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Ben Chananja · 1861-01-25 · 4 (25.1.1861) · p. Seite 30

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Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
4 (25.1.1861)
Date
1861-01-25
Page
Seite 30 (sequence 6)
Language
German
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genossen in Ungarn Schulen und andere gemci'iinützige Anstalten in'S Leben treten lassen — *,1 bennden. Desto beglückender, sagte ich. ist es für den Freund des Bessern zu sehen, wie ein Häuflein von Lehrern an der hiesigen, d. i. Perl'schen Schule mit begeistertem Eifer Gutes thut. Ein jeder Schüler dieser Anstalt bringt wöchentlich Einen Kreuzer, und siehe — das Ehannkafest erscheint und — die schönste Metamorphose wickelt sich vor nusern Augen ab: Arme, halbnackte, baarsüßigc Kinder werden mit neuen Röcke». Beinkleidern und Stiefeln bedeckt, von Kälte durchschanertc Körper werden erwärmt, und ein wonniges Gefühl des nun überstandcneu Leidens belebt das abgemagerte Gesicht des armen Kindes. lieber die Entstehung und Gründung des Krcnzerfvndcs brachte ich Ihnen im vorigen Jahre Mittheilnng. Die am heutigen Tage vcr- »heilten Kleider 21 Röcke, 15 Paar neue Stiesel. l2 Paar Vorschub, 11 Paar Beinkleider für Knaben und 8 Kleider, 7 Paar Stiefcrl, 2 warme Tüchel für Mädchen, tragen aber den Werth von 218 ft. Das Vcrtheilnngsfest war dem im vorigen Jahre ähnlich, nun war dir Freude der Geber und das Glück der bekletdeten Kruder neu und frisch. Mögen solche Thalen Rachahinnng finden. S. Demant. Briefe ans Böhmen. Bon Di׳. A dolf E hrenthci l. Rabbiner in Hcrie. 1. Der hics. Genieindeangehörige, gegenwärtig in Dresden lebende ined. Dr. Arnold Hirsch, hat vom regierenden Grvßhcrzoge von Sachscn-Wciniar für das ihm gewidmete, im Dreedner Hofthcater mit grösiten Beifall anfgeführte Drama ״Blanka von Bourbon" den Zivil-Verdieustordcil erhalten nrrd wurde agch anderweitig vielfach ausgezeichnet. — In der benachbaricn Gemeinde Lten-Bidzow wird mit koniuiendein Frühjahre znm Liane eines den Anforderungen der Zeit entsprechenden Schnlhanses geschritten, und isl's wahrlich nicht zu verkennen, daß in neuester Zeit der Sinn für Hebung des Ingendniiterrichtes, vorzüglich in den kleineren Gcrrrcirrdcrr Böhmens erwacht ist, n»d rverden nach diefer Rlchtnug hin sehr rühmliche opferfreudige Anflreiignngen gemacht, die alle Anerleiinung verdienen. — Nur vorwärts ans diesem Gebiete meine wackeren Glanbensbrüder in Böhmen! ans dein fruchtbare״ Boden einer guten Schule erblühet uns alles Heil und aller Segen für die Zukunft. — Hierher ihr tüchtigen Jngeudlehrer! denen die nationale Bewegung im schönen Uugarlande den Schauplatz ihrer fernem Thätigkeit entzogen. Böhmen und Mähren wird wol auch wissen, wie hoch die Thätigkeit eines tüchtigen Lehrers anzuschlagen, und wrrd euch rin ehrenvolles Brod geben. Jene geehrten Genieinden Böhmens aber, die mit der Besetzung von Lehrerstellen eben beschäftigt sind, möchte ich hikinit frenndlichst auf jene Herren Lehrer, die in Ungarn feit Jahren vortheilhaft und wehlthätig wirken, und nur aus Urrkerrntnis; der rrrrgar. Sprache etwa dort ihre Stellen verlassen, anfmerksan, gemacht haben, der verehrte Hr. Redakteur dieser Blätter, dem das Schulwesen, wie das Wohl der Lehrer und der Schüler so sehr am Herzen liegt, wird nicht ansteheu, ans höfliche Anfragen, jene ihm etwa bekannt gewordeiicn Herrn Lehrer namhaft zn machen*). So hoffen wir werden cüch tigc Lehrer auch fernerhin nicht brodlos bleiben. Unberufene aber — vom heiligen Amie ferne bleiben. Für heilte ein herzliches Lebewohl, dir Ben Ehananja und allen deinen Freunden — mögst du recht oft als Friedens- und Frendenbotc zu uns kommen. Ein freundliches ״Willkvminen" ist dir stets gewiß. *) Mir ist nicht ein einziger Lehrer bekannt, der ans die angegebene Weise brodlos geworden Ware. Red LlterSrische Äiyeigen. Marfilins ab Jngherr. Von vr. Ad. Jellinek. Wien, Oskar Leiner 1859. (Auch mit einem hebr. Titel). 