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Ben Chananja · 1861-03-08 · 10 (8.3.1861) · p. Seite 83

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Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
10 (8.3.1861)
Date
1861-03-08
Page
Seite 83 (sequence 3)
Language
German
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sieb vollkommen gewachsen gezeigt, der gleichfalls Aramäischeu waren sie es nicht. AlS Abraham horte, das; lein Brndersohn Lot gleichfalls unter den Gefangenen mitgeschleppt worden, fetzte er den Siegern nach. Er mußte einen weiten Marsch-,durch daS ganze Palästinensische Land mit ,einen Bundesgenossen machen, in dessen äußerstem Norden er sie erst einholte. Die Mannschaft, die er mit sich führte,!oar nicht sehr zahlreich, aber in den Waffen geübt. Es ist dies überhaupt em Umstand, der an der Aramäisch-Hebräi- ,eben KriegSsührung öfter bervorlritt, daß mau keinen großen Werth auf besonders große Truppenmassen legte, wie sie später den Persern so verderblich waren, sondern daß man die Kräne Weniger besser und wohlberechneter nun Ziele zu richten suchte. Abraham wartete, ehe er sich den Feinden zeigte, die Nacht ab. Er theilte seine Mannschasl und überfiel den Feind, den er so in die Mitte nahm. Sein Sieg war vollständig, er befreite seinen Brndersohn, erbeutete wieder alle mitgeschleppte Habe, die er nicht für sich behielt, sondern dem Könige von Sodom znrückgab und verfolgte seinen Sieg, indem er die Könige in die Flucht schlug und bis nach Damaskus hin jagte. Der Rückmarsch mochte aus der gewöhnlichen Karawanenstrasse erfolgen, von Damaskus her über die Hochebene BamnS jäh' ab nach dem Jordan, zwischen den Seen Merom nnd Geuesaret über die später Jakobsbrücke genannte Furth deö Jordan südabwärts bis an den früher» Kriegsschauplatz. Schon die bisherigen Andeutungen zeigen, daß in den Ländereien Aramäaö und Babiloniens ein kriegerischer Geist herrschte. Man darf aber nur in den 10. Kap. der Genesis die Völkerbewegung betrachten, die eben in diesen Landern den ersten Anstoß empfing, um die vorhirr ansgesprochene Bemerkung noch mehr bestätigt zu sehen. Diese vielen ausziehenden Kolonien werden aus der allen Heimal kaum ohne Streit, in die neue kaum ohne Kampf eingezogen sein. Dieser Knäuel von Stämmen und Volkerschäften wird sich schwerlich ohne mannigfache Reibungen entwirrt haben. Daher finden wir so mannigfache kriegerische Bilder, die jener alten Aramäischen Anschauungsweise anzngehören scheinen. Nur der an den Anblick von Heeren und geordneten KriegSschaaren Gewöhnte konnte auch den Himmel unter diesen Geschichtspunkt bringen und seine Gestirne als die ״Heere des Himmels" bezeichnen. In der Bezeichnnng: SabäismuS deutet sich nicht nur eine der altesten Religionsanschanungen, sondern auch zugleich die älteste kriegerische Perspektive der Völker an. Die Cherubim vor dem Paradiese, als Engel mit stammenden Schwertern, erinnert gleichfalls an jene Anschauungsweise. Der leichte Uebersall der Aramäischen Fürsten durch Abraham, nnd zwar von zwei verschiedenen Seiten her, scheint zu beweisen, daß die Nebersallenen nicht daran ge-! dacht hatten, Wachen auszustellen. Dieselbe Erscheinung kehrt auch iu späteren Kriegen bei den Kanaatischen Gegnern der Hebräer öfter wieder. Der wenngleich noch so geschickt kombinirtc Uebersall der Feinde zu den Zeilen der Richter oder der ersten Könige wäre nicht möglich gewesen, wenn dieselben die einzige Vorsicht in Anw. gebracht hätten, Wachen auSzustellen. Daß dieses die auf einer niedrigen Stufe der Kriegskunst stehende Völker überall unterließen, scheint auch aus den nrancherlei Erzählungen von wohl geglückten nächtlichen Ucberfällen hervorzngehen, welche wir in den ersten Büchern des LiviuS finden. Auch noch eine ländere Sorglosigkeit haben wir Gelegenheit, in den späteren Kriegen mit Kanaanitern zu bemerken, nämlich daS Ausschlagen des Lagers in einem Thale, während man ringöumher von den Höhen feindlicher Beobachtung und nächtlichen Ueberfällen anSgesetzt war. Die Hebräer scheinen mindestens diesen Fehler vermieden zu haben, denn wir finden wiederholentlich angegeben, daß ihre Feldherren die Truppen aus Höhen znsammengezogen; so z. B. Barak auf dem Berge Tabor, Saul den Filistäern gegenüber auf dem Höhen des Terebinten-ThaleS. Wir finden freilich eine ganz deutliche Angabe von der Ausstellung nächtlicher Wachen bei den Hebräern nicht. Vielmehr könnte man versucht sein, auS einem späteren Umstande auf daS Unterlassen dieser wichtigen Vorsichtsmaßregel auch bei ihnen zu schließen. David schlich sich nämlich bei den Verfolgungen des Saul bekanntlich bei nächtlicher Stille in dessen Lager, welches nicht hätte geschehen können, wenn Wachtposten aufgestellt waren; indeß lassen sich aus diesem Falle wohl kaum allgemeine Schlüsse ziehen, denn theilS befand man sich keinem eigentlichen Feinde gegenüber, von dem man einen Uebersall befürchten konnte; theilS hatte man daS Lager auf einer Höhe aufgeschlagen, so daß das Heraunahen einer Schaar beschwerlich, wie auch in keiner Weise zu vermuthen war. Endlich macht David auch dem Feldherrn des Saul, Abner, Vorwürfe darüber, daß er, als ein so tüchtiger Kriegsmann, die Huth deö Königs unterlassen habe. Andererseits begegnet unS der Umstand, daß die Israeliten schon bei dem Auszuge ans Aegypten die Nacht in Nachtwachen eintheilen. Diese Theilung der Nacht in eine gewisse Anzahl von Wachen geht auch durch andere Bücher der Schrift. Es ist wol kaum zu zweifeln, daß dieser Ausdruck von der während der Nacht dreimal eintretenden Ablösung der Wachen hergenommen und ursprünglich strategischer Bedeutung sei. Es ist auch vorauszusetzen, daß Hirtenvölker, welche stets auf nächtlichen Uebersall ihrer Heerden von Seiten der Räuberschaaren, oder auch wilder Thiere gefaßt sein mußten, an das Aufstellen von Wachen gewohnt waren, da der Hirte daS Gestohlene und selbst auch das Zerrissene ersetzen mußte, wenn er im letzter« Falle nicht nachwies, daß

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