Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 10 (8.3.1861)
- Date
- 1861-03-08
- Page
- Seite 84 (sequence 4)
- Language
- German
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84 er mit dem wilden Thiere gekämpft, und mindestens den Versuch gemacht bade, ihm das geraubte Stück zu entreißen. Jakob erinnert den Laban ausdrücklich daran, bas! er nacbtlich Gestohlenes ihm ersetzen mußte, und auch selbst bei Zerifsenem keine Entschnldignng fand. Daher werden auf schon in srüber Zeit Heerdentbürme erwähnt, welche die weite Nmücht über die anSgebreitete Heerde gestatteten. Es ist daher bemerkeuswerth, daß der Pan hoher thnrmartiger Gebäude eben in Aramäa seinen Anfang nahm. War deren Bestimmung auch eine religiöse oder astronomisebe, so konnten ihre ersten Muster doch jene Heerdentbürme gewesen sein. An eh in den Israelitischen Städten waren bekanntlieh Wachtthürme, besonders auS strategischen Rücksichten, angebracht. Das Bild des Wächters, der in die Nacht hinausschaut, ist dem Profeten geläufig. Es ist also kaum anrunehmen, daß ein Volk, welches früh an Nachtwachen und an näebtliche Hutb der Heerde» gewöhnt war, sein Kriegs׳ beer sorglos nächtlichem Ueberfalle werde Preis gegeben haben. Auch findet sich von einem nächtlich unvermerkten Ueberfalle israelitischer Lager mindestens keine Angabe. Sehr bald nach dem Anszuge der Israeliten ans Aegypten, als sie sieb eben auf einem kehr ermüdenden Marsche befanden, hatten sie vielfache Bennrnhigtingen von den sie verfolgenden Amalekitern, einem rohen Ränbervolke, zn erdulden. Dieselben warten sieh namentlich ans die wegen Ermattung Zurüekbleibcnden und handelten, wie ausdrücklich bemerkt wird, gegen alles Völkerrecht. Die Israeliten muß-״ ten Halt machen und Jenen ein Treffen liefern, in welchem sie ihre Verfolger vollständig besiegten und sieb ihrer entledigten. Gegen solche Vorfälle mußte für die Zukunft Vorsorge getroffen werden, und dies geschah auch in ausreichender Weise. Die Mosaisch-Strategischen Bestimmungen führen für den Zug durch die Wüste für jeden Ruheplatz eine vollständige Lagerordnnng und für den Aufbruch gleichsallö eine bestimmte Ordnung und Reihenfolge ein; die zwölf Stämme, die Leviten ausgeschlossen, aber Josef zu zwei Stämnten gerechnet, bildeten bei jedem Lager in der Wüste ein großes Onarrö. Nach jeder der vier Weltgegenden lagerten je drei Stämme. Das Heiligtbum tvar in der Mitte unmittelbar von den Leviten umgeben und geschützt. Non jenen drei Stämmen, welche je nach der östlichen, südlichen, westliechen oder Nordseite lagerten, hatte jeder sein eigenes Feldzeichen. Einer der drei Stämme aber, welcher das Zentrum bildete und dem die anderen beiden sich anschlossen, führte die Hauptfahne, so datz das große Ganze zugleich verbunden und gegliedert war. In der Geschlossenbeit gegen Angriffe geschützt, geschah der Marsch nach einer Ordnung, ans welcher bei Halteplätzen daS Quarrü sich unmittelbar sormiren konnte. Denn bei dem, mit silbernen dazu angefertigten Trompeten gegebenen Signale, über deren Tonfiguren wir kaum im Zweifel sein können,*) brach zuerst das große Lager der Ostseite, und ihm nach, bei jedem netten Signale, eines der anderen drei großen Lager auf. Es ist )richtig ttnd noch von keinem Commentator bemerkt worden, auS einer Stelle des Buches der Richter zn erfahren, daß dieselbe Lager- und Marsch-Ordnung attch noch damals feftgehakteu wurde. Fassen wir nämlich iu dem Stegesliede der Deborah, Rieht. Kap. 5 die Reihenfolge zuerst der gelobten, dann der getadelten Stämme inS Auge, so finden wir dabei dieselbe Ordnung beobachtet, welche das Mosaisehe Gesetz für den Ausruf der Stämme vvrscbreibt. Man mttß nämlich die getadelteu Stämme der aitgegebenen Reibe nach da in die Reihenfolge der gelobten einschalten, wo sie tvirklich hingehöreu. Die übrigen pentatenchischen Bestimmungen für Volks- und Landesvertbeidigting sind gleichfalls ebenso passend als charakteristisch. Jeder Hebräer war von! 20. Jahre an verpflichtet, die Waffen zu tragen und Kriegsdienste zu thnu. Zu diesem Zwecke, um die waffenpflichtige Mannschaft stets vor Augen und zur Disposition zu haben, werden besondere Beamte ernannt, welche den Titel: ״Schreiber, Schoteriin", führen, wie bei anderen Völkern in entsprechenden Verhältnissen der Scribu, die ynaunnrn^ hervortreten. Diese Schreiber mußten Stammrollen anlegen, in welchen über- Haupt die ganze männliche Bevölkerung anfgeführt, und die im kriegspstiehtigen Alter Stehenden besonders ausgezeichnet waren. Diese erste Einrichtung dieser Rollen geschah im Anfänge der vierzig Jahre unter der Aufsicht ttnd Leitung Mosis und der Stammfürften. Eine nochmalige genaue Zählung des Volkes zu gleichem Zwecke wird am Ende der vierzig Jahre vorgenommen. Die Genauigkeit der Zählung ersieht man ans der Differenz der Zahlen, wie sie die respektive Volksmenge der einzelnen Stämme ergibt. Das Material im Einzelnen zn diesen großen allgemeinen Listen lieferten die Vorsteher der größeren Familienkotnplere, welche die Mannschaft der nnter ihnen stehenden Familienkreise, sowie überhaupt der männlichen Jugend anfnahmen und einlieferten. Diese Rollen dienten dann dazu, tun bei vorkommenden Kriegen daS Kontingent zu übersehen, welcher jeder einzelne Stamm liefern konnte, und aus diesem die für den Augenblick nvthige Menge auszuheben, da natürlich nicht immer gleich die ganze Zahl der waffenfähigen Männer ins Feld rücken durste. Die wirkliche Anwendung hiervon sehen wir bereits bei den Kriegen, welche in der Ostjordanischen Landschaft noch Moses selbst leitete. Indessen gab es unter den Waffenfähigen Ausnahmen, welche das Gesetz vom Kriegsdienst befreite. Das israelitische Volk war im Allgemeinen ein Ackerbau treibendes. Handel und andere *1 Saalschutz. Gejchichte der Musik b. d. Hebräern S. 8 ff. 1