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Ben Chananja · 1861-02-15 · 7 (15.2.1861) · p. Seite 57

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
7 (15.2.1861)
Date
1861-02-15
Page
Seite 57 (sequence 5)
Language
German
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Korrespondenz. Ausland. Frankfurt, den 7. Feber. Weder \\x der Stein'schen, noch zur H.'schcn Gemeinde zählend, bcsnchtcn wir zufällig, den 2. d. den Sabbathnachmittag (Gottesdienst in der H.'schcn Synagoge und waren Zeugen eines FaklllinS, das als Beitrag zur Cbarakterisirung der Neuorthodorie rcgistrirt zu werden verdient. Wir lcngncn eS nicht. eS gibt hrcr noch sehr achtbare Ortbodorc. wie B. M. Adler. Sal. (Meiner .סי., welche strotzend von tbalmntischer Gelehrsamkeit im Praktischen Wirken die thalmud. Prinzipien konsequent verfolgen und niocht ein Iota von! ש״ע weichen. Wenn aber der nenorthore Oiabb. Hirsch, der ״Isroi-l- Mensch , ans der einen Seite in Harnisch geräth und Zcttcrgeschrei über Frankel'S wissenschaftliches Werk הרפי המשנח fort und fort erheb», weil darin nicht alle rabbinischcn Gesetzbestimmungcn als göttlichen Ursprungs adoptirt werden, ans der andern Seite aber, wo eS sein Vortheil erheischt, diese Veftiinninngen selbst antiquirt, B. der ausdrücklichen rabb. Vorschritt stracks entgegen, seinen ledigen Sohn als Mädehenlehrer an der s. g. Frommcn Schule anstellt ') : »vcnn er in der einen Gemeinde den כל מ״ו־י vcrpönt. in der andern sanktionirt : in Nikolsb. den protestantischen Chorrock ausziehet, hier aber '1 mal täglich ankleidet : dort den Chor als בחיקת המי verbot, hier aber ihn ciiiführt; einem aufgeklärten Pärchen gegenüber mit seidenem טליה um den Hals gerollt, ף bei einem altmodischen aber in ein wollenes gehüllt an dem Tranaltar erscheint: bei einer s. g. Frommen חתנה mit tHeils verdrehten, theilS verschlossenen Angen die Vrant anreder, bei einer s. g. nicht Fronnnen aber mit Wohlbehagen znsieht, wie unmitlelbar vor der h. Lade Männer und Frauen, Jünglinge und Jungfrauen ihre gcgenseiligcn Gratulationen mit leidenschaftlichen Küssen besiegeln-, im Kreise seiner Chassidim eine jüdische Chcsran ohne s. g. Scheitel ans dem Haupthaare als פרוצה erklärt, und doch die mit ciublösstem Haare ihn besuchenden Frauen der von ihn! auacstellten Lehrer sehr freundlich cmpfängt (Dank der Macht der religiösen Aufklärung!.!)-, heute einen Schocher seines Dienstes entsetzt, weil dieser als oft ertappter Fettdieb ססול sc». nach 14 Tagen aber, die inzwischen eingelretenc Protektion seines Leibjägers und ersten Ingnisitors L. stk. ׳') respekiirend, »nieder anstellt: in össentliehcr Versauimlnng über die Leugner der sinaitthen Offenbarung den Stab bricht, und doch gelegentlich der in der srommen Schule veranstalteten S chi l l er sc i c r den alle »md jede Offenbarnng leugnenden Schriststellcr buchstäblich vergöttert und seine Werke dem Inden, als solchem nachdrücklichst empffehl!: »venu er bis znn» Ucberdrnsse die llnznlässigkeit der Confirmation ans der Kanzel salbadert und doch hinienher jeden einzelnen Knaben im Gotteshanse tonsirrnirt: ') wenn er, sagen »vir, die Unaussnhrbarkeil seines ro- ') Und in der Thai ויצאחעגל הזה• Sein Sohn verliebte sich in eine 15-jährige Schülerin, deren C'lrern sie ihm beharrlich verlveigerten und deshalb über 50 Meilen von hier entsernten, jedoch durch die C'rklärung der Aerzle, daß der tnzlvischcn liebeskrank gewordene Amorjnnger unverineidlich sterben »vürdc, so die Che nicht bald zu Stande loiume, ihren Entschluß änderten, dafür aber auch einen, am Traualtar mit einer Morcnu freilich nur von» eigenen Vater ansgestellt -ערבך ערבא צו־ץ — gekrönten Eidam umarmte». '־) Was sag» »ein Stnhl»vcis!e!>b»»rger Sch»viegersohn dazu's 0 Auch unter dem Cpiihon ״Fleischman und Schakron?