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Ben Chananja · 1860-02-08 · 6 (8.2.1860) · p. Seite 46

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
6 (8.2.1860)
Date
1860-02-08
Page
Seite 46 (sequence 2)
Language
German
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46 betreffen, beantwortet zu sehen. Wer sind nun btc kompeteilten Männer, welche solche Fragen entscheidend zu beant- Worten haben? Sind es die Gemeindevorständc oder die Rabbiner, welche in allen religiösen Angelegenheiten endgiltige Antworten erthcilen? Uno welches ist das, dem jüdischeu Geiste und der Geschichte des Iudenthums entsprechende, Verhältnis; zwischen Rabbinen und Gemeindevorständen? Es können Fälle eintreten, in denen einzelne Provittzen eines Reiches den Zusammentritt von jüdischen Provinzial-Synoden wünschenswerth erachten; nach welchem Maßstabe sind die von denselben gefaßten Beschlüsse zu beurtheilen, und wie sind jene zusammenzusehen? — Während daö Verhältnis! deö Staates zur Kirche und der Kirche zum Staate, sowol in der katholischen wie in der protestantischen Welt eine große Literatur hervorgerufen hat, sind sowol die rechtlichen wie die religiösen Beziehungen zwischen der Synagoge und dem Staate zum großen Theile entweder zufälligen Entscheidungen überlassen, oder bloö sporadisch behandelt worden. Wir wollen ganz davon absehcn, welche Jnkonvenienzeu sowol im Staate wie in der Kirche aus dem Mangel bestiinntter leitender Grundsätze hervorgehen, und welcher Schaden dem Judenthume in vielen Staaten dadurch entstanden ist, daß die weltlichen Regierungen, ohne Einsicht in den Entwickelnngsprozeß, in rvelchem daS Judenthum seit der Zerstörung des zweiten Tempels noch immerfort begriffen ist, die meisten jüdisch-religiösen Angelegenheiten, die vor ihr Forum kamen, ohne gründliche Kenntniß, ohne wahres Verständniß und unter dem Einflüsse von Voranssetzungen beurtheilten, welche entweder katholisch oder Protest., aber ttimmermehr jüdisch waren: nur das wollen wir zunächst hervorhebeu, und darauf die Ansmerksamkeit der Leser hinleiten, daß in einer Zeit, deren mächtiger Wellenschlag von den Stürmen bedingt ist, welche von dem Verhältnisse der Kirche zum Staate auSgehen, und deren Beruhigung und Befriedigung von der wahren, nicht blos scheinbaren Lösung dieses Verhältnisses allein abhängt, es auch eine unabweisbare Pflicht für die Svnagoge sei, sich über ihre Beziehungen zum Staate, in dessen Mitte ihren Bekennern allmälig eine berechtigte Stellung eingeräumt wird, volle und ungetrübte Klarheit zu verschaffen, und besonders die Prinzipien zu ermitteln, nach denen sie im Großen twd Ganzen zu konstituiren ist. Hier gilt es, frei von aller Parteiftellnng, die große und heilige Sache des Judenthnms allein zu berücksichtigen, die Geschichte von fast zwei Jahrtausenden zu befragen, und in den Geist des Iudenthums sich zu versenken, um die Erfahrungen der Vergangenheit, die Bedürfuisse der Gegenwart und die jüdischen Hoffnungen der Zukunft zu vermitteln. Iehllda Älchariti als Theoretiker und Kritiker der hebräischen Poesie des Mittelalters. Eine literatur-historische Skizze von Lcop. Dukes. ״Der Moschus hat keiucn Gewinn, wenn er riecht." (Freitag, arab. Mattit. S. 207.) 1. Alcharisi als Theoretiker. ״Die Welt ist im Flusse", sagte der alte Filosof. Wie in der fisischen Welt in ewiger unsichtbarer Verkettung Erzeugtcö und Erzeugendes sich immer ergänzen, so sind auch im menschlichen Geiste Urtheil und Theorie, als geistig Erzeugtes und Erzeugendes, ewig verschlungen in einander. ES ist lange her, daß man gefragt hat, was älter ist, das Ei oder die Henne. Die Frage ist nicht entschieden. Urtheil und Theorie ist das geistige Ei und die geistige Henne. Die Summe aller Urtheile zusammen bilden die Theorie, die Anwendung der Theorie ist das Urtheil. — Alcharisi hat manches Urtheil über jüdische Poeten ausgesprochen. Wir haben anderwärts bereits die Aufmerksamkeit darauf gelenkt '). Derselbe hat auch manche theoretische Andeutungen gegeben, worauf wir jetzt die Ansmerksamkeit lenken wollen. Wir haben einst einen schwachen Versuch über Alcharisi veröffentlicht'^), und wir glauben daher berechtigt zu sein, über diesen geistreichen Stylisten noch daö eine und daö andere mitzutheilen. A. A l! ge m eines. Die Araber haben in ihrer Blüthezeit nach allen Richtungen hin viel lirerärische Bestrebsamkeit entwickelt. Sie waren zwar g l ä u b i g, aber sie haben n i ch t g e s ch l a f e n ״); für ihre Sprache haben sie sehr viel gethan. Al-Faradi sammelte die H o m o n y m e n 4). I b n E u t a i b a verfaßte schon 884 eine arabische Synonimik^). Die Juden haben in allen Zweigen der hebräischen Filologie wetteifernd mit den Arabern gearbeitet. — Stylistik überhaupt stand sehr hoch bei den Arabern. Manche allgemeine Sprüche über die Feder beweisen den Werth, den man daraus legte. Wir wollen hier nur solgende zwei Sprüche ansnehmcn. ״ .העט רוסא הדבורDie Feder ist der Arzt der Sprache")." "״העט הוא הכשוף ההזלן ״die Feder ist der starke Zauber^)". In der Rhetorik des A r i sto t e le S ist die P o e t i k lind G r a nt m a t i k im zweiten Jahre deö Unterrichts - KursuS angesetzt "ד. Von eigentlichen Regeln der Stylistik finden sich manche jedenfalls in dem Mnßre Ha-Filosofim, z. B.

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