24. S. 12. Besprochen von Leop. Dukes. Die Geschichte der christlichen Scholastik ist unter den Juden weniger bekannt, als die der arabischen Filosofie. Die Erzeugnisse ersterer wurden nicht so fleißig in'S Hebräische übersetzt, als die letzterer. Die Inden, welche sich in chrifil. Ländern mit Filosofie beschäftigen wollten, stndirtcn die arab. Filosofie». Thomas v. Agnin o wurde die Ehre zu Theil, in's Hebräische übersetzt zu werden '), und so auch dem Marsilius, welchem gegenwärtige Zeilen gewidmet stnd. Zeitalter und Vaterland des hebr. Ucbersetzers sind nicht angegeben -). Die in dem vorliegenden Schriftchcn mitgetheilte hebr. Einleitung ist sehr schön hebr. geschrieben, und verrätst keinen gewöhnlichen Mann. Der Vers, klagt darüber, daß seine Zeit das Studium der Logik vernachlässiget, . . und führt mißbilligend die Erklärung des Jakob Ana tot i an, welcher die bekannten Worte des Thalmnd מנעו בניכם הן ההגיון mit den Wvrteil erklärt: ׳בניכם (לא עצמכם‘)■ Diese Erklärung ist übrigens von vielen M. Gelehrten benützt worden, als: von Schein Tob Palgnc r a zMore ha-More S. 170), I o se s Easpi (Vorn׳, zn Zeror ha- Kescf, mitgetheilt von uns im L. Bl. d. Orients VI)l, 828.) Abraham Abnlasia (S. Jellinek, Filvs. und Kabbala S. 11) und Anderen. Unserer Meinung nach ist dies im Allgemeinen die richtige Erklärung der Stelle, wenn auch die Bedeutung des Wortes הגיון jünger ist (S. L- Bl. a. a.' £).). lieber das einseitige und ausschließliche Srndinm der Logik haben sich bedeutende jüdische und arabische Gelehrte mißbilligend vernehmen lassen. Im Interesse der Literaturgeschichte glauben wir einigen Stellen, welche theils gänzlich nnbekannt. tbcils wenig bekannt sind, hier einen Raum gönnen zn dürfen. In dem Scfer Ha-Pardcs des Jedaja Bedersi heißt es: ,מי שכלה ימיו במלאכה הגיון לבדה אובד נפשו ואיברו יתרון על מי שכלה בצחוק ובקוביא כל שנותיו. Hiermit stehen die Worte Algaza li's in Vcrbiildung: ואולם הנצוה הנקרא אלגדל הוא מעום התועלת שבכלם למצוא דרך תהי שרה לסי שהאמה לא יספיק לו במה שהודה לו בעל ריבו מטענותיו אחר שלא תודה נפשו בו וההמוני לא יבינהו. Hie her gehören, auch die Worte Arama's im Akeda, Kap. 16.: כי בחכמה ההיא (ההגיון) אפי׳ הפתי והבער מכל הכמה ילמוד מעט מתחבולות הנצוה ודרך ההטעאה הכם יחשב בעיני הרואים. Filosofie und Glaube leben oft in schlechter Ehe. Die Streitigfeiten derselben bilden den Hanptkcrn der Geschichte der Filosofie und ') Von Eli Ehabilio. Hr. Dr. Ab. Jellinek hat eine Probe von der Uebersetzung mitgetheilt. Leipzig t85:). In den Fragen des Sank ha-Kohen S. 10, b. lesen wir die Worte: וזה בשאלות מה ששאל ההכם המהודר ר׳ עלי הביל י י נ״ע מאת החכם המפורסם גדול בדורו כ׳ שם טוב. ־) Er nennt sich im Ans. der Eittl. אברהם בר יצהק בד יהודה בן כבוד הר׳ שמואל שלום זצ״ל. ף Diese Stelle findet sich in der Borr. zn s. Uebers. d. ספר המבוי, welche wir im L. Bl. VUl, 828. bereits mitgetheilt haben. Es verdient bemerkt zn werden, daß in dem מעשה הבי im Machsor Vitn, (Ms. Orford) die Worte zn lesen sind: מנעו אה(בניכם) מגאון Das von Wolf (Bibl. Hebr. I, 618) angeführte המצרך V ist da« ס׳ המבוי.

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