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Ben Chananja · 1861-01-25 · 4 (25.1.1861) · p. Seite 27

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Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
4 (25.1.1861)
Date
1861-01-25
Page
Seite 27 (sequence 3)
Language
German
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27 stellen. Der Beweis für die Richtigkeit dieser Ansicht ist, daß auch das Ehristenthum in diesen Jahrhunderten bezüglich der Musik und des Gesanges denselben Weg einschlug. Fleury, sich berufend auf den Kirchenvater Klemens, schreibt: ״Denn er verdammte nicht die Musik, indem sie heilig war und Gott zum Gegenstände hatte." Meint ja Sch. A. O. CH. ibid. das; auch das herzliche Lachen wegen der Trauer um Jerusalem verboten sei. R. Jonah theilte diese Ansicht nicht, und daß seine Behauptung die richtige ist, erhellt daraus, das; auch das Christenthum, welches sich zur Aufgäbe gemacht, dem Materialismus der antik-heidnischen Idee entschieden cntgegenzntreten und dem Leben seiner Bekenner eine ernstere Gestalt zu geben, auch die in Rede stehende Anordnung traf: ״Sie ntißbilligten das große lärmende Gelächter, und alles waS dasselbe erregt, die lächerichen Handlungen und Reden." (Fleury ansührend Clem.) Ans dem Gesagten ergiebt sich von selbst, daß bei dem gegenwärtigen Standpunkte der Musik und deö Gesanges, die nach dem Aussprüche eines Aesthetikerö starke und mächtige Förderungsmittel zur Erzeugung einer Fülle innerer Harmonie und deS Seelenfriedens sind, gar kein religiöser Grund vorhanden ist, weßhalb wir sie uns versagen sollten. Die Romantik jedoch, die sich an jede hergebrachte Observanz klammert, selbst wenn deren Entstehungögrund seine Bedeutung verloren und zur Losung hat: Dempoia mutantur 6t 1108 non niutamur in illis, hat sich ihrerseits allenfalls zu vertheidigen , warum sie sich bezüglich der Schauspielkunst, der Musik und des Gesaugetz dennoch von der Strömung der Zeit sortreißen läßt. Ad vocein Gesang möge noch eine Bermuthung über das Berach. 31 angeführte Lied:ולי. לן דטחנין. ייי לן דסהנין" eine Stelle finden. In HervdvtS Geschichte deutsch von A. Scholl mit Anmerkungen von R. Köhler B. 2. K. 79 liest man wie iolgt: Unter andern merkivürdigen Weisen haben die Egypier auch ein Lied, denselben LinoS der in Fönizien gelungen wird, in Evpros und andern Orten, und wiewol er bei verichiedenen Völkern verschiedene Namen bat,! doch grade der nämliche ist, den die Hellenen unter dem Namen Linos singen. Hiezu bemerket Köhler: das LinoSlied ist ursprünglich ein fönizischer Klagegesang über die schnelle Vergänglichkeit des menschlichen Lebens, und der Name Linos ist aus dem darin vorkommenden semitischen;Refrain: ai Lana wehe uns. Das Lied ווי לן dürfte daher bei der weilen Verbreitung, dessen sich der Linoögesang erfreuete, das in aramäijcher Sprache übertragene LinoSlied lein. Vgl. Wieöners Scholien zu Berach. daselbst. ReligLoirsgefetzliches. Die Kohenfrage *). III. Hr. Oberrabb. Kahn spricht von einer Mutter zweier unehelicher Kinder (ob letztere mit einem בשר oder פסול erzeugt seien, sagt er nicht), die sich mit einem Kohen wollte trauen lassen, hinzufügend, er habe dem Ansinnen derselben nicht entsprechen können, weil ״die Trauung nach dem Buchstaben deö Gesetzes nicht vorgenommen werden kann." Wenn nun Hr. K. den Buchstaben der Bibel (3. M. 21, 7.) vor Augen hatte, so möchten wir ihn fragen, ob die rabbinischen Deutungen und Satzungen aufgehört haben, die Richtschnur der kasuistischen Prarrs zu sein, Mtb den thalmnd. Schlüsfeit (Jebam 59. b.) ist זונה nur diejenige, welche נבעלה לפסול לה, und הלל ה heißt nicht die Geschändete, Geschwächte (eine willkürliche, bloS muthmaßliche Erklärung der moderneu Filologen, die aber unwahrscheinlich ist, da die Schrift die Jungsrauschaft der zu ehelichenden Gattin nur für den Hohenpriester als unerläßliche Qualifikation bezeichnet), sonder» nacb Kidd. 77, b. שנולדה מאסורי בהונה, s. Mann. Jssure Bia 18, a. Nicht einmal die קדשה הנלופקהה לבל ist dem Kohen verboten (s. das. 18, b.); eine solche Verbindung ist nur von den späteren Rabbinen, R. Moses de Eoucv an der Spitze, verboten worden: Beth Samuel 6, 19. Der bloße außereheliche, wenn nur nicht mit einem Paßul gepflogene, Umgang macht eine Frauensperson nicht zur זונה. welche einem Kohen verboten wäre. Ich vermnthe übrigens, daß 3 M. 21, 7. הללה eine erklärende Apposition von וזנה ist, was durch Vers 14., wo vor זונה das verbindende Waw fehlt, bestätiget wird. Hr. K. schließt seine Mittheilung mit der Bemerkung, daß die Erörterung über die קדושה בהן in unserer Zeit sehr zeitgemäß wäre. Mir scheint es, daß dieser Erörterung die vorangehen müsse, ob man der so oft angerufenen Zeitgemäßheit nur die ravbinischen, oder auch die pentateuchischen Anordnungen opfern, und ob auch der Buchstabe des Gesetzes jener angerufcnen Gebieterin weichen solle. Im vorliegenden Falle ist der biblische Buchstabe strenger as die rabbin. Satzung. Padua. Prof. Lelio de la Torre. Schulwesen. m. Der sprachliche Unterricht an den jüdischen Schulen in Ungarn. Bvn t! c v p v I d L i I 1' 1•r ft (r 11 Es konnte der Einfluß der gegenwärtige Neugestaltung der Dinge auf die jüdische Volksschule in Ungarn nicht ausbleiben, und er war auch in vieler Beziehung wünschenswerth, sogar nothwendig. Je besser die politische Stellung der Juden in einem Laude wird, je mehr man ihre Rechte als Menschen und *) S. vvr. Iahst,. S. t»7l und oboi S. -t.

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