Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 7 (15.2.1861)
- Date
- 1861-02-15
- Page
- Seite 55 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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L. Die Wurzel. Das ״ מיטב כשיר כזבוdas Beste des Gedichts ist die Dichtung" ") ist ein Factum, ausgesprochen in der Form eines Urtheils. Es ist dieser Ausspruch die Anerkennung der Rechte der Fantaste und der Rechte des Dichters ein Bischen zu übertrieben. Es ist dieser Ansspruch bedeutend für die Geschichte der Poesie. Die orientalischen Schriftsteller machten oft Gebrauch von diesem Satze. Ein alter Dichter sagte: ״Ein Vorzug der Poesie ist der Umstand, daß sonst Niemand lügt ohne die Menschen abznstoßen, den Dichter allein ausgenommen, der je mehr er lügt desto mehr lobt man ihn." גז) Das sivect smoke of rhetoric (Shakespeare) (״süßer Rauch der Rhetorik") und daS honeick ot' rhime (Byron) mit Honig überzogene Lügen des Reimes) stehet diesem AuSspruche am nächsten. Auch in Sefer hapardes '0) jst Anspielung ans diesen Satz. Auch folgende Stelle enthält dasselbe: שאלו לערבי על איש בעל לשון ,אמר :אין ערוך אליך בלשונו,ואם ידבר ימשיך הלבבות בניבו ״ ואם יתוכה יצדק בריבו, וגבר על האמת כזבוMan fragte einen Araber über einen Sprachkenner, und er antwortete: Derselbe ist unvergleichlich wenn er spricht, er ziehet mit seinen Reden alle Herzen an, behält Recht in jedem Streite und seine Lüge besiegt die Wahrheit." Wir haben oben bereits bemerkt, daß dieser Satz die Grundlage ansmacht des Kapitels von Alcharisi ״der Weltstreit der Dichter" überschrieben 17). (Fortsetzung folgt.) A n m c r It 11 n g c 11. ') Nachal Kedunim S. 21 Nos. 10. ־') DaS. S. 20. 3) Vergl. Schire Schlomv S. 15. ') Dies Gedicht ist bei Freiligraty (S. 112.) abgedrnckt. lieber dieses Buch vergl. Note 11. s) Auch dies Gedicht ist bei Freiligralh (S. 560) abgedrnckt. י) Zu einem etwas andern Zusammenhänge sagt Schiller: Slber der Genius ruft Gutes aus Schlechtem hervor .u\ a. (Ls ist das biblische •אס תוציא יקר מזולל ך) A. «I. O. S. 16. ") Nachal Kedunim. S. 21. ך lieber diese Phrase vergl. weiter unten. '“) Schire Schlomo S. 15. ") Dichtung und Dichter. (Sine Stnthologie von Freiligrath 860. Dessau 1854. Diese Sammlung ist sehr lehrreich für literatur-hi- (torische Zwecke. Daß eine solche Anthologie in anderen Sprachen eriftirt, ist uns nicht bekannt. Wir werden zuweilen Gelegenheit haben, aus dieses Werk zu verweisen. '׳) Maerobins. Saturn. Buch 1. Kap. 24. ") Bon ih erweck. Geschichte der französischen Poesie S. 136. M) Vergl. darüber unsere Nachwcisungen in Nachal Kedun i ui S. 54. ף׳ Arab. Rhetorik S. 275. '״) Nachal Kednni in S. 21. Nr. 3. . Wir wollen hier noch hinzusügen. daß dieser Satz noch! rrwalml wird in einer Handschrift genannt אותיות י^רהבה (wir wvls len später einige Worte über dieses Manuscripr mitlheilen) rS heißt daselbst: ועיר בי אמרו בעלי השיר :מיטב השיר כזבו Abrabanel in seinem Kommentar zum Pentateuch (“בשל T) hat die Worte: ןן$ל זה כתב ההבם מיטב השיר ר״ל כזב פשוטי הדברים השיכים ולא יתעסק בו שום הכם אלא לרפואת חולי הלבבות וכד Joseph del Medigo (ישר מוקנדיאה) sagt: כאשר יעשו האומות שלומדיבם לשונית יון ולטין בספרי המשורריבם אומרוס וירגיליוס שמיטם כזבים ושקרים (ניבלות הכמה ס ע״ב)•* Schulwesen. XV. An die jüdischen Lehrer in Ungarn. V. Heinr. Reis, Mnsterhauptschitllchrcr. Ein Correspondenzartikel in der allgemeinen Zeitung des Jndenthnms hat in jüngster Zeit Veranlassung zu einer unliebsamen Polemik zwischen den ungarischen und nichtnngarischen Lehrern des Inlandes gegeben, die das Herz eines jeden unserer achtungswerthen Standesgenossen mit Unmuth und Besorgnis erfüllen muß, da die durch dieselbe gegenseitig hervorgerufene Erbitterung nicht nur den Einzelnen sondern auch dem ganzen Stande zum Nachtheile gereicht. Die Zeit liegt noch nicht gar zu ferne, wo der jüdische Lehrstand in Xlngarn die Berechtigung eines solchen kaum beanspruchen durste, wo man sich in vielen Fällen sogar nicht enlblödete, den Lehrer unter die Parias der Gesellschaft zu verweisen. Diese Zeit der Mißachtung, sie ist endlich zum großen Theile überwunden, und in vielen Gemeinden hat man bereits begonnen, dem Lehrer jene Stellung einzuraumen, die ihm als dem eifrigen und unermüdlichen Begründer einer bessern Zukunft gebührt. Doch nicht die fortgeschrittene Intelligenz der Gemeinden allein hat diese erfreuliche Wandlung in der gesellschaftlichen Stellung der Lehrers bewirkt, sondern die Lehrer selbst haben hierbei wacker mitgeholfen, indem sie sich in neuerer Zeit als ein Stand zu konsolidiren anfingen, der durch sein rühmliches Streben und seine würdige Haltung sich nothwendigerweise die Achtung der Gesellschaft früher oder später erringen mußte. Als vor wenigen Monaten von mehreren achtbaren Kollegen die Gründung eines ung. isr. Lehrer-Wittwen und Waisen-Pensionsinstitutes in Anregung gebracht worden war, und schon nach Verlauf weniger Wochen sich nahe an 200 Lehrer ohne Rücksicht auf Nationalität oder auf ihre mehr oder minder bevorzugte Stellung diesem löblichen Unternehmen angeschlossen hatten, da begrüßten wir in demselben nicht nur die Garantien für die Zukunft der Lehrer und ihrer Familien, sondern wir erachteten in der bei dieser Gelegenheit bestätigten Kundgebung kollegialer Gesinnungen die Bürgschaft für die endliche und bleibende Konsolidirung des ung. isr. LehrstandeS zu finden, durch welche allein die jüdischen Lehrer sich die ihrem Berufe so nöthige Achtung für immer erringen können. Und wahrlich, wer wollte, ohne vor sich selbst erröthen zu müssen, solchen Männern seine Hochachtung, versagen, die ihre im Schweiße des Angesichtes erworbenen Sparpseuninge freudig hingeben um die alten siechen Kollegen oder die gewöhnlich von aller Welt verlassenen Witt-