Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 6 (8.2.1860)
- Date
- 1860-02-08
- Page
- Seite 50 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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50 digrr aufzunehmen. Die Ncnsynagogc hat an Dr. Hübscher einen tüchtigen und beliebten Prediger. Vorsteher Wehli arbeitet an der Gründüng eines Rabbiner ׳ Seminars. Diese Woche trugen wir eine Iran zu Grabe, die trotz des Abfalles ihres Mannes und ihrer Kinder dem Glauben der Väter tren geblieben war. Möge ihr die Erde leicht sein! Szegedin, 8. Februar. An der Bearbeitung einer ungarischen Bibel wollen sich betheiligen: die Rabb. Hochmnth, Zipscr, Ehrlich und Braun, Schuldirektor Stern, Lehrer Wcriidorf und Joseffy. Das Nähere wird in Bälde veranlaßt werden. Literarische Äiyeigen. Biblische Geschichte für die Israel. Jugend, bearbeitet von Leopold Breuer, emeritirter Religionölehrer in Wien. Zwei Theile. Dritte umgearbeitete und vermehrte Auflage. Wien 1860. Wilhelm Branmüller *). Besprochen von Rabb. Abraham Hochmnth in Veßprim. 1. Thcil, S. 3: ״Ans einzelnen Familien, welche anfangs bloß von dem lebten, was die Natur ihnen freiwillig bot, sind Völker entstanden." Hier hat sich eine, ans andern historischen Kompendien aufgenommene Aiischaunng eingeschlichen, die mit der bibl. Ansicht im Widersprnchc steht, da nach Genesis 2, 15. und -t, 2. schon die erste» Menschen zur Feldarbeit bestimmt waren und davon lebten. §- 23. in der bibl. Geschichte der Red. d. Bl. ist dies scharf hervorgchoben. — S. 7. ״und so die Anfänge der Sprache sich bilden." Die meisten Historiker nehmen an, daß nach biblischer Anschauung die Sprache als ein GcgebeneS zn betrachten sei. S. Becker'ö Einleitung zur Geschichte — daselbst ״und im Traume sah Adam." Daß Adam dies im Traume gesehen, ist neu und unbegründet, auch gegen Jb. Esra zur Stelle. — S. 9. Daß Kain, weil zur Feldarbeit bestimmt, sich als den Erben des Fluches angesehen habe, ist eine unbegründete Verinuthnng, da schon Adam, wie oben dargcthan, zur Bearbeitung der Erde bestimmt war — daselbst. Wenn איש in der Stelle ',כי קניתי איש אתר sich auf Adam^bczögc, so müßte, wie in der Anm. 2 angezogcnen Parallclstrlle אישי׳ mit dem Sufsir stehen. — S. l2. Daß die Erfindnng der Wasfen als Ursache des sittlichen Verfalls des Menschengeschlechts angege- Len wird, ist unbegründet. Es heißt ja, daß alle Menschen ihren Wandel verderbt hatten. Auch ist Kain znm Brudermörder ohne Waffen geworden. — S. 13. ״Noah ging nun — nach dem vierzigtägigeu Regen - in die Arche." Das ist gegen alle Kommentare! Das בעצם HP חיום im Gen. 7, 13. bezieht sich nicht auf V. 12, sondern ans rin □ביו in V. 11., d. h. an demselben Tage, an welchem der Regen begann, ging Noah in die Arche. — S. 16. Den Ursprung des Heidenthums aus ״vieljährigen Kämpfen" und absichtlichem ״Betrug" entstehen zn lassen, ist weder biblisch noch historisch. — S. 17. Unter Abrahams Anverwandten konnte die Sittenlosigkect nicht so verbreitet gewesen sei», weil er sonst nicht von dorther für seinen Sohn die Gattin gewählt hätte. — S. 29. חריר in der Bedeutung: trennen zu nehmen, vermögen wir keinen gramm. Anhaltspunkt zn sindcu. Der Sinn wäre nicht schlecht, d. h. wenn Esau dem Jakob aus dem Wege geht, und ihm das Erstgebnrtörecht überläßt, wird er sich unabhängig machen: aber es fehlt dafür die gramm. Begründung. — S. 28. Da wäre חשבם zu benützen gewesen, daß das Linsengericht nicht der Kaufpreis, sondern die Draufgabe gewesen sei. — S. 33. Um den *) S. V. Eh. Nro. 5. in der neuern Zeit von vielen Seiten her gemachten Mißdeutungen zu entgehen, wäre besser gewesen: darum dürfen nicht essen re. — S. 35. Der Verweis des Patriarchen über Josef'S träumerischen und geträumten Ehrgeiz hätte nicht fehlen sollen. — S. 