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Ben Chananja · 1861-03-01 · 9 (1.3.1861) · p. Seite 74

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
9 (1.3.1861)
Date
1861-03-01
Page
Seite 74 (sequence 2)
Language
German
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74 mit Vorkragung verschiedene Embleme *) in das Hans des Bräutigams geführt (daselbst 16. b. 17. a). Ganz so wurde cs damit bei Persern, Griechen und Römern gehalten ls. Chardin 1. 400. Lübker Neallerik. S. 049. Weiß. Costk. S. 743 und 1019). — Ans dein Wege der jungsränlichen Braut, wurden Nüsse, Packwerk und gerösteter Weizen ausgetheilt oder ausgeworsen, auch Wein ließ man in Röhren oder ich Springbrunnen stießen (das. 15. b. Ber. 50. b.). Bei den Griechen wurden Braut und Bräutigam beim Eintritt in das HanS zum glücklichen Bor-;eichen, mit Früchten und allerlei Naschwerk überschüttet, bei den Römern hatte der junge Ehemann unter die vor dem Hanse versammelte Jugend Nüsse anszuwerfenJLübker a. a. £).). — Zweige und Kränze der Myrre, bei Griechen und Römern zu Hochzeitsfestcn besonders beliebt, denn es war die Myrte der Asrodite geheiligt — kamen auch beim Zuge der jüdischen Braut in Anwendung (Keth. 17. a. n. b. Sabbath 110. a. Sota 49. b.). — Auch Hochzeitspalmen wurden nach ächt orientalischer Sitte der Braut vorgetragen ts. Sabbath a. a. O. Rasckii daselbst und Arnch י. v. גדם und ״ .(גזםDiese künstlichen Palmen", sagt Lamartine (Geschichte der Türkei deutsche Uebcrsetz. 4. B.S. 152) ein Symbol der gebärenden Kraft, haben alle Baum- und Thierformen, um durch dieses Gemisch die Blicke der Zuschauer zu verwirren. Ihre Anzahl und verschwenderische Größe ist ein Zeichen der Macht der Vermählten und ein Vorzeichen der fruchtbaren Heirat. Man muß oft die Straßen erweitern und die Thore und Dächer anSbrechen um ihnen Raum zu schaffen. Eine dieser Palme» bei der Hochzeit Ibrahims (deS allmächtigen Ministers Sultan Soliman II.) bestand ans viernndsechzigtausend Kunst- oder Naturwundern." — Im Hanse des Bräutigams wurde der Ehevertrag (כחובה) welcher der Frau ihre Mitgift und eine Verschreibung des Mannes, für den Fall seines Ablebens oder einer Ehescheidung zusicherte (donatio proptev nuptias), aufgesetzt. Ein solcher Ehevertrag kommt schon im Buche Tobias (7. 15) vor; über die verschiedenen Abänderungen jedoch, welche diese Institution im Laufe der Zeit erfahren, berichtet die Gemara (Ketuboth 82. b.). Es wurden sodann dem Brautpaare, je nach den Vermögenöverhältnissen mehr oder weniger reiche und prachtvolle Kronen aufgesetzt (Sota 49 a. n. b.). Diese Krönung bildet noch heute einen wesentlichen Bestandtheil des weitläufigen TrauungszeremonielS der armenischen Kirche (s. Bodenstedt 1001 Tag und *) Namentlich werden in der Araitha כוס של 111/12 ר״ ה und □מסה של בחילי genannt. Unter crsterem ist, wie ich glaube der Pokal zn verstehen, der dein Anverwandten (שושבין) , welcher der harrenden Hochzeitsgesellschaft das linwiinr crueutatijm!iberbrachte, kredenzt wurde. Tuch und Pokal paradirten liier als Gegenstände die erst später in Anwendnng kamen. so weiter Seite 247 u. ff.) Auch bei den Rnffen kommen die Hochzcitskroncn noch gegenwärtig in Anwendung. ״Am meisten", sagt Kohl (Moskau, Mevers Volksbibl. n. s. w. 58. V. S. 198), ״fallen dem Fremden die Hochzeitskronen auf, die bei der Verlobung in der Kirche dem Brautpaare aufgesetzt werden, eS sind die wunderlichsten Kronen, die man sehen kann, und sie bestehen ans vielen silbernen Bläikern, Halmen,?lehren, Blumen n. s. w. in welche nun alles mögliche, waS für wenig Geld viel glänzt, bineingehängt wird, z. B. Sternchen ans Goldblech, falsche Perlen, geschliffene Kristatlstückchen, nnächte Edelsteine, gemachte Blumen und tausend andere Dinge." — Nach der Zerüörnilg Jerusalems durch Titus wurden die Hochzeitskroueu verboten, und sie wurden durch Kränze von Rosen und Myrten ersetzt (Sota a. a. £>.). Ja es wurde sogar Gebrauch, dem Bräutigam am Hochzeitstage, zum Zeichen der Trauen ein wenig?lsche aus den Kopf zu streueu (s. Baba bathra 00. b.). — Bald scheint auch die Sitte Platz gegriffen zu haben, bei HochzeitSmalen, zur Herabstimmung der etwas zu muntern Laune, irgend ein kostbares Gesäß zu zerbrechen (Berachoth 31. a), ein Brauch, der mit etwas anderer Deutung auch bei den?lrmeniern vorkömmt (s. Bodenstedt S. 253, vergl. Scholien 1. S. 08). — Auch an verscbiedenen Gesängen, ernsten oder scherzhaften Inhalts, von den Gästen für das Fest vorbereitet oder ans dem Stegreife vorgetragen, an Räthseln und witzigen Einfällen zur Belnstigung der Gesellschaft durfte es nicht fehlen (Berachoth a. a. O. Nedarim 51. a. s. Scholien 1. S. 70). Das Mahl wurde beschlossen mit dem gewöhnlichen Tischgebete, dem sich die sieben Enlogien (שבע בדכות) anschloßeu, mit welchen dem ehelichen Bunde die letzte religiöse Weihe gegeben wurde (Ketuboth 8. n). — Bei der Rezila tion der HochzeitS-Eulogien ulnßten wenigstens zehn erwach- [eite Männer anwesend sein (Ketuboth 7. b.). Bei den Römern geschah die Priesterweihe der strengen rechtlichen Ehe (Eontai-foatio) in Gegenwart von 10 Zeugen, welche eben so viel Cunen oder Centos vertraten (s. Weiß. Costk. S. 1019). — Rach dem Mahle wurde das Brautpaar in das für dasselbe hergerichlete Brantgemach (הסה), ein verzierteS Zelt, worin das Brautbett (thalamus) sich befand, geführt. So wird ausdrücklich von den früher» Kasuisten הסת definirt (s. Beth Joses E. H. 61). — Es erübrigt noch, der Eulogie, welche nach Halachoth Gedoloth (eckit.. Wien f. 51. b.), nach Prodnzirung des lintemn vilginitatis gesprochen werden soll, zu erwähnen. Der?lnSdrnck אבוז wird uns nicht befremden, wenn wir erwägen, daß die Wallunß mit ihrer mehrfachen Hülle, bei den Hvchzeitsfesten der?llten eine ganz eigenthümliche Bedeutung hatte: ״Nee non et honor liis naturae peeuliaris; gemino protectis operimentis. Quae causa eas nuptiis 1'ecit religiosas; tot modis

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