-jährigcn Bestehen ist der Bercin von 30 zu 500 Mitgliedern, nämlich 300 männlichen und 200 weiblichen, augewachsen und hat sich durch diese steigende Mitgliederzahl wie durch mebrere ihm ZN Theil gewordene Legate in den Stand gesetzt gesehen, eine größere Wirksamkeit zu entfalten, indem jetzt außer der Nachtwache den Patienten auch wöchenttiche Geldnnterstützungen und wo es nöthig ist, auch Pflege und entsprechende Ersrischnngen zn Theil werden. Außer dem jährlichen Eoniingente von 2',, Thal er von jedem männliche und 1 Thal, von jedem weiblichen Mitglied!׳ besitzt der Verein mehrere Legate im Betrage von 8000 Thalcrn. In den letzten Jahren betrugen die jährliche Ausgaben zu Krangenpflege 12— 1400 Thaler. Außer dem Begründer des Bcreines, Herrn W. L. Nathan, der bis zn seinem in vorigen Frühling erfolgten Tode daS Amt eines KraukenvorstehcrS bekleidete, bat auch namentlich der königl. Hosmanusakturist Herr M. M. Nnbcn wesentliche Berdienstc um die Entfaltung und Wirksamkeit des BereineS erworben, indem er bereits seit 21 Jahren mit Eifer und Hingebung als Borsteher fnngirt. Ans der Mitte der weiblichen Mitglieder hat sich jüngst ein aus 7 Damen. darunter die vornehmsten der Gemeinde, bestehendes Konnte! gebildet mit der Aufgabe, die weiblichen Patienten zu bcinchen und denen, die die Hilfe des 'BereineS beanspruchen Pflege und Unterstützung angedeihen zn lassen. während diekeS Geschäft bisher gleichsakls von den Borsteber» der Gesellfehafi besorg! werden mußte. Noch eines ankeren WobltbätigkcitSvereineS will ich nur bc! dieser Gelegenheit zu erwähnen erlauben. Ich meine ״die vereinte BeerdignngSgefcllfchast", dieselbe bestand ursprünglich ans 2. Vereinen, die einen gleichen Zweck halten, aber lange, trotz aller gemachten Versuche zu einem Bercine zn verschmelzen sich sträubten, bis es endlich vor 2 Jabren der Beredsamkeit und kein Einfluß unsres verehrten Geistlichen gelang, das Werk der 'Bereinigung zn Stande zn bringen. Der Zweck der vereinten Gesellschaft ist theils die vorschriftsmäßige Beschäftigung mit der Leiche, theils deren würdige Begleitung und Bestattung, theils die Abhaltung eines Gottesdienstes in dem Trancrhansc während der Jährlich an ערב ד״ד.אדד versammeln sich alle Mitglieder der Gesellschaft (gegen 200) auf dem Gottesacker, wo der Obcrrabbincv vor ihnen eine auf den Tag und den Zweck des Vereines bezuglichc דרשה hält, und hatte jüngst der Schreiber dieses bis dieser 'Bcranlassnng Gelegenheit, Hr. D1-. A. A. Wolfs, der als Meister sowohl der deutschen als der dänischen Kanzclberedsamkeit allgemein anerkannt ist, auch als einen erzellenten Darnhan zn bewundern. Am darauf folgenden Sonntag fand ein großartiges Festessen der Gesellschaft statt, an dem über 150 Mitglieder Tbcil nehmen. Herr Di׳. Wolff hielt bei dieser Gelegenheit wiederum einen religiösen Bortrag, der über eine Stunde dauerte. Darauf übernahm er ans Ersuchen des FcstkommitsteS das Präsidinm bei der Tafel und trug nunmehr durch seinen Humor und Witz zu der Gemüthlichkeit und Heiterkeit bei, die während des Mahles herrschte. Miel;in er. Inland. Lzoge-ilt, 5. März. Der ehrw. Pastor der hiesigen evang. Gemeinde, Hr. L u d w. Szcberönyi, sendet uns die Bersichcrnng zu, daß er au der Bcrsammlniig, in welcher von dem passiven Wahlrechte der Juden die Rede war, gar keinen Antheil nahm, so daß ihn der Nr. 8. d. Bl. enthaltene Vorwurf nicht treffe. Wir entsprechen seinem Wunsche, diese Berichtigung in unser Blatt ansznnchme», mit um so größer»! Vergnügen, als daraus hervorgcht, daß Hr. Sz., wäre er gegenwärtig gewesen. ebenfalls im Geiste der Kultur und einer sortgcschrittcucn Zeit das Wort geführt hätte. Red. -vfcn, 3. März. Am 28. v. M. trugen wir den med. De. I g n a tz L o e b l i n zu Grabe. Der Selige war als Mensch, Jude und Arzr gleich achtnngswürdig. Er hat sich in den ersten Jahren seiner schnlräthlichcn Thätigkeit (1851—1855) um die Förderung des jüd. Schulwesens bedeutende Verdienste erworben. Später wurde sein Einfluß durch die ״Energie" des SchnlrathS HaaS gänzlich paralysirt. Dem Veruchmcn nach wird ein Theil seiner erstatteten Berichte gedruckt erscheinen. Sein Gedächtuiß wird bei Allen, die ihn näher kannten, ein gesegnets bleiben. Szentrs im März. Unser Vorstand hat den Bau eines neuen Gotteshauses beschlossen. Schon sieht man wie einst beim Errichten deS?בשב das Silber -- Geld — u. s. w. zu dem Altar des Ewigen bringen, נדבות לבנין ביה הבנתה sind jetzt an der Tagcsorduung. Möchte doch Jeder sein Schärfleiu bald beitragen! Wir hegen die freudige Hoffnung, daß der Vorstand, — au dessen Spitze die Hrn. Jakob Neumanu, Anton Schönthal und Leopold Blum stehen, — die nengewählten Kuratoren der Ehewra- Kadischa — an deren Spitze H. Filipp Holzer steht, - und die Vertreter der andern Vereine nicht säumen werden, den von nnserm würdigen Rabbiner oft angeregten und von den meisten Gemeindegliederu