Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 7 (15.2.1861)
- Date
- 1861-02-15
- Page
- Seite 58 (sequence 6)
- Language
- German
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58 Toben als flegelhaft und dumm zu bezeichnen. Es vcrräth zu deutlich, daß e« ihn ärgert, dem Schlußworte seines verworfenen Pamphlets von 1854: .,Das Zndenthum hat von Breslau Nichts zu hoffen, sein Heil wird anders woher kommen, Revach jamod Mimakon Achar" d. h. von H. in Frankfurt nicht Nachkommen zu können, »nd zwar nicht aus Mangel an Fond (auf den Wink des frommen Rabbi, würden die HH. W. v. R., Mayer Goldfchmied und der thätige Ludwig Rapp dem sel. Kommerzienrat() Fränkel in Breslau nicht nachstehcn). wohl aber ans Mangel an Fähigkeit tüchtige Rabbiner zu bilden. Denn לא שגא ׳™ייא מנ״ל H* Die Hoffnung der romantischen Idioten, statt au« ש״ס und □,pDID ans dem ״Chaureib" 2ורו DpTH j" erlernen und ריי ארס an die Stelle von רי״ף ור״ץ (die in Breslau fleißig studirt werden) zu setzen, diese Hoffnung hat das Breölaner Seminar vereitelt. Zn der bekannten Aeußcrnng des sel. Oberlehrers Heß: ״Die Feinde des Thalmnd feiern einen weit größcrn Triumph in der Berufung des ״Jsroül- Mschen" nach Frankfurt als in der Berufung des thalmudisch gebildeten Holdheim nach Berlin", liegt eine Wahrheit, welche tagtäglich augenfälliger wird. Es ist buchstäblich, wie im מלאכת מהשבת des Hn. Sal. Geiger dahier erwähnt. daß Seitens des Vorstandes der Hirsch'schen G. untersagt worden, bei Zusammenkünften und סעודות מצור. ein Wort ד״ת zu reden und die Kontravenienten durch מסירות und ähnliche Waffen verfolgt worden sind. Za es ist buchstäblich wahr, daß der freidenkende Stein dahier 7 mal mehr vom Thalmud versteht, als der orthodvr sein wollende (vielleicht richtiger wie Hr. Di׳. Beer in Breslau meint, scheinen wollende) Hirsch. Jener hat gelernt, — dieser nur fantasirt. Inland. Gr.-Kanizftr, 18. Jänner. Gestern fand an unserer Schule em Akt statt, der auf dieselbe gewiß nur ivohlthnend inflnjren M'ird. ~ Der lübl. Vorstand nämlich gelangte endlich zur Neberzeugung. daß eS an einer Schule mit nahezu 550 Zöglingen, »othwendig sei die unmittelbare Leitung derselben einem Lehrer anzuvertrauen, der, an der Schule wirkend, ihre Vorzüge wie ihre Gebrechen genau kennt, und mit dem Lehrsisteme vollkommen vertraut ist. Er übertrug das bisher von Sr. Ehrw. Hr. Oberrabb. Fasset würdig vertretene Direktorat dem Hrn. Adolf Eichbcrg. Zch wäre indiskret, wollte ich nur ein Wort des Lobes für H. E. folgen lassen. — Ein 20-jähriges, gemeinnützigeS Wirken und sehr viele, unter feiner Leitung für das praktische Leben anSgcbildete, tüchtige Zöglinge, haben ibereits seinen Ruf begründet und geben ihm hiemit das beste Zengniß׳, — aber ich kann nicht umhin, den innigsten Wunsch auszudrücken, es möge H. E. getingen, die seit Jahren eingcschlichcnen Krebsschäden und die altherkömmlichen, chederartigen Formen unserer Schule, recht bald auömerzen zu können! — klebrige,is hat diese im v. Monat endlich die Sanktion erlangt, wir wollen also hoffen, daß das Recht der Oeffenilichkeit in dieser Rücksicht wohlthätig wirken wird. Brief aus Gr.-Äanizsa. IV. Ein wahres Wort lebt in dem Munde des Volkes, welches dahin lautet, daß häufiger Lehrerwechsel dem gedeihlichen Aufkommen Hr. Di׳. Dcrnburg schreibt) mit Recht verhaßte Schwärmer wünscht — das verabscheut auf's Tiefste die Mehrheit der dort an der Spitze der Verwaltung stehenden Männer. Zndeß die geschäftlichen Evnjek tur en des V. 6t. haben ihn zum reiche» Mann gemacht — daS מעשר derselben wendet er nun dem heil. Vater zu. Herr Hirsch ist dafür sehr dankbar, nur R'S Pesachzncker wird für כשיו erklärt. Er kann es fein, denn jedes Pfund kostet 5 kr. mehr, als der Hamburger Pesachzncker bei andern hiesigen Spezerei-Händlern. Das nennen wir: רץ בצבי der Schule verderblich sei. Daß nichts dcstoweniger