Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 10 (8.3.1861)
- Date
- 1861-03-08
- Page
- Seite 82 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Homer 1× ep/1025156
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82 iH'ifpiclC'U'Ctfe die zehnjährige Belagerung Troja'S inS Auge, welche ungefähr in die Zeilen David'S oder Saul'S fällt, so scheint damals bei Griechen, wie bei Kleiuaüaten, die Kriegskunst noch in der Kindheit gelegen zu!ein. So Vieles und Schönes nnS auch Homer von den glänzenden Waffenthaten der Helden erzählt, so ist eS doch im Ganzen ein zweckloses, gegenseitiges Tödten, ohne daß irgend ein Resultat erreicht wird. Zehn Jahre liegt daS griechische Heer vor den Manern Troja'S, ohne dieselben zu beschädigen und durch eine Bresche sich Gingang tu verschaffen, ohne die Kunst der Einschließung durch Wälle in Anwendung zu bringen, die schon in den Institutionen MofeS als ein bekannter Tbeil der DelagernngSknnst vorausgesetzt wird, ohne endlich auch den Trojanern die Zufuhr von Lebensmittel abznschneiden, da dieselben sich unmöglich ans 10 Jahre verproviantirt haben können. Ebensolange führen die Trojaner ihre Manneu anS den Mauern hinaus zu ganz resnltatlosem Kampfe, ohne die Griechen zum Abzüge zu zwingen, oder ihre Schiffe vollständig zerstören zu können, bis dann endlich der Fall der Stadt durch eine Lift herbeigeführt wird, deren Ausführnng kaum glaublich und mehr nwthiseh als strategisch erscheint, da die Feinde der Griechen kaum so plump sein, oder von denselben so gedacht werden konnten, um einem so plumpen Versuche Raum zu geben. Auch die Palästinenschen Städte schon zu MosiS Zeit werden als mit himnielhohen Mauern umgeben und durch feste Thore wol verschlossen geschildert; außerdem kennt man die von der Natur feste und fast uneinnehmbare Lage der Orte in der ostjordänischen Landschaft. Gleichwol heißt eS von den Kriegeszügen MosiS und Josua'S, daß keine Stadt so hoch und fest war, daß sic vor ihnen nicht siel. Die heilige Schrift, welche unS in zwar nur kurzen, aber immer willkommenen Andeutungen über die ersten Ansänge der Künste, wie der Musik, der Schlniedekunst, Baukunst, des SehiffSbaueS, Nachrichten bewahrt hat, verfehlt! auch nicht, über die erste KriegSführung eine Notiz eiuflicßen zu lassen. Sie erzählt von Nimrod, 1 Mose 10, 9. er habe angesangen als Held auf!»treten auf Erden, er wäre ein heldenmüthiger Schütze gewesen vor dem Herrn und eö wäre daher die AuSdruckSweise entstanden; ״ein Heldenschütze wie Nimrod vor dem Herrn." Daß man hierbei nicht etwa nur an Jagd zu denken habe, sondern daß er sich seines! VogenS auch als Kriegeswaffe bediente, geht wol deutlich auS dem Zusätze hervor, der Anfang seiner Herrschaft wäre dann zu anderen Ländern in Sinear fortgeschritten. War nun dieser erste Held ein Aramäischer Fürst, so wird im 1-1. Kap. der Genesis von einem Kriege erzählt, den ein anderer Fürst jener Länder geführt hatte und wieder aufnahm. Die Pentapolis im Jordankreise war von Kedorlaomer, einem Fürsten, der seinen Sitz im Süden der! Eunat-Läudereien harre, bcnegt und zinsbar gemacht wor- , den. Zwölf Jahre halte dies Verhältnis; gedauert. Aber im 13. ließen stch'S die durch ihren Reichlbum übermütbige» Fürsten deS Fünf-Städtc-KreiseS deifallen, den Tribut nicht mehr zusenden. Kedorlaomer verband fiel) mit noch 3 Ara- München Fürsten, um die Abgefallenen wieder zu nnterwerfen. In dem!1. Jahre, heißt eS, kam Kedorlaomer mit seinen Bundesgenossen und sie schlugen die Resaücn und die Sunm, die Emim und die Troglodvten, in deren Gebirge Seir bis nach Varan zn, welches an der Wüste liegt. Und sie machten eine Wendung nach Kadesch hin und schlngen daS ganze Gefilde der Amalekiter und auch den Emoriter, welcher zu Ehazazon-Tbamar angesessen. Nachdem sie nun so die weiten Strecken im Süden Paiästina's unterjocht, gingen sie nuinnehr ans die 5 Städte loS, deren bedentendsten Sodom und Gomorrha waren. Wir sehen die Krieg - ■ führenden nach vollbrachtem Liege nordwärts nach DamaSkuö;u abziehen, um auf der seit alter Zeit in Gang 'gebrachten, auch anS Mittelländische Meer führenden Straße, der bei Schriftstellern deö Mittelalters deshalb sogenannten via maris nach ihrer Heimat zurückznkehren. Wären sie auch von dieser Seite gekommen, so mußten sie zuerst auf die Pentapolis treffen und daun erst!veiler südlich zn den von ihnen zuvor unterjochten Stämmen gelangen, da z. B. die Amalekiter südlich vom Palästinensischen Gebirge bis nach Aegvpren zu wohnten. Die Könige müssen also einen südlichen Weg eingeschlagen haben, um von da ansroärtS 11 ach der Pentapolis vorzudriugen. Wenn sie den Rückweg in entgegengesetzter Richtung einschlugen, ch beabsichtigten sie entweder, auch die nördl. Völk., wie zuerst die füdlicheu zu überwin den, oder sie fanden die via marm bequemer. AuS dem Kampfe selbst scheint nun hervorzugehen, daß die fünf Könige ihren vier Gegnern keineSwegeS gewachsen, vielleicht mehr eingebildet als tapfer waren. Sie hatten, wie auS der leichten Eroberung der Städte hervorgeht, an deren genügende BesHngnug nicht gedacht, was freilich in dem an Steinen armen Lande deS damaligen Jordan-KreiseS seil längerer Zeit hätte vorbereitet sein müssen. Sie boten zwar den Ankommenden eine Schlacht an, wie ausdrücklich mit den Worten bemerkt wird: sie ordneten sich ihnen gegenüber zum Kampfe. DaS Terrain r welches hierzu sich darbot, konnte, wenn von Leiten der fünf Könige ein entschlossener Angriff geschah, den Feinden äußerst vercherblich werden, denn ״die Ebene Siddim war voller Asfaltgruben", in welche also die stffhenken Fremden, dieses Umstandes doch wol unkundig, leicht stürzen konnten. Statt dessen aber warfen sich die Könige von Sodom und Gomorrha so kopfüber' in die Flucht, daß sie den Gefahren ihres eigeueit Territoriums nicht entgingen und in jene Pechgruben sielen. Der Kanaanitischen Kriegskunst Inutm jene Krieger