51. Warum Moses Flucht, gegen Tcrt Er. 2, 15., als noch vor der Verfolgung des Farao dargcstellt wird, ist nicht zu ersehen. — S. 56. Daö Passahopfer, ein Abschiedsmal, und nicht lieber ein Hausopfer zu nennen, ist unbiblisch. — S. 63. Nach S. 48 hätten die Israeliten in Egypten schon Richter gehabt; dann wäre aber zu erklären. wieso diese Institution anfgehoben worden ist, und wenn nicht, wozu Moses auf Jethro'S Rath erst gewartet hat. — S. 64. Die erhabene Stelle über die Mission Israels, wie viele andere ähnliche Stellen, sollten wörtlich angeführt sein. — S. 69. Die symbolische Deutung des FcftstranßeS scheint gesucht, und nicht in den Anschauungen des jüd. Altcrthums begründet zu. sein. — S. 68. Daß dem Wochensestc ausschließlich die Bedeutung der Erinnerung an die Offenbarung vindizirt wird, ist gegen den Sinn der Bibel. — S. 76. Den noch heute verbindlichen Gesetzen hätten wir eine größere Ansführnng gewünscht, als den an den Besitz des Landes geknüpften. — S. 77. ״Vierzig Tage war Moses auf dem Berge, um diese Gesetze und Anordnungen niederznschreiben." Daß Moses auf dem Berge Sinai, außer den Zehngcbotcn. noch andere Gesetze niederg eschrieben habe, ist nicht nur nirgends erwähnt, sondern ist sogar das Gegenthcil ausgesprochen. Er. 24, 3, 4: — 32, 15: 34, 1. 28. — S. 87. Anm. ״Unsere Alten erklären, daß der Sabbatbrnch diesmal, ohne voransaegaugcne Warnung bestraft wurde, geschah, weil die Zeitumstände ein abschreckendes Beispiel erforderten." Wo unsere Alten dies sagen, konnten wir. nicht finden: Synhevrion 41. a. wird ausdrücklich daö Entgegengesetzte behauptet, und gerade aus dieser Stelle die jeder Strafe voranzugehcndc Verwarnung abgeleitet. — S. 95. ״Aber Niemand wagte es, dem um sich greifenden Verderbnisse entgegen zu treteu." Das wäre gut und würde allerdings den Eifer und das Verdienst in ein schöneres Licht setze»; aber die Schrift erwähnt nicht, daß dem in (Nun!. 25, 4. gegebenem Befehle Widerstand geleistet worden wäre. — S. 97. ״Ehe Moses für immer vom Volke schied, versammelte er cs um sich, und sprach zu ihm die Abschicdörcden die in dem 5. B. M« ausgezeichnet sind." In diesem Satze wäre cinzuschalten gewesen, daß diese Abschiedöredeu auch auf Gottes Befehl niedergcschriebcn worderl sind. S. Abarbanel, Einleitung znm 5. B. M. — S. 109. ״Rahab nahm sodann einen rothcn Strick, ließ die Männer am Fenster hinab." Der Vers, scheint הבל mit תקוה verwechselt zu haben. — S. 126. Das Wunder mit der Wolle wäre nicht ausznlassen gewesen. — S. 144. Gelegentlich werde hier auf eine treffliche Erklärung im Midr. kam. aufmerksam gemacht, baß die Leute von Beth-Schemesch nicht für das H i n e i n s c h e n in die Lade, sondern für ihr verächtliches Sehen ans die Lade bestraft wurden, was auch gramm. in חאח , mit ב konstrnirt, begründet ist. — Warum der Hr. Vers, den Kampf gegen Benjamin ausgelassen, ist auffallend, da gerade darin die gerechte Entrüstung der ganzen Nation über eine unsittliche That, nur an einem Einzelnen begangen, in ein so schönes Licht tritt. — S. 146 bis Ende. Daß dieser Erkurs bcachtenöwerth sei, ist schon oben gesagt worden. Hier sei noch bemerkt, daß die nur divinatorische Angabe des Hrn. Vers., daß Samnel's Richterzeit 25—30Jabrc gedauert habe, im I. B. Sam. 7, 2. eine nicht geringe Uuterstützung findet. 2. Theil. S. 28. ״Nach dem Tode der Jsch-Boschet." Nicht ganz genau: denn nach 2. Sam. 2, 10. hat Jsch-Boschet mir zwei Jahre regieret: da ferner nach 2. Sam. 5, 5. David über Juda allein sieben Jahre regierte, so kann die allgemeine Wahl erst fünf Jahre nach des Jsch-Boschet'S Tod stattgcfnnde» haben. — S. 41. Daß Ebjathar in Jerusalem, und Jadvk dagegen in Gibeon Hohepriester waren, ist nicht nur gegen die mos. Institution des Priesterstammcs, sondern auch im