der Hang zur Ab- Wechslung ein incnrables Nebel vieler jüd. Körperschaften, ist männiglich bekannt. Zn netterer Zeit hat die Einflußnahme der höheren Be- Hörden der Willkür geziemende Schranken gelegt. Welche Zukunft wartet aber nun des armen Lehrers bei der eventuellen Machtvollkommcnhcit der Gemeinden! Erwägt man, von welchen Kleinigkeiten in früher« Zähren oft die Eristcnz eines Lehrers in der Gemeinde bedingt war, welche geringfügige Anlässe ihm zuweilen den Wanderstab reichten, wie er nicht selten ein Spiclball der Laune oder Eitelkeit Einzelncr war: so wird man diese Besorgniß gerecht finden. Diesem Nebel zu steuern werden vor Allen die Herren Rabbiner berufen sein, indem sie, krast ihres Ansehens, mit konsequenter RücksichtSlofigkeit die Person des Lehrers gegen Jedermann m Schutz nehmen, unbillige Prätcnfionen durch entsprechende Belehrnng des Volkes Niederhalten, und durch sorgfältige Prüfung der Leistungen sich in den Stand setzen werden, der Gemeinde gegenüber Bürge» für Schule und Lehrer zu sein, andererscits aber auch für das Ansehen der Letzteren »nt ausreichender Energie cinstehen zu könne». Es ist fast unnölhig, abermals zu erinnern, daß ich obiger Rüge keine a l l gemeine Geltung beimesse; daß hingegen die Schule und der Lehrstand nicht nothwendig von der Gem.-Autonomie bedroht sein müffeii, können nachstehende Daten ans hiesiger Schule, deren Abhängigkeit von der Gemeinde in den fünfziger Jahren nicht geringer war, als sonst, zur Genüge darthun. Die hiesige Schule hat außer den vier Hanptschulklassen eine Bewahr- und Untcrrealschule. Die Eltern übergeben ihr getrost das kaum dreijäbrige Kind. welches hier planmäßig und nach einem wvhlgegliederten Stnfcngange seiner geistigen Eiitwickeluug und Ausbildung zngcführr wird. Mit den Wissenschaften einer vollständigen Unterrealschule und der gründlichen Kenntniß seiner Religion ausgerüstet, verläßt der Jüngling die Anwalt mit dem Selbstgefühlt seines innern moralischen Werthes, daS nur Bildung allein zu geben vermag. Au der Schule wirken acht Lehrer und zwei Industrielehrerinnen, von denen die Herren Eichberg, Gutfreund, Moses, Ofner und die Lehrerin. Frau Bachrach bereits mehr als ein Vierteijabrhu»- dcrl ihrer Dienstzeit an dieser Schule hinter sich haben. Dieß an und für sich wäre bei der anerkannten Tüchtigkelt und BernfStreue des genannten Personales nicht zu verwundern, wenn nicht der Umstand mitwirkte. daß ähnliche Erscheinnngen in Ungarn gar leicht an den fünf Finger» zn zählen sind. — DaS Klassensistem ist an hiesiger Schule in solchem Grade durchgcführt, daß Elter» und Kinder anstatt der Klasse den Lehrer zu nkiinen gewohnt find. - Die Mädchen erhalten durchgehends einen gesonderten Nnterrricht. — Daß die Schule einen Prachtvollen Betsaal mit Ehoral-Gesang und Thora-Vorlesung hat, ist berichtet worden. M. Klein. Bolechow im Jänner. So eben kommen uns die ״Sabbath- und Festreden, gehalten in der Londoner Mädchen-Freifchule. von einer Vorsteherin, Frankfurt a. M. )800." zn Gesichte, welche ursprünglich in englischer Sprache im I. 1858 in London erschienen und von dem Herr» Di׳. I. M. Jost, in deutscher Sprache übersetzt wurden. Ich konnte mich beim Durchlc.en dieser für die weibliche Jugend gehaltene» Reden des Ausrufes nicht enthalten: ״Noch ist Israel nicht verwaist", wenn solch eine hervorragende Frau, gleich ausgezeichnet durch Adel und Reichthniii. sich herabläßt, in den das kindliche Gemüth ansprechendeu Worten der Jugend Liebe znm Gotte unserer Väter. Verehrung und Heilighaltung der jüd. Feste und Liebe endlich zum Guten unk Edlen einzuflössen! Wahrlich, nur das Land der edlen Britten, das Land der Freiheit, das Land, wo die Schranken zwischen den verschiedenen Eonsessioiikii läiigst uiedcrgeriffrn sind, kann sich rühmen, solche Frauen aufznweiien. du ׳elbü in ihrer höchsten sozialen Stellung ihrer armen