Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 8 (22.2.1861)
- Date
- 1861-02-22
- Page
- Seite 68 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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68 Zeit desAlcharisi war die Zahl der Kunstwörter noch kleiner, so daß er mehr auf seine eigene Anschauungen angewiesen war. Als Göthe die angeführten Worte ausgesprochen hat, mochten sehr wenige den eigentlichen Sinn desselben verstanden haben. Auch Alcharisis Worte blieben ein todteö Kapital, und man darf sich nicht darüber wundern. Die schöne Zeile des M o ses b en Esra über seine Gedichte enthält ein allgemeines Urtbeil und darf hier angeführt werden: כבודות עלאנשים יא כבדות וקלות על נסשם לא נקלות Geehrt bei Menschen ohne lästig zu sein, ihnen leicht aber nicht geringfügig. Cs ist diese Zeile, genau genommen, nur ein Faktum, ausgesprochen im Selbstgefühle seiner eigenen Leistungen. Es enthält in sich zugleich ein Stück Theorie verborgen. Es ist hier das Ziel genannt, wohin zu streben sei, wohin aber freilich wenige gelangen. B. Einzelne ö. Von einzelnen Wörtern, die ein allgemeines Urtheil enthalten, ohne nähere Motivirung gehört der von Aicharisi gebrauchte Ausdruck ״ גבור בשיריםEin Held in Gedichten" '). Es drückt dies das allgemeinste aus. Es mag hier zugleich bemerkt werden, daß im Thalmud auch der Ausdruck ״ גבול בתורהHeld in der Lehre" d. i. großer Thalmudist vorkömmt. Abraham ben Chasdai nennt auch Ben Gabirol ״ גבור הלשוןden Sprachhelden." Alcharisi hat auch den Ausdruck (a. a. O.) ידית ״ המליצהder Einzige in Versen" ׳'). Moses ben Esra hat die Worte ״ ואנשי הדברים בם מקנאיםDie Meister des Wortes beneiden sie" — Das biblische איש דברים ״Mann von Worten", hat dem Dichter hier vorgeschwebt. Der Ausdruck צלהה דיה השיר drückt den allg. Begriff d. Begeisterung?) ans, angeborenes Talent. Der Ausdruck צלהה רוה ד' ist der biblische Ausdruck für ״profelische Begeisteruug." Man hat die Fräse behalten und hat das Wort השיר dafür gesetzt. Im Sefer hapardeS s) lesen wir den Satz ״ והשיר ירושה מן המבעPoesie ist Erbtheil der Natur", d. h. angeborenes Genius, Ingenium drückt ebenfalls den Begriff des angebornen aus, im Gegensätze vom Erlernten, von außen Hinzugekommeuen. — Moses ben Esra 0) hat die Worte 'כי אמריו יעניניד כהו דברי נבואות (״ «denn seine Worte und seine Bilder sind wie Profezeiungen." In einem Trauergedichte über den Tod des M u t an a b b i finden sich auch die folgenden Zeilen: ״In seinen Worten warmer ein Prof et, aber in seinen Gedanken zeigten sich seine Wunder u). Ichuda halevi hat folgende Zeile '") נפשי ״ סדוח שירה אשר תחסיר כל שיר כ ר שמי הMeine Seele ist Lösegeld '*) für ein Gedicht, welches alle anderen beschämt durch die Anschaulichkeit ihrer Eindrücke" "). Die Ausdrücke, welche A l ch a r i s i für Gedanken und Bilder gebraucht, sind nicht so strikt. Und darf man auch nicht die moderne Genauigkeit erwarten, so er hat doch im Allgemeinen das Richtige. Wir begegnen hier (Kap. 18) in dem Lobe des b e n Gebirol den Worten ״ לתוקף משליו והזק עניניוseine! starken Bilder und gewaltigen Inhalts wegen." | Indem er von den anderen Dichtern spricht, er hat unter z andern die Worte (a. a.6) אך היו להם מלין נפלאים והרמים ״ נוראים |Sie hatten wunderbare Worte und außerordent-! liche Reime." Alcharisi hat sich mit diesem Kapitel ein schönes Denkmal seines Fleißes und seines geraden Urtheils gesetzt. Die Worte, die er einem der wettstreitcnden Dichter in den Mund legt ״ גבולי על מכון הר ההבונותMeine Gränze ist auf der Feste des Bürgeö der Vernunft" dürften wir wol ihm selbst als charakteristisches Motto dieses Kapitels gebrauchen. Die schönen Zeilen von Pope dürften vielleicht hier nicht am Unrechten Orte stehen: ״Beide gleich müssen vom Himmel ihr Licht empfangen, diejenigen geboren zu urtheilen, als diejenigen (geboren) zu schreiben" '׳"׳). Zn den Ausdrücken für gewisse Gedichte gehört 16) שירה יתומה• Dieser Aus druck ist nicht von Alcharisi!gemacht, sondern dem Arabischen entnommen. DaS arabische! Wort I e t i m a welches eine ״Perle und Waise" heißt,!hat Alcharisi durch den Gleichklang veranlaßt mit שירה יתומה; gegeben. Derselbe erklärt es gleich darauf mit .רהיא j יהירה Alcharisi hat auch den Ausdruck יהיר המליצות ״!der einzige in Versen" d. i. der unvergleichliche Verse!macht 17). Ibn Challican IS) hat die folgenden Verse I über daS I e t i m a: ״die Verse des Gedichtes I e t i m a! sind jungfräuliche Töchter der Geister die vor! Alters lebten. Sie sind nun tobt. Ihre Töchter haben sie überlebt. Daher heißt das Werk I e t i m a (die Verwaiste).! Diese Zeilen sind auch von in dem bereits oben angeführten Buche I) i 11־ i c i angeführt, und nach ihm führten wir dieselben auch in F r a n k e l S Zeitschrift '׳') an. Zu dem יהירה womit Alcharisi das I e t i in a übersetzt, möge noch folgendes als eine Art Parallele angeführt werden. DaS Wort U n i o n hatte im Altenglischen die Bedeutung eine Perle, einzig in ihrer Art, die alle Eigenschäften in sich vereinigt 20).