Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 6 (8.2.1860)
- Date
- 1860-02-08
- Page
- Seite 48 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2542917-2543023-2543030--1969-2545699- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
48 ES ist ferner eine Art Anspielung auf etwaö Bekanntes, eine Art uneigentlicher Ausdruck im höheren Sinne des Wortes. Wenn Lessing, ans eine Stelle von Euripides Ion anspielend, sagt: ״Er kehre vor dem Tempcl der Götter", so ist hier dasselbe geschehen, was man im gewöhnlichen Leben oft thut, irgend einen Ausdruck metaforisch zu gebrauchen; z. B. der Mai deö Lebens, — die Vergleichung ist das innere Prinzip der Metafer. — Solche Anspielungen im Hebräischen sind häufig. Dies gibt das Geistreiche, das Epigramatische; eö ist die Würze des Stils. (Seiner Zeit wird dies alles ausführlich anöeinandergesetzt werden.) Dieser Mnssivstvl artete, als daö Talent abgenommen hat, in Spielereien aus, und M o s e ö b e n C h a b i b "•') klagt über die Ausartung desselben, und braucht die Worte ״ ) עמוס בנקודיםmit Punkten überladen") ׳'׳), worunter er die Concetti versteht. Dieselben frostigen Witze sind von Italien nach Frankreich in Gebrauch gekommen, und Pope und Voile au erwähnen sie tadelnd. (Fortsetzung folgt.) Ä. u m t r k ungt u. ') Frankl',- Zeitschrift 1859, S. 213 ff. ') Ehrcnsäutcn :c. ׳') Pope: Dlliiiade III, 100: n. d. weffl. Wett glaubt 1t. schläft. ') Zbn Ehaliean II, S. 08. Zehn da den Bilam machte das התגנית ,□ nach einem arabischen Muster verfertigt haben. (Vgl. über denselben Schire Schlomo S. 88.). Z Eben dasselbe S. 22. ') Mnssrc Ha-Filvs. I, 10. unter den Sprüchen des Galeiins. •) Eben das. II, 17. Dichter haben die Feder gelobt. Bergt. Nachal Kcduinin S. 18, Note 25. S. auch uiiscr Ben Gebirol. ') M. Ha-Filos. I, 11. '•') Bergt, über dieses Wort uns. Schire Schlomo S. 75 ff. Ben Gebirol selbst braucht oft das Wort מליצה. Der Ausdruck הכמי מליצה kommt auch vor. Z. B. die folgende Stelle im Zion (11, ׳S. 121), in ערוגם הבשם des Moses den Esra ׳X ואמה מהכמי המליצה כי הקרוב מכת לבורא ובד. Die Worte lauten hebräisch: המליצה ישור על הלקי 2 .המאמר ובהירת הדברי בה-- ein״• Handschrift steht: ובמדת ׳הרבים was vielleicht הדברים heißen soll. ד Die Worte: ושבה המלך דברי היוני stehen in der genannten Handschrift. '2 Wir wollen hier ans folgende Stelle die Ailfinerksaittkcit lenlen. In der Mus. Ha-Fil. (II, 9.) lesen wir die Worte: הדאגה ער החולף והעצב על העתיד d. W. דאגה, bezeichnet im Hebräischen Kummer üder das Vergangene, עצם Sorge über das Zukünftige. Dieses Stück ist richtiger gegeben im Tikkun Ha-Middot (III, 2.) יגון לשעבר ודאגה לעתיר, '*,litt;. hat sich hier, wie es scheint, in der Eile, in der Wahl deö richtigen Ausdruckes vergriffen. 1 *) Zbn Ehalikan II, B. 42. 4,) Muffre Ha-Filos. I, 10. lieber das Wort העדרה vcrgl. unser Nachal Kedumiul S 54. '׳h D. אגרת המוסר dess., woraus wir früher viele Stellen mitgetheilt haben, ist jetzt ein ‘דרך סובי von Edelmann gedruckt. ד Es ist in d. בל מלאכת ההגיון בקצור (Niva 1560) abgedruckt, und ist das Koinpendini» des Z. Roschd über arist. Werke. ”) Es mag liier bemerkt werden, daß diese sieben Negeln auch au der Spitze des kleinen Werkes über hebräische Metrik gestellt sind, von N. Absalon (Ms. Paris). Dag Büchlein isi 1394 geschrieben und führt den Titel: .