שם ׳בכיית »vohl bekannt. ') Sein Jünger und Nachbeter, der Mainzer Slhote-Chassib, hat daö schöne Gejchlechi, »velches H. nicht tonsicmirl, viel besser bedacht. Cr konffrmirt beide Geschlechter in der Stube ,'ehr praktisch -- neben den» Konffrmaiionöpnll riecht man schon das mehr, als frugale Gabelfrühstück. j mantisch-retrograden Systems fühlend sich die Abschaffung vieler Min-! hagim und selbst der mit dem Blute unzähliger Frankfurter Märtyrer . besiegelten Gei'era-Fasttage und deren כליחוה gefallen läßt, und! doch mit aller Macht sich spreizet ja Gift speit, »venn ein Mann »vie!Frankel, der blos den einzigen Zweck, Conservirnng des »vabren : Indcnthluus und der jüdischen Wissenschaft auch für die folgenden Geschlechter. im Auge habend, uiit besonnenem, männlichem Mnthe die im Lause der Zeit ciitstandencn Minhagim und rabbinischeu CrklärnngS- . »veii'en einer gründliche»! Untersnchnng unterzieht: so nennen »vir ein , solches Gebaren nicht religiösen Eifer, sondernneidischen Hochmnth k Doch »vir!'eben, mifere Digression geht zu »veit. Wir sprachen von einem Faktum am vergangenen Sabbat- Miucha. Nachdem die Thora aufgcrollt lag, »vard der בהן gcrnscn, ihm ואלה המשפטים bis לעולם vorgelese», den! Levy vo», כי ימכה b.-ככן d.אביו ייבהאל v. ובכה b. יהפא, mtth. sind 3 Verse ans der Neilienfolge der Parscha anSgelassen, jedoch jedem mehr als das crsorliche Quantum von מפכוקים vorgelese» worden. Die Verlegenheit, »vas mit dem ansgelassencn Verse anznsangen »var groß, da der ישראל bereits Nach-Beracha gesprochen. Da befahl Herr H. pathetisch: ״Man rufe einen Vierten ans und lese ihm das Ansgelassene vor!" So gesprochcn, so geschehen! C'in zweiter ישראל ging hinaus und machte; Vor- und Nach-Veracha. Also paskent der stiabbi der fr. G. Frankfurts! Cin größeres בוהות ist in einer Ffnrter Synagoge noch nicht vor! gekommen! Wie mag hierbei den Manen eines N. PnichaS Hnrtvitz nnd R. : Salon». Trier zu Mnthe ge»vcsen sein! Hrn H. verdrießt nngcmcin, daß die Breslauer ihn den S id nr-Lamd an nennen. Er hat stkecht! Die . Sidnr-Lomdim »vissen, »vas im א״ה steht, »vissen, »'o an» Sabbat Mincha. Montag nnd Donnerstag 10 Verse gelesen »verden, habe man auch Noch soviel רגלג Wiesen, fein Vierter anfgernsen nnd zu 2! ברכות לבטלה genöthigt »verden dürfe. Nein! H. ist kein Sidnr-! Lamdan, sondern ein ע״ה!! Sie fragen, »varum kein »virklicher Lamdam intcrvenirle במקום שיש הלול היבם אי; חולקי׳ כבוה להם? Es I befindet sich keiner in der ganzen Hiri'ch'schen Synagoge. Ans der Schrift מלאכת מחשבה des hiesigen Gelehrten Sal. Geigcr ist zu ersehen, daß »vie freundlich auch die hiesigen Lomdim :Hrn H. bei seiner Anknnst entgegen kamen, er ihnen in derselben Weise, »vie den NikolSb. Lomdim, anSznweiche» »vußte und »'ein Anhang »var! sofort bemüht, durch allerlei Kunstgriffe, an welchen die Hirsch'»'che; Taktik nicht arm ist. den Einfluß dieser Lomdim zu paralysireu und sic zur Trennung von der Hirsch','chcn Synagoge zu nöthigcn. Weit entfernt,; H. wegen dieser geslissentiichen Abgeschloffenbeil von allen Lonldim zu verdammen <ist cs ja eine geiilcinsanie Sch>väche aller Menschen, sich i von denen zu entfernen, die Augen haben, nnscre Blößen zu sehen) —! so dürfen »vir roch nicht unterlassen, sein Gebaren gegen Frankel, . jenen edlen Gelehrten. der. Sielle nnd Pfründen int Stiche lassend, i einzig und allein der Koufervirnng des IndenthnmS lebt (auch nicht durch Vorzeigung eines Brieses sich 1000 st. zu verschaffen sucht Ö dies i ') Here Hirsch bat vor einigen Monaten dein cciväbnten L.!K.! einen Brief von Lehre» in Amsterdam vorgezeigt, in welchen» er wegen! Annahme der doriigen Nabbinerstelle befragt »vird. L. N. läßt sogleich » durch aste bie». Bläner ansposanncn: H. habe einen Nus nach A. er-! balren. Die צהה war groß, insbesondere jammerte es sehr darob in de»! Mainzer Cloak. Denn im» ״Den Israeli," jede Woche zu korri giren, liegt A. zu sehr abgelegen. Aber der erfinderische L. ist. brachte ,ehr bald die ״ :רפואהErhöhet den Gehalt von 4000 ans 5000 fl. so wird die מרה beseitigt." Es geschah also! Die fromme Ncligions gettlischast behält. H., und dieser verdankt den» Hrn Lehren tu A. nnd dem 1000 מוכה fl. jghrlich! Die qauze Gefahr war aber eitel fimulirtl Eben weil Lehre» H. zum ׳Nabbiner in A. haben will, konlint ״Hirsch seines Lebens nicht dahin!" Was jener ueie in»*

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