קבלה על מלאכה השיר לר׳ אבשלום בר משה ף׳ Der alte griechische Dickitcr lobt den Filoreuoö ״der erstlich nur die eigenen Ausdrücke und üblichen Wörter überall gebrauchte" (die!irischen Dichter von Hartung B. II. S. 285. ''') Es war die Metrik, welche daS eigenthümlichc Kennzeichen des maurisch-jüdischen Geistes bcnrkiindctc. (Geschichtliches hierüber seine, Zeit mehr.) Wenn Alcharisi den Reim nicht erwähnte, so geschah dies wol, weil er auch in Prosa gebraucht wurde. Die gereimte Prosa war die LieblingSiuiterhaltung der Stilisten. Auch gehörte derselbe den Arabern nicht allein an. da schon Kallir und Janai Gebrauch davon machten. — Heber Zanai hat Grätz kürzlich in Fraukcl'S Zeitschrift einige Notizen zusammcngestcllt. Die Sage, das! derselbe dem Kalir ״einen Skorpion in Schuh hiuciulcgte", dürfte wahrscheinlich nur eine etwas misiverstandcne sprichwörtliche Nedensart sein. Ob ein solches Sprichwort wirklich eristirt, können wir in diesem Augenblicke nicht mit Bestimmtheit angcben. — Analogien dazu sind viele da; z. B. das thalmudische ״einen Löwen Zcmandcn in'S Feld legen" (vcrgl. unsere Blumenlese S. 214, 911518 .0־); man denkt auch an die deutsche Fräse: ״in die Schuhe schieben". -P Moscö den Esra sagt im Tarschisch ודע כי מאמר מאין ענין כמו רגל בלי סהר. Ein Satz ohne Zuhalt ist wie ein Fuß ohne Wade. Eö ist inhaltrcich zu schreiben nicht das leichteste der schriftstellerischen Thätigkeit. ׳') lieber das Wort דקדוק, vergleiche nnscre 91otiz im Litera turblatt des Orients 1850, Nr. 37 und Schire Schlomo S. 93. Hieher gehört auch: ״ הדקדוק לדבור כמלה למאכלGrammatik ist für die Sprache, wie Salz zur Speise." Bgl. auch Schire Schlomo S. 80. Note 2 und die Stelle aus Scfcr ha-PardcS im Nachhal Kcdumim S. 23, Note 28. In den Worten: אבל כאשר יבהנו הבוהן על דרך הדקדוק וכד (הקדמת אמונות ודעות שער י׳) ist das. דרך הדקדוק so viel als דיוק. und heißt- ״wenn der Prüfende es genau betrachtet." r־) Salomo den Gabirol (in Schire Schlomo S. 51), hat auch die Worte: ודקדק שירך למאד והבר דבריך. וצרפימו ״ .במצרףSehe genau dein Gedicht durch, verbinde wol die Worte, und läutere es durchgehenbS." Das Horetzische (urt. j)1״ (7 83 .08־m>- linmque prematm• in annum“ darf liier auch genannt werden. -') Pope spricht auch von ״der großen Kunst zu schreiben" (the great art to blot). Boileau hat vor ihm dieses empfohlen und ausgeübt. ׳•') Wir haben bereits in unserem Werke zur Kenntniß der neuhebräischen rclig. Poesie S. 105 davon gehandelt. Z» dem Schire Schlomo S. 78 haben wir viele historische Stellen wörtlich aus verschiedeucn Werken mitgetheilt. Manches haben wir auch im Literaturblatt des Orients 1843, S. 337 gegeben z. B. diesen Berö הסובבים על מרבו פסוק. ׳") Schire Schlomo S. 20. 91a.5 .׳ ״'■) Die Worte. welche den vermeintlichen Witz enthalten, sind mit Punkten oder Strichen versehen, um die Aufmerksrmkeit des Lesers zu fesseln. Die afrikanischen und italienischen Znden — mit wenigen Ausnahmen — schreiben so die Titelblätter der Werke, die in Livorno gedruckt sind, sind voll von solchen abgeschmackten